Stromausfall in Berlin: Mutmaßlicher Brandanschlag legt Südwesten lahm – 45.000 Haushalte ohne Strom
Berlin erlebt seit Samstag, dem 3. Januar 2026, einen großflächigen Stromausfall in Berlin. Im Südwesten der Hauptstadt sitzen rund 45.000 Haushalte ohne Elektrizität. Viele Wohnungen bleiben dadurch auch ohne Heizung und Warmwasser. Zudem trifft die Störung etwa 2.200 Gewerbebetriebe. Der Netzbetreiber rechnet damit, dass die vollständige Wiederversorgung erst am Donnerstag, dem 8. Januar, wieder steht.
Nach bisherigen Erkenntnissen brannte es an einer Kabeltrasse auf einer Strombrücke. Mehrere Leitungen fielen aus, und Einsatzkräfte sicherten den Bereich. Parallel laufen die Reparaturen, denn Techniker müssen neue Kabel setzen und die Versorgung Schritt für Schritt stabilisieren. Laut aktuellen Angaben kehrten bereits erste Haushalte ins Netz zurück. Insgesamt liefen bis zuletzt etwa 7.000 Anschlüsse wieder.
Polizei prüft Bekennerschreiben – Staatsschutz ermittelt
Die Ermittler gehen von einem politisch motivierten Angriff aus. Der Staatsschutz führt die Ermittlungen und prüft ein Bekennerschreiben, das eine linksextreme Gruppe für sich beansprucht. Medienberichten zufolge hält man das Schreiben für plausibel, allerdings läuft die Authentizitätsprüfung weiter. Am Tatort sicherten Kräfte außerdem Spuren im Schnee, die jetzt in die Auswertung gehen.
In der Debatte taucht der Name „Vulkangruppe“ auf. Diese Gruppierung soll seit 2011 immer wieder Sabotage gegen technische Infrastruktur angekündigt oder für sich reklamiert haben. In der Vergangenheit nannte sie unter anderem Angriffe auf Strom- und Kommunikationsanlagen. Auch der Brandanschlag auf das Tesla-Werk in Grünheide im Jahr 2024 spielte in diesem Kontext bereits eine Rolle.
Alltag im Ausnahmezustand: Einrichtungen und Familien betroffen
Der Stromausfall in Berlin trifft nicht nur Privathaushalte. Auch soziale Einrichtungen geraten unter Druck, weil Beleuchtung, Kühlung, Kommunikation und teils auch Heizsysteme ausfallen. Betroffene Bezirke müssen daher improvisieren. Viele Menschen laden Handys bei Freunden, organisieren warmes Essen außer Haus oder weichen vorübergehend aus. Gleichzeitig wächst die Sorge, weil die Temperaturen im Januar deutlich fallen können.
Der Netzbetreiber informiert laufend über die Lage, und die Polizei bittet um Hinweise, falls jemand verdächtige Beobachtungen rund um Anlagen oder Baustellen machte. Wer im betroffenen Bereich lebt, sollte wichtige Geräte stromlos schalten, Taschenlampen bereitlegen und sich über offizielle Kanäle auf dem Laufenden halten.
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Offizielle Infos und Services bietet der Netzbetreiber auf stromnetz.berlin. Hinweise nimmt auch die Polizei Berlin entgegen.
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