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Prozess um getöteten Zugbegleiter – Richter hat Angst um Mutter des Mörders

27. Juni 2026 3 Minuten gelesen
Prozess getöteter Zugbegleiter Serkan Çalar

Mutter des Angeklagten überrascht im Gerichtssaal !

Zweibrücken. Im Prozess um den tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar hat es am dritten Verhandlungstag eine emotionale und zugleich ungewöhnliche Szene gegeben. Vor dem Landgericht Zweibrücken wurde plötzlich die Mutter des Angeklagten aus dem Zuschauerbereich aufgerufen. Sie hatte bis dahin offenbar still im Saal gesessen.

Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Serkan Çalar war im Februar 2026 bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug bei Landstuhl schwer verletzt worden. Nach Angaben der Ermittler soll der heute 26-jährige Angeklagte mehrfach mit der Faust zugeschlagen haben. Zwei Tage später starb der 36 Jahre alte Zugbegleiter im Krankenhaus an den Folgen einer Hirnblutung.

Mutter des Angeklagten tritt vor Gericht auf

Während des Verhandlungstages rückte nun auch die Familie des Angeklagten in den Fokus. Seine Mutter wurde im Gerichtssaal angesprochen und äußerte sich unter Tränen nur kurz. Die Situation war angespannt, denn im Saal saßen auch Angehörige und Unterstützer des getöteten Zugbegleiters.

Der Vorsitzende Richter fand deshalb deutliche Worte. Er warnte die Frau nach Medienberichten eindringlich vor möglichen Racheakten. Gleichzeitig machte das Gericht deutlich, dass auch für den Angeklagten eine Gefahr bestehen könne. Gerade deshalb spielte die Sicherheit im Umfeld des Prozesses eine erkennbare Rolle.

Vorwurf: Körperverletzung mit Todesfolge

Der Angeklagte muss sich vor dem Landgericht Zweibrücken verantworten. Nach bisherigem Stand geht es im Verfahren um den Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst schwerere Vorwürfe erhoben, während das Gericht den Fall derzeit rechtlich anders einordnet.

Der Angeklagte soll das objektive Tatgeschehen teilweise eingeräumt haben. Einen Tötungsvorsatz bestreitet er jedoch. Genau diese Frage ist für den weiteren Prozess von großer Bedeutung. Denn davon hängt ab, wie das Gericht die Tat am Ende juristisch bewertet.

Familie des Opfers fordert Gerechtigkeit

Für die Familie von Serkan Çalar ist der Prozess besonders belastend. Der getötete Zugbegleiter war Vater von zwei Kindern. Seine Angehörigen hoffen auf Gerechtigkeit und auf ein klares Signal für mehr Schutz von Beschäftigten im Bahnverkehr.

Der Fall hatte nach der Tat eine breite Debatte ausgelöst. Viele Menschen fragten sich, wie eine alltägliche Fahrscheinkontrolle derart eskalieren konnte. Außerdem wurde erneut darüber diskutiert, ob Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter besser geschützt werden müssen.

Urteil wird im Juli erwartet

Der Prozess ist auf mehrere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird nach bisheriger Planung Anfang Juli erwartet. Bis dahin sollen weitere Zeugen gehört und die genauen Abläufe im Zug rekonstruiert werden.

Für die Angehörigen bleibt der Prozess dennoch nur ein Teil der Aufarbeitung. Denn Serkan Çalar kehrt nicht zurück. Er wurde während seiner Arbeit angegriffen und starb wenige Tage später an den Folgen der Tat.

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