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Ponys geschlagen? Schwere Vorwürfe nach Pferdemarkt in Bietigheim-Bissingen

10. September 2026 4 Minuten gelesen
Pferdemarkt

Ponys geschlagen? PETA erhebt schwere Vorwürfe nach Pferdemarkt in Bietigheim-Bissingen

Bietigheim-Bissingen. Nach dem traditionsreichen Pferdemarkt in Bietigheim-Bissingen erhebt die Tierrechtsorganisation PETA schwere Vorwürfe. Auf Videoaufnahmen, die der Organisation nach eigenen Angaben zugespielt wurden, sollen mehrere Ponys deutliche Stressreaktionen zeigen. Außerdem seien Tiere wiederholt geschlagen worden. PETA hat deshalb nach eigenen Angaben Anzeige beim zuständigen Veterinäramt erstattet.

Der Bietigheimer Pferdemarkt fand vom 4. bis 8. September 2026 statt und gilt nach Angaben der Stadt als größte Pferdeschau Süddeutschlands. Zum Programm gehörten unter anderem ein Reit- und Springturnier, Pferdeshows, Prämierungen, der sogenannte „Württembergische Tag des Shetlandponys“ sowie Ponyreiten für Kinder.

Aufnahmen sollen Schläge gegen Ponys zeigen

PETA berichtet, Anfang September Bildmaterial von einem Whistleblower erhalten zu haben. Darauf seien nach Darstellung der Organisation mehrere Pferde und Ponys zu sehen, die teilweise stark angespannt und gestresst wirkten.

Besonders schwer wiegen die Vorwürfe, wonach einzelne Tiere geschlagen worden sein sollen. Laut PETA soll es dabei teilweise auch Schläge gegen den Kopf beziehungsweise das Gesicht der Ponys gegeben haben. Zudem soll sich ein Pony losgerissen haben und anschließend durch eine Menschenmenge gelaufen sein.

Die Organisation sieht darin nicht nur ein mögliches Problem für den Tierschutz. Denn sobald ein verängstigtes Pferd oder Pony in einer großen Menschenmenge in Panik gerät, kann zusätzlich eine erhebliche Verletzungsgefahr für Besucher und Tiere entstehen.

PETA erstattet Anzeige beim Veterinäramt

Auf Grundlage der Aufnahmen hat PETA nach eigenen Angaben Anzeige beim zuständigen Veterinäramt erstattet. Die Organisation fordert Konsequenzen für die auf dem Videomaterial erkennbaren Personen. Gleichzeitig verlangt sie Änderungen für künftige Veranstaltungen.

Insbesondere spricht sich PETA grundsätzlich dagegen aus, Pferde und Ponys auf Veranstaltungen zur Unterhaltung einzusetzen. Nach Auffassung der Tierrechtsorganisation können große Menschenmengen, Musik, Lautsprecherdurchsagen, Transporte, ungewohnte Umgebungen sowie lange Wartezeiten bei den Tieren erheblichen Stress auslösen.

Ob die zuständigen Behörden aufgrund der Anzeige Ermittlungen aufgenommen haben und wie diese gegebenenfalls bewertet werden, war aus den bislang öffentlich vorliegenden Informationen zunächst nicht ersichtlich. Ebenso ist damit noch keine behördliche Feststellung verbunden, dass tatsächlich gegen Tierschutzvorschriften verstoßen wurde.

Stadt hatte umfangreiches Pferdeprogramm angekündigt

Unabhängig von den aktuellen Vorwürfen hatte die Stadt Bietigheim-Bissingen für den Pferdemarkt ein umfangreiches Programm rund um Pferde und Ponys angekündigt. Am Samstag fand beispielsweise der „Württembergische Tag des Shetlandponys“ statt. Außerdem standen Wettbewerbe wie Springen, Traben und Geschicklichkeitsparcours auf dem Programm.

Am Sonntag wurden Ponys und Kleinpferde prämiert. Anschließend war nach dem offiziellen Veranstaltungsprogramm bis etwa 16 Uhr Ponyreiten für Kinder vorgesehen. Darüber hinaus gab es mehrere Showprogramme mit Pferden.

Die Stadt bezeichnet den Pferdemarkt als traditionsreiches Fest und als größte Pferdeschau Süddeutschlands. Der Markt gehört seit Jahrzehnten zu den großen Veranstaltungen in Bietigheim-Bissingen und verbindet Pferdesport, Volksfest, Märkte und Unterhaltung miteinander.

PETA kritisiert Einsatz von Pferden zur Unterhaltung grundsätzlich

Für PETA geht die Kritik jedoch deutlich über die konkreten Aufnahmen aus Bietigheim-Bissingen hinaus. Die Organisation lehnt den Einsatz von Pferden und Ponys bei Unterhaltungsveranstaltungen grundsätzlich ab. Dabei argumentiert sie unter anderem damit, dass Pferde Fluchttiere seien und auf ungewohnte Situationen besonders sensibel reagieren könnten.

Typische Anzeichen von Stress seien beispielsweise Unruhe, starkes Schwitzen, Schreckhaftigkeit oder Ausweichverhalten. Treffen mehrere Stressfaktoren gleichzeitig aufeinander, könne sich die Situation zusätzlich verschärfen.

PETA fordert deshalb, auf zukünftigen Veranstaltungen in Bietigheim-Bissingen auf entsprechende Programmpunkte mit lebenden Pferden zu verzichten. Ob die Stadt, Veranstalter oder zuständige Behörden auf diese Forderung reagieren werden, bleibt zunächst abzuwarten.

Vorwürfe müssen nun geprüft werden

Die veröffentlichten Aufnahmen und die darauf basierende Anzeige dürften nun insbesondere für die zuständigen Behörden von Bedeutung sein. Entscheidend wird sein, ob sich anhand des Materials konkrete Verstöße feststellen lassen und ob die gezeigten Handlungen einzelnen Personen eindeutig zugeordnet werden können.

Bis zu einer abschließenden behördlichen Bewertung handelt es sich bei den beschriebenen Vorfällen um Vorwürfe beziehungsweise um die Darstellung von PETA. Eine rechtliche Bewertung der einzelnen Szenen obliegt den zuständigen Stellen.

Quellen und weitere Informationen:
PETA Deutschland: Vorwürfe zum Pferdemarkt Bietigheim-Bissingen
Stadt Bietigheim-Bissingen: Programm des Pferdemarkts 2026
Stadt Bietigheim-Bissingen: Informationen zum Pferdemarkt

PETA & YOUTUBE

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