Polizeieinsatz im Schwalm-Eder-Kreis: 66-Jähriger nach Schusswaffengebrauch lebensgefährlich verletzt
Ein Polizeieinsatz im Schwalm-Eder-Kreis hat am Donnerstagabend (02.07.2026) zu einem Schusswaffengebrauch durch Polizeibeamte geführt. Ein 66-jähriger Mann erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen und befindet sich derzeit in einem Krankenhaus. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Mann zuvor zwei Polizeibeamte mit einer mutmaßlichen Schreckschusswaffe bedroht haben.
Ermittlungen nach Hinweis auf mutmaßliche Trunkenheitsfahrt
Ausgangspunkt des Einsatzes war ein Hinweis eines Zeugen auf einen Fahrzeugführer, der durch eine auffällige Fahrweise aufgefallen sein soll. Nachdem die Polizei den mutmaßlichen Fahrer identifiziert hatte, suchten Beamte dessen Wohnanschrift im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis auf, um den Sachverhalt einer möglichen Trunkenheitsfahrt aufzuklären.
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand trafen die Einsatzkräfte den 66-jährigen Mann im Bereich seiner Wohnung an. Dort soll er die Beamten mit einer Schusswaffe bedroht haben. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei der Waffe mutmaßlich um eine Schreckschusswaffe.
Polizeibeamte setzen Schusswaffen ein
In der Folge machten die Polizeibeamten von ihren Dienstwaffen Gebrauch. Der 66-Jährige wurde dabei im Oberkörper getroffen und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Nach einer medizinischen Erstversorgung brachten Rettungskräfte den Mann in ein Krankenhaus.
Weitere Personen wurden bei dem Einsatz nicht verletzt.
Mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet
Gegen den 66-jährigen Tatverdächtigen laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Trunkenheit im Verkehr sowie wegen Bedrohung.
Wie bei Fällen von polizeilichem Schusswaffengebrauch üblich, wurde zudem ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des versuchten Totschlags eingeleitet. Dieses dient der unabhängigen rechtlichen Überprüfung des Schusswaffeneinsatzes und richtet sich nicht gegen eine bereits festgestellte strafrechtliche Verantwortlichkeit der beteiligten Polizeibeamten.
HLKA übernimmt Ermittlungen
Die weiteren Ermittlungen führt das Hessische Landeskriminalamt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Kassel. Der Tatort wurde abgesperrt und kriminaltechnisch untersucht. Dabei sicherten die Ermittler umfangreiche Spuren.
Die genauen Hintergründe des Geschehens sowie der konkrete Ablauf des Polizeieinsatzes im Schwalm-Eder-Kreis sind weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
