Stromausfall in Berliner Südwesten
Berlin erlebt nach Tagen der Unsicherheit eine spürbare Erleichterung: Ab 11 Uhr kehrt der Strom im gesamten Berliner Südwesten zurück. Nach dem gezielten Anschlag auf das Kraftwerk Lichterfelde gelang es den Einsatzkräften, die Stromversorgung deutlich früher als zunächst geplant wiederherzustellen.
Ursprünglich rechneten die Behörden erst am Donnerstag mit einer vollständigen Rückschaltung.
Großschadenslage beschleunigt Reparaturen
Die Ausrufung der Großschadenslage durch den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner brachte den entscheidenden Durchbruch. Die Maßnahme bündelte Personal, Technik und Abläufe und erlaubte es den Verantwortlichen, parallel an mehreren Standorten zu arbeiten. Laut Senatskanzlei beschleunigte diese koordinierte Vorgehensweise die Reparaturen erheblich.
Nach dem Anschlag am Samstag saßen rund 45.000 Haushalte und etwa 2.200 Unternehmen ohne Strom da. Techniker arbeiteten seither rund um die Uhr an provisorischen und dauerhaften Lösungen. Bereits bis Dienstagabend sank die Zahl der betroffenen Haushalte auf 19.900. Supermärkte öffneten wieder, und das Mobilfunknetz funktionierte größtenteils stabil.
Erfolgreiche Tests nach nächtlichen Arbeiten
In der Nacht schlossen Spezialisten von Stromnetz Berlin die entscheidenden Reparaturarbeiten in der Baugrube am Anschlagsort ab. Sie installierten drei sogenannte Muffenverbindungen. Unterstützung kam dabei von Fachkräften aus Hamburg, der Schweiz und Österreich. Der günstige Umstand: Die Experten mussten lediglich zwei Kunststoffkabel miteinander verbinden.
Nach Abschluss der Arbeiten deckten die Teams das reparierte Kabel mit Sand ab, um gefährliche Lichtbögen zu verhindern. Erste Tests am Morgen verliefen erfolgreich. Kai Wegner betonte, dass die parallele Arbeit an mehreren Standorten den schnellen Erfolg erst möglich gemacht habe.
Hinweise für betroffene Haushalte
Die Senatsverwaltung fordert alle Betroffenen im Südwesten Berlins auf, private Notstromaggregate spätestens bis 10.30 Uhr abzuschalten. Nur so lässt sich eine stabile Gesamtversorgung sicherstellen. Zusätzlich sollten Haushalte empfindliche Elektrogeräte vorübergehend vom Netz trennen.
Während der Rückschaltung kann es kurzzeitig zu erneuten Stromunterbrechungen von wenigen Minuten kommen. Nach der Wiederinbetriebnahme sollten Bürger zunächst auf stromintensive Geräte wie Waschmaschinen oder Trockner verzichten.
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Sie prüft unter anderem den Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, verfassungsfeindliche Sabotage, Brandstiftung sowie die Störung öffentlicher Betriebe. Damit unterstreichen die Behörden die Schwere des Angriffs auf die kritische Infrastruktur.
Weitere aktuelle Entwicklungen zu Einsätzen, Ermittlungen und Sicherheitslagen findest Du auch in unseren Bereichen News, Deutschland und Verkehr. Offizielle Informationen stellen zudem die Bundesanwaltschaft und die Polizei Berlin bereit.
