Mittlerweile kennen die meisten Senioren den klassischen Enkeltrick und werden automatisch misstrauisch, wenn ein Verwandter mit Geldnot anruft. Das wissen auch Betrüger und so werden diese immer erfinderischer, um älteren Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.Â
Gerade dann, wenn Senioren sich mehr mit dem Internet beschäftigen und auch mit einem Smartphone unterwegs sind, wittern Kriminelle ihre Chance. Mit ein bisschen Vorsicht gelingt es jedoch auch bei raffinierten Tricks, Betrüger zu durchschauen und ihnen nicht in die Falle zu gehen.
Unbemerkte Spionage im Alltag
Eine der einfachsten und trotzdem effektiven Datendiebstahlmethoden ist der Schulterblick in Bus und Bahn. Viele Senioren nutzen auf dem Smartphone eine besonders große Schrift und so ist es für Datendiebe ein leichtes Unterfangen, das eingetippte Passwort mitzulesen oder die Eingabe über die Tastatur zu verfolgen.Â
Abhilfe schaffen hier Passwort Manager, für geschäftlich aktive Senioren auch als Business Passwort Manager verfügbar. Sie speichern alle Zugänge und geben auf Wunsch das Passwort direkt ein. Ein Spion hat keine Chance, selbst wenn die Schrift auf dem Handy noch so groß eingestellt wurde.
Falsche Polizeibeamte immer häufiger im Einsatz
Nicht nur vermeintliche Enkel nutzen das Telefon, um ältere Menschen unter Druck zu setzen, sondern auch falsche Polizisten. Durch technische Hilfsmittel erscheint im Display der angerufenen Person sogar die Rufnummer der Polizei (110), was den Anruf besonders authentisch wirken lässt. Die Anrufer selbst befinden sich aber fast immer im Ausland.
Den älteren Menschen wird dann am Telefon erzählt, dass ihre Wertsachen oder Bargeld in den eigenen vier Wänden in Gefahr seien. Um das zu verhindern, kündigen falsche Polizisten die Abholung durch einen Kollegen an, der allerdings in Zivil erscheinen wird. Wenn Senioren misstrauisch werden, arbeiten die vermeintlichen Polizisten mit Druck und Angst.
Die echte Polizei wird Senioren niemals mit der Rufnummer 110 als Absender kontaktieren, denn dabei handelt es sich um eine Notfallnummer. Einfache Lifehacks können verhindern, dass solche Betrugsvorfälle funktionieren. So können Kinder beispielsweise die entsprechende Rufnummer für eingehende Anrufe sperren lassen. Senioren können dann immer noch unter der 110 um Hilfe bitten, aber nicht mehr von der Nummer angerufen werden.
Der Schockanruf setzt auf Angst und Panik
Auch bei Schockanrufen besteht das Ziel darin, Senioren um Geld und Werte zu bringen. Solche Verbrecher rufen an und geben sich als Rechtsanwalt, Polizeibeamter oder anderer staatlicher Angestellter aus. Es wird eine Notsituation simuliert, oft werden Verkehrsunfälle berichtet oder ärztliche Zwischenfälle, bei denen ein nahes Familienmitglied im Krankenhaus operiert werden muss.
Die Täter gehen nicht zimperlich vor und schildern in drastischen Worten, welche Konsequenzen Nichthandeln seitens der Opfer haben kann. Der Schock bei der Benachrichtigung sitzt tief, daher werden die älteren Menschen überrumpelt und lassen sich oft auf diese Betrugsmasche ein.
Besonders professionelle Kriminelle warten ab, bis sich tatsächlich ein schwerwiegender Unfall in der Wohnregion des Opfers ereignet und nehmen darauf Bezug. Da auf Zeitdruck gesetzt wird, werden Betroffene förmlich gedrängt, Geld zu bezahlen oder Wertgegenstände zur „Rettung“ einer lieben Person zu versetzen. Wer solch einen Anruf erhält, sollte sofort die Polizei informieren. Notfälle im Krankenhaus werden immer medizinisch behandelt, selbst wenn die Person nicht versichert wäre.
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