Zuschauer entsetzt: Schwere Vorwürfe gegen deutsche YouTuber nach Elefanten-Livestream
Ziegendorf/Platschow. Ein Elefanten-Livestream zweier deutscher YouTuber sorgt derzeit für heftige Diskussionen. Im Mittelpunkt stehen die Social-Media-Akteure Jordan Almani und Semih Jackson. Nachdem Aufnahmen mit einem Elefanten veröffentlicht worden waren, reagierten zahlreiche Zuschauer empört. Außerdem meldeten sich Tierschützer zu Wort und kritisierten den Umgang mit dem Tier deutlich.
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Nach einem Bericht der BILD entstand der inzwischen gelöschte Clip auf dem Elefantenhof Platschow in Mecklenburg-Vorpommern. Demnach handelte es sich bei dem Tier um die rund 40 Jahre alte Elefantendame Citta.
Elefanten-Livestream sorgt für massive Kritik
In dem rund 15 Minuten langen Video sollen die beiden Influencer unter anderem vor dem Elefanten gesungen, getanzt und gesprungen sein. Zuvor sei ihnen allerdings erklärt worden, dass sie sich ruhig verhalten sollten, damit das Tier möglichst wenig Stress ausgesetzt werde.
Darüber hinaus musste der Elefant laut dem Bericht verschiedene Kommandos beziehungsweise Kunststücke ausführen. Die Szenen sorgten anschließend in den sozialen Netzwerken für Kritik. Mehrere Zuschauer warfen den Streamern deshalb einen respektlosen Umgang mit dem Tier vor.
Besonders problematisch bewerten Tierschützer grundsätzlich Shows, bei denen Elefanten bestimmte Bewegungen oder Kunststücke auf Kommando ausführen müssen. Die Tierschutzorganisation PETA kritisierte den Auftritt gegenüber BILD ebenfalls scharf.
Studio-Kulisse offenbar auf Elefantenhof nachgebaut
Auch die Entstehung des Videos sorgt für Diskussionen. Während bei den Zuschauern offenbar der Eindruck entstand, dass sich das Tier in einem Studio der beiden Influencer befinde, sollen die Aufnahmen tatsächlich direkt auf dem Elefantenhof entstanden sein.
Dort wurde laut BILD eine entsprechende Kulisse aus schwarzen Platten aufgebaut. Dadurch sollte offenbar der Eindruck eines anderen Aufnahmeortes entstehen.
Der Elefantenhof Platschow liegt im Ortsteil Platschow der Gemeinde Ziegendorf im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Auf dem Gelände leben mehrere Elefanten sowie weitere Tiere. Der Hof bietet außerdem Vorführungen und Begegnungen mit Elefanten an.
3.500 Euro für Auftritt des Elefanten
Wie BILD unter Berufung auf die Betreiberfamilie berichtet, zahlten die Influencer insgesamt 3.500 Euro für den Auftritt des Elefanten.
Ursprünglich soll sogar geplant gewesen sein, Citta nach Dortmund zu transportieren. Der Weg von Mecklenburg-Vorpommern nach Nordrhein-Westfalen wäre allerdings mehrere hundert Kilometer lang gewesen. Deshalb sei dieser Plan nach Angaben des Elefantenhofes nicht umgesetzt worden.
Stattdessen reisten die YouTuber offenbar nach Platschow und ließen dort ihre Kulisse aufbauen.
Betreiber: Verhalten sei anders abgesprochen gewesen

Auch der Betreiber des Elefantenhofes äußerte sich zu den Aufnahmen. Nach seiner Darstellung sei das Verhalten der beiden Männer ursprünglich anders abgesprochen gewesen. Die Influencer hätten sich während der Aufnahmen deutlich lebhafter verhalten als erwartet.
Nach Angaben der Betreiber seien die beiden vor Beginn ausführlich darüber informiert worden, wie sie sich in der Nähe des Elefanten verhalten sollten. Während der Dreharbeiten sei deshalb auch versucht worden, einen der Beteiligten zu mehr Ruhe zu bewegen.
PETA übt deutliche Kritik
Die Tierschutzorganisation PETA Deutschland kritisierte den Vorgang deutlich. Aus Sicht der Organisation ist insbesondere problematisch, dass Elefanten weiterhin für derartige Auftritte eingesetzt beziehungsweise vermietet werden.
Darüber hinaus weist PETA darauf hin, dass bestimmte Verhaltensweisen, die während solcher Vorführungen wie spielerische Kunststücke wirken können, nicht dem natürlichen Verhalten der Tiere entsprechen.
Obwohl die Szenen deshalb massive Kritik ausgelöst haben, ist die rechtliche Bewertung davon zu unterscheiden. Dass tatsächlich ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt, ist bislang nicht festgestellt. Die öffentlich erhobenen Vorwürfe und Bewertungen stammen derzeit insbesondere von Zuschauern und Tierschutzorganisationen.
Management reagierte zunächst nicht auf Anfrage
Eine Anfrage von BILD an das Management der beiden Social-Media-Akteure blieb laut dem Bericht zunächst unbeantwortet. Damit liegt bislang keine ausführliche öffentliche Stellungnahme der beiden Influencer zu den konkreten Vorwürfen vor.
Der Fall zeigt allerdings erneut, wie schnell ungewöhnliche Aktionen für Reichweite in sozialen Netzwerken eine größere Debatte auslösen können. Gerade wenn Tiere für Unterhaltung oder Social-Media-Inhalte eingesetzt werden, reagieren viele Nutzer besonders sensibel.
Entsprechend dürfte die Diskussion um den Elefanten-Livestream und den Umgang der beteiligten Personen mit Citta zunächst weitergehen.
Hinweis
Die Schilderungen zum Ablauf des Livestreams und zu den Vereinbarungen mit den Beteiligten beruhen unter anderem auf einem Bericht von BILD sowie Aussagen der Betreiber des Elefantenhofes. Die Vorwürfe der Tierquälerei beziehungsweise eines unangemessenen Umgangs mit dem Tier stellen derzeit insbesondere Bewertungen von Zuschauern und Tierschutzorganisationen dar.
Fotos YouTube – LIP / Jordan Semith live
