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Spritpreis-Schock: 12-Uhr-Regel bringt Autofahrer weiter unter Druck

28. April 2026 2 Minuten gelesen
Spritpreis-Schock

Tank-Hölle in Deutschland

Berlin. Der Spritpreis-Schock trifft Millionen Autofahrer in Deutschland weiter hart. Seit Beginn des Irankriegs am 28. Februar zahlen Pendler, Familien und Betriebe deutlich mehr an der Zapfsäule. Benzin und Diesel erreichen ein Niveau, das viele Verbraucher zuletzt aus der Zeit nach Beginn des Ukraine-Kriegs kennen.

Besonders bitter: Die bisherigen Hilfen der Bundesregierung bringen offenbar nicht die erhoffte Entlastung. Im Gegenteil: Die neue 12-Uhr-Regel steht massiv in der Kritik. Seit dem 1. April dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich erhöhen – um 12 Uhr mittags. Preissenkungen bleiben dagegen jederzeit möglich.

ZEW-Studie sieht höhere Margen bei Benzin

Eine Analyse des ZEW Mannheim kommt zu einem brisanten Ergebnis. Nach Einführung der 12-Uhr-Regel verdienen Mineralölkonzerne im Schnitt rund 6 Cent pro Liter Benzin mehr als in den Wochen davor. Damit verschärft die Regel den Spritpreis-Schock aus Sicht der Forscher zusätzlich.

Auch der Staat profitiert laut einer Auswertung des BSW vom Teuer-Schock. Demnach lagen die Mehrwertsteuer-Einnahmen im März bei 26,2 Milliarden Euro. Das bedeutet ein Plus von 3,34 Milliarden Euro oder 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

ADAC fordert Ende der 12-Uhr-Regel

Der ADAC fordert nun, die Regel wieder abzuschaffen. Ein Sprecher nennt die Maßnahme kontraproduktiv. Seit der Einführung nutzten Mineralölkonzerne die einmalige Chance zur Preiserhöhung offenbar für Risikoaufschläge.

Börsenexperte Robert Halver von der Baader Bank spricht von politischem Aktivismus, der nichts bringe. Für viele Autofahrer bleibt damit nur der tägliche Preisvergleich. Besonders Pendler und Betriebe aus Logistik, Handwerk und Mittelstand geraten durch den Spritpreis-Schock weiter unter Druck.

Neues Entlastungspaket ab Juli geplant

Nach Informationen arbeitet die schwarz-rote Koalition bereits an einem weiteren Entlastungspaket. Es könnte spätestens zum 1. Juli starten. CDU/CSU-Fraktionsvize Sepp Müller sagt: Hält die Blockade der Straße von Hormus an, sollte die Politik ein drittes Entlastungspaket auflegen.

Im Zentrum könnten gezieltere Hilfen für Mittelstand, Logistik und Pendler stehen. Müller gehört zur Spritpreis-Taskforce von Union und SPD. Das Gremium trifft sich das nächste Mal am 8. Mai und will konkrete Maßnahmen vorlegen.

Preisnormalisierung kann Monate dauern

Eine schnelle Entspannung erwartet Müller nicht. Eine Preisnormalisierung werde Monate dauern. Gleichzeitig sieht er dauerhafte Subventionen aus Steuermitteln kritisch. Damit bleibt der Spritpreis-Schock für viele Autofahrer vorerst Alltag.

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