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Robert Marc Lehmann zerlegt umstrittene Elefanten-Aktion von Jordan und Semih

18. September 2026 7 Minuten gelesen
Bildschirmfoto 2026-09-18 um 19.54.00

Elefant für Klicks im Livestream: Robert Marc Lehmann zerlegt umstrittene Aktion von Jordan und Semih

Ein echter Elefant als Kulisse für einen Livestream, laute Musik, Tanzen und Kommandos vor laufender Kamera: Eine Aktion der Streamer Jordan Almani und Semih Jackson hat eine heftige Diskussion über Tierwohl, Unterhaltung und die Grenzen von Social-Media-Content ausgelöst. Nun beschäftigt sich auch der bekannte Tierschützer und YouTuber Robert Marc Lehmann ausführlich mit dem Fall.

In seinem Video mit dem Titel „Tierquälerei für KLICKS & BODENLOSE Statements“ analysiert Lehmann die Aufnahmen und ordnet das Verhalten gegenüber dem Elefanten kritisch ein. Dabei geht es allerdings nicht nur um das Verhalten der beiden Streamer. Vielmehr rückt auch die grundsätzliche Frage in den Mittelpunkt, ob ein Wildtier überhaupt als Unterhaltungselement für einen solchen Internetauftritt eingesetzt werden sollte.

Was bei dem umstrittenen Elefanten-Livestream geschah

Ausgangspunkt der Debatte ist ein Livestream von Jordan und Semih. Für die Produktion kam die Elefantendame Citta zum Einsatz. Sie stammt vom Elefantenhof Platschow in Mecklenburg-Vorpommern.

Während der Aufnahmen springen, tanzen und singen die beiden Streamer vor dem Tier. Außerdem werden Kommandos gegeben und Citta führt bestimmte Bewegungen aus. Ausschnitte aus dem Stream verbreiteten sich anschließend in sozialen Netzwerken und lösten zahlreiche kritische Reaktionen aus.

Zunächst konnte beim Zuschauer zudem der Eindruck entstehen, dass sich der Elefant in einem kleinen, geschlossenen Studio befindet. Tatsächlich wurde die Aufnahme jedoch nach Angaben des Elefantenhofs direkt auf dessen Gelände produziert. Dafür wurde innerhalb einer Halle eine Kulisse aufgebaut, die wie das Studio der Streamer wirken sollte.

Damit war der Elefant also offenbar nicht eigens in ein Dortmunder Streaming-Studio transportiert worden. Genau dieser Punkt ist für eine sachliche Bewertung des Falls wichtig. Gleichzeitig beendet er jedoch nicht die Diskussion darüber, ob die gesamte Aktion für das Tier angemessen war.

Robert Marc Lehmann nimmt den Stream auseinander

Robert Marc Lehmann beschäftigt sich in seinem Reaktionsvideo ausführlich mit den veröffentlichten Szenen. Der Tier- und Naturschützer hinterfragt insbesondere, warum ein Elefant überhaupt für ein Unterhaltungsformat dieser Art eingesetzt werden muss.

Dabei richtet sich seine Kritik nicht ausschließlich gegen einzelne Momente des Streams. Stattdessen geht es um die grundsätzlichere Frage, welche Rolle Wildtiere in der modernen Unterhaltungsindustrie spielen sollten und ob die Jagd nach außergewöhnlichen Bildern, Reichweite und Klicks Grenzen benötigt.

Lehmann zieht für seine Einordnung außerdem fachliche Einschätzungen heran. Dadurch wird die Diskussion um mögliche Stressanzeichen und bestimmte Bewegungsmuster des Elefanten näher betrachtet.

Bewegungen des Elefanten sorgen für Diskussionen

Besonders auffällig sind für Kritiker die wiederkehrenden Bewegungen des Tieres. Für Zuschauer kann teilweise der Eindruck entstehen, als würde Citta zur Musik „tanzen“. Genau solche Bilder müssen allerdings vorsichtig interpretiert werden.

Tierschutzorganisationen weisen bei Elefanten seit Langem darauf hin, dass wiederholte Bewegungsabläufe unterschiedliche Ursachen haben können. Deshalb lässt sich aus einem kurzen Video allein nicht automatisch ableiten, in welchem Zustand sich ein Tier tatsächlich befindet.

Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage, warum ein solches Verhalten als Teil einer Unterhaltungsshow präsentiert wird. Gerade dieser Aspekt spielt auch in der öffentlichen Diskussion über den Livestream eine große Rolle.

PETA kritisiert den Einsatz des Elefanten deutlich

Auch die Tierschutzorganisation PETA äußerte deutliche Kritik an der Aktion. Nach Auffassung der Organisation sollten Wildtiere nicht als buchbare Kulisse für Social-Media-Produktionen eingesetzt werden.

PETA kritisiert außerdem die Dressur und den Einsatz von Elefanten für Unterhaltungszwecke grundsätzlich. Die Organisation sieht deshalb nicht nur das Verhalten der Streamer kritisch, sondern hinterfragt das gesamte Konzept solcher Tierauftritte.

Damit geht die Diskussion mittlerweile deutlich über Jordan und Semih hinaus. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, ob derartige Angebote im Jahr 2026 noch zeitgemäß sind.

Elefantenhof Platschow weist Kritik zurück

Allerdings gibt es zu dem Fall auch eine andere Darstellung. Sonni Frankello vom Elefantenhof Platschow hat auf die Vorwürfe reagiert und erklärt, wie die Produktion aus seiner Sicht tatsächlich abgelaufen sei.

Nach seiner Darstellung wurde Citta nicht in ein kleines Streaming-Studio transportiert. Stattdessen kamen die Streamer zum Elefantenhof. Dort wurde innerhalb einer Halle eine entsprechende Kulisse errichtet.

Frankello räumte gegenüber Medien ein, dass die beiden Streamer während der Aufnahmen durchaus „etwas wild“ gewesen seien. Gleichzeitig weist er jedoch den Eindruck zurück, dass dem Tier durch die Produktion geschadet worden sei.

Der Betreiber betont, dass seine Tiere für solche Aufträge mittlerweile nicht mehr zu externen Drehorten transportiert würden. Filmproduktionen würden stattdessen auf dem eigenen Gelände stattfinden. Außerdem würden nur Übungen eingesetzt, welche die Tiere bereits kennen.

Elefantenhof bietet Shows und Erlebnisstunden an

Der Elefantenhof Platschow präsentiert sich selbst als Ausflugsziel, bei dem Besucher Elefanten und zahlreiche weitere Tierarten aus unmittelbarer Nähe erleben können. Nach Angaben auf der eigenen Internetseite leben dort mehrere Elefanten sowie unter anderem Zebras, Bisons, Trampeltiere, Esel und weitere Tiere.

Zum regulären Programm gehören mehrmals täglich Vorführungen. Darüber hinaus können Besucher sogenannte Erlebnisstunden mit Elefanten buchen. Dabei können Teilnehmer beispielsweise beim Füttern und bei der Pflege der Tiere dabei sein.

Damit ist die Einbindung von Elefanten in unmittelbare Begegnungen mit Besuchern ein fester Bestandteil des Geschäftsmodells des Hofes.

Wo endet Unterhaltung und wo beginnt problematischer Content?

Der Fall zeigt vor allem, wie schnell außergewöhnliche Social-Media-Aktionen eine wesentlich größere Diskussion auslösen können. Für Streamer besteht ein erheblicher Anreiz, ihren Zuschauern immer ungewöhnlichere Situationen zu präsentieren. Je überraschender ein Inhalt ist, desto größer kann schließlich die Aufmerksamkeit sein.

Ein echter Elefant in einem vermeintlichen Streaming-Studio erzeugt zweifellos genau diesen Überraschungseffekt. Gleichzeitig entsteht jedoch eine besondere Verantwortung, sobald Tiere Bestandteil einer solchen Inszenierung werden.

Robert Marc Lehmann macht in seiner Reaktion deutlich, dass die entscheidende Frage deshalb nicht allein lauten sollte, ob eine spektakuläre Aktion technisch möglich oder rechtlich zulässig ist. Vielmehr müsse auch hinterfragt werden, ob ein Tier für einen viralen Unterhaltungsmoment überhaupt in eine solche Situation gebracht werden sollte.

Der Fall sorgt weiter für Diskussionen

Jordan und Semih haben mit ihrem Elefanten-Auftritt jedenfalls eine Debatte ausgelöst, die weit über einen einzelnen Livestream hinausgeht. Während Tierschützer den Einsatz des Elefanten scharf kritisieren, verteidigt der Betreiber des Elefantenhofs den Ablauf und weist den Vorwurf zurück, das Tier sei bei der Produktion geschädigt worden.

Robert Marc Lehmann wiederum nutzt die Aufnahmen, um grundsätzlich auf die Haltung und Nutzung von Wildtieren für Unterhaltungszwecke aufmerksam zu machen.

Gerade deshalb dürfte die Diskussion nicht bei der Frage enden, ob Citta tatsächlich in einem kleinen Studio stand. Denn inzwischen geht es um eine wesentlich größere Frage: Wie weit darf Unterhaltung für Klicks und Reichweite gehen, wenn dafür ein lebendes Tier zum Bestandteil der Show gemacht wird?

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen über die Tiere, Vorführungen und Erlebnisangebote veröffentlicht der Elefantenhof Platschow auf seiner Internetseite. Informationen zum deutschen Tierschutzrecht stellt außerdem das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat bereit. Allgemeine Informationen über Elefanten und Artenschutz finden sich zudem beim WWF Deutschland.

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