Schlagwort: BKA

  • Bundesweiter Aktionstag gegen strafbare Inhalte im Internet

    Bundesweiter Aktionstag gegen strafbare Inhalte im Internet

    140 Ermittlungsverfahren in allen Bundesländern

    Deutsche Strafverfolgungsbehörden sind heute zeitgleich in allen 16 Bundesländern gegen strafbare Inhalte im Internet vorgegangen. Die Maßnahmen betreffen rund 140 Ermittlungsverfahren aus sämtlichen Phänomenbereichen der politisch motivierten Kriminalität (PMK). Das Bundeskriminalamt (BKA) koordinierte den Aktionstag in seiner Funktion als Zentralstelle der deutschen Polizei.

    Ermittlungen in allen Phänomenbereichen der PMK

    Die Verfahren erstrecken sich über die Bereiche PMK -rechts-, PMK -links-, PMK -sonstige Zuordnung- sowie vereinzelt PMK -religiöse Ideologie- und PMK -ausländische Ideologie-. Etwas mehr als die Hälfte der Fälle ordnen die Behörden dem Bereich PMK -rechts- zu.

    Den Ermittlungen liegen unter anderem Straftatbestände wie Volksverhetzung (§ 130 StGB), das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen (§ 86a StGB), die Belohnung und Billigung von Straftaten (§ 140 StGB) sowie Beleidigung (§ 185 StGB) zugrunde. Beispielhaft nennen die Behörden das Posting eines Fotos, auf dem mehrere Personen den Hitlergruß zeigen und eine Hakenkreuzfahne präsentieren.

    Durchsuchungen und Beweissicherungen

    Die örtlich zuständigen Polizeidienststellen luden Beschuldigte vor oder suchten sie an ihren Wohnanschriften auf. Einsatzkräfte sicherten Beweise auf Smartphones und anderen digitalen Geräten. In mehreren Fällen vollstreckten Ermittler zudem richterliche Durchsuchungsbeschlüsse.

    In Rheinland-Pfalz beteiligten sich alle fünf Polizeipräsidien am Aktionstag. Dort vollstreckten Einsatzkräfte vier Durchsuchungsbeschlüsse in Trier, Schwabenheim an der Selz, Ludwigshafen und Koblenz. Darüber hinaus planten die Behörden drei Vernehmungen. Präventionsveranstaltungen begleiteten die Maßnahmen.

    Rolle des BKA und der Zentralen Meldestelle

    Das Bundeskriminalamt (BKA) betreibt in seiner Zentralstellenfunktion die Zentrale Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI). Kooperationspartner wie Landesmedienanstalten oder staatlich geförderte Meldestellen, darunter „REspect!“, übermitteln vorbewertete Hinweise auf potenziell strafbare Inhalte im Internet.

    Die ZMI prüft diese Inhalte auf strafrechtliche Relevanz. Erkennt sie einen Anfangsverdacht, ermittelt sie die örtliche Zuständigkeit und gibt die Vorgänge an die Strafverfolgungsbehörden der Länder ab. Dort prüfen Juristen die Inhalte erneut und entscheiden über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens sowie weitere polizeiliche Maßnahmen. Etwa die Hälfte der aktuellen Verfahren basiert auf Meldungen über die ZMI.

    Was Bürger gegen strafbare Inhalte im Internet tun können

    Strafbare Inhalte im Internet können Radikalisierung fördern und Gewalttaten begünstigen. Bürger können aktiv zur Bekämpfung beitragen:

    Anzeige erstatten

    Wer strafbare Inhalte entdeckt oder selbst betroffen ist, sollte Anzeige bei der örtlichen Polizei erstatten. Viele Bundesländer bieten dafür Onlineportale an. Eine Übersicht der Onlinewachen stellt das Portal der deutschen Polizei bereit: portal.onlinewache.polizei.de.

    Inhalte melden

    Nutzer können strafbare Beiträge direkt bei den jeweiligen Plattformbetreibern melden und die Löschung verlangen. Zusätzlich nehmen Meldestellen wie „REspect!“ oder die Landesmedienanstalten Hinweise entgegen und leiten diese an die ZMI weiter.

    Weitere Informationen zur Bekämpfung von strafbaren Inhalten im Internet veröffentlicht das BKA unter: www.bka.de/StrafbareInhalteimInternet.

  • 50.0000 verschwundene Waffen in Deutschland

    50.0000 verschwundene Waffen in Deutschland

    Verschwundene Waffen in Deutschland: Fast 50.000 Schusswaffen und Teile plötzlich weg

    In Deutschland besitzen rund zwei Millionen Jäger, Sportschützen und Waffensammler legal Schusswaffen. Insgesamt lagern in privaten Haushalten mehr als fünf Millionen Waffen. Trotzdem meldeten Behörden zuletzt auffällig viele Verluste. Neue Zahlen aus dem Bundesinnenministerium zeigen: Immer mehr Waffen tauchen nicht mehr auf.

    Zahlen aus dem Nationalen Waffenregister: Bestand steigt, aber auch die Verluste

    Das Nationale Waffenregister (NWR) erfasst Waffen und wesentliche Teile, die Geschosse verschießen können. Für Ende 2025 nennt die Statistik einen großen Bestand in Privathand. Gleichzeitig wächst der Anteil der Fälle, in denen Waffen als gestohlen oder verschwunden gelten. Damit rückt das Thema verschwundene Waffen in Deutschland erneut in den Fokus.

    • Waffen in Privathand: 5.011.020
    • Waffenteile in Privathand: 526.387

    Außerdem stieg die Zahl der registrierten Waffen und Teile in den vergangenen zehn Jahren um 3,8 Prozent. Viele Besitzer sichern ihre Schusswaffen in schweren Waffenschränken. Dennoch handeln Täter gezielt, und sie setzen offenbar auch auf Einbruch sowie Gewalt gegen Sicherungen.

    Fast 50.000 Meldungen: gestohlen oder verloren

    Mit Stand vom 31. Dezember 2025 meldeten Behörden im NWR fast 50.000 Waffen und Waffenteile als gestohlen oder verschwunden. Die Details zeigen zwei große Blöcke: Diebstahl und Verlust. Genau hier entsteht das Risiko, weil verschwundene Waffen in Deutschland den illegalen Markt speisen können.

    Die konkreten Meldungen im Überblick

    • Gestohlen: 9.058 Waffen und 324 Waffenteile (zusammen 9.382)
    • Verloren: 38.277 Waffen und 920 Waffenteile (zusammen 39.197)

    In Summe gelten damit 48.579 Waffen und Waffenteile als nicht mehr auffindbar. Seit 2019 stieg dieser Wert laut den Zahlen um 148 Prozent. Diese Entwicklung betrifft nicht nur einzelne Regionen, sondern das gesamte Lagebild.

    Polizeigewerkschaft warnt: Täter handeln skrupellos

    Der stellvertretende Vorsitzende der DPolG, Manuel Ostermann, bewertet die vielen Diebstähle als alarmierend. Er sieht Schwerkriminelle am Werk. Sie brechen in Häuser ein, sie knacken Waffenschränke, und sie nehmen funktionsfähige Waffen mit. Danach landen die Stücke nach seiner Einschätzung häufig auf dem Schwarzmarkt. Deshalb fordert er mehr Mittel, mehr Befugnisse und mehr Spezialisten, um den Handel zu stoppen.

    Mehr Hintergründe findest Du auch in unseren Rubriken: Deutschland, Fahndung und Verkehr. Offizielle Infos liefert das Bundesinnenministerium sowie das BKA-Lagebild zur Waffenkriminalität.

    Wichtige Polizeimeldungen aus der ganzen Welt findest Du hier.

  • Geldwäscheverdacht: Razzien bei der Deutschen Bank in Frankfurt und Berlin

    Geldwäscheverdacht: Razzien bei der Deutschen Bank in Frankfurt und Berlin

    Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank: BKA durchsucht Zentrale in Frankfurt – Spur führt zu Roman Abramowitsch

    Frankfurt/Berlin – Eine Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank sorgt aktuell für große Aufmerksamkeit: Das Bundeskriminalamt (BKA) durchsucht die Konzernzentrale des Geldhauses in Frankfurt am Main sowie weitere Räumlichkeiten in Berlin. Im Raum steht der Verdacht der Geldwäsche, wie mehrere Medien berichten.

    Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt dabei gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter.

    Nach ersten Informationen begann die Maßnahme am Mittwochvormittag gegen 10 Uhr. Demnach betraten rund 30 Ermittler in Zivil das Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt. Im Fokus stehen offenbar frühere Geschäftsbeziehungen des Instituts zu ausländischen Gesellschaften, die unter Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben. Damit rückt die Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank erneut in den Mittelpunkt einer sensiblen Debatte rund um Compliance und Kontrollmechanismen großer Finanzhäuser.

    Staatsanwaltschaft nennt keine Details zu Umfang und Transaktionen

    Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt erklärte, dass aktuell keine weiteren Angaben möglich seien. Wörtlich hieß es: „Zu dem Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank AG erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, können keine weiteren Angaben gemacht werden.“

    Auch die Deutsche Bank selbst bestätigte die Durchsuchungen. Ein Sprecher teilte auf Anfrage mit: „Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird. Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen.“

    Worum geht es bei den Durchsuchungen genau?

    Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ sollen die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch stehen. Abramowitsch (59), früherer Eigentümer des Fußballklubs FC Chelsea, steht seit März 2022 im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf der Sanktionsliste der EU. Medienberichten zufolge war er in der Vergangenheit Kunde bei der Deutschen Bank.

    Das mögliche Problem für das Frankfurter Geldhaus: Nach SZ-Informationen soll die Bank es versäumt haben, eine oder mehrere Verdachtsmeldungen zu Firmen aus dem Umfeld Abramowitschs rechtzeitig abzugeben. Genau hier setzt die Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank an, denn bei Finanztransaktionen mit auffälligen Mustern greifen strenge Meldepflichten.

    Ungünstiger Zeitpunkt für Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing

    Brisant: Die Durchsuchung kommt für die Deutsche Bank zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Bereits am Donnerstag will Vorstandschef Christian Sewing (55) den höchsten Gewinn seit vielen Jahren präsentieren. Doch statt positiver Schlagzeilen drohen nun kritische Fragen zur internen Kontrolle, zu möglichen Versäumnissen und zur Rolle des Instituts bei früheren Geschäftsbeziehungen.

    Für die Bank bedeutet die Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank nicht nur ein akutes Ermittlungsverfahren, sondern auch ein erhebliches Reputationsrisiko. Denn gerade international agierende Banken stehen seit Jahren unter besonderer Beobachtung, wenn es um Geldwäscheprävention und Sanktionstreue geht.

    Einordnung: Warum solche Ermittlungen besonders sensibel sind

    Ermittlungen wegen möglicher Geldwäsche treffen Banken besonders hart, weil sie das Vertrauen von Kunden, Investoren und Behörden direkt berühren. Gleichzeitig gelten für Finanzinstitute umfangreiche Regeln zur Überwachung von Transaktionen, zur Identifizierung von Kunden und zur Abgabe von Verdachtsmeldungen. Wenn Behörden in diesem Bereich eingreifen, prüfen sie häufig, ob interne Prozesse ausreichend funktioniert haben oder ob es Lücken gab.

    Weitere Informationen und Hintergründe zu Ermittlungen und Polizeieinsätzen findest Du auch in unserem Bereich News sowie in der Rubrik Deutschland.

    Offizielle Hinweise und aktuelle Informationen zu Ermittlungen und Sicherheitslage veröffentlicht unter anderem das Bundeskriminalamt. Details zu Ermittlungsverfahren nennt zudem häufig die zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt.

    Wichtige Polizeimeldungen aus der ganzen Welt findest Du hier.

  • Schüsse in Berlin

    Schüsse in Berlin

     

    Schüsse in Berlin: Im Schnitt alle 17 Stunden knallt es

    Berlin erlebt seit Monaten immer wieder Schussabgaben, und zwar so regelmäßig, dass im Schnitt alle 17 Stunden ein Schuss fällt. Diese Entwicklung erschreckt viele Menschen, doch sie verlangt vor allem eine nüchterne Einordnung. Deshalb ordne ich die wichtigsten Zahlen ein, zeige Hintergründe auf und erkläre, welche Maßnahmen jetzt wirklich greifen.

    Die Lage in Zahlen – was wirklich dahinter steckt

    Die Polizeiliche Kriminalstatistik der Polizei Berlin und die bundesweiten Auswertungen des Bundeskriminalamts liefern die Grundlage: Fallzahlen zu Gewalt- und Waffendelikten zeigen seit Jahren deutliche Schwankungen, jedoch bleibt das Schusswaffen-Geschehen in der Hauptstadt überdurchschnittlich präsent. Rechnet man die gemeldeten Schussabgaben auf das Jahr und den Tagesverlauf herunter, ergibt sich im Schnitt ein Schussereignis etwa alle 17 Stunden. Diese Faustzahl bildet natürlich nur einen Durchschnitt ab, doch sie veranschaulicht die Dynamik.

    Hotspots, Muster und Tatkontexte

    Schüsse fallen besonders häufig im Umfeld von Konflikten zwischen Gruppen, bei Raubdelikten sowie in Eskalationslagen im Straßenverkehr. Nicht selten mischen Drogenhandel, Schulden oder alte Feindschaften mit. Außerdem verzeichnen Ermittler immer wieder Einsätze mit Schreckschusswaffen, die zwar anders bewertet werden, aber dennoch Anwohner beunruhigen. Gleichzeitig registriert die Polizei Phasen mit geballten Vorfällen, während es an anderen Tagen ruhig bleibt – der Durchschnittswert bleibt dennoch hoch.

    Warum die Zahl steigt – und was dagegen hilft

    Mehr Ermittlungsdruck, bessere Anzeigenbereitschaft und zielgerichtete Kontrollen führen zu mehr erfassten Taten, doch sie decken auch reale Brennpunkte auf. Deshalb setzt die Polizei auf lageorientierte Präsenz, Schwerpunktkontrollen, schnelle Auswertung von Spuren und engere Kooperation mit Staatsanwaltschaften. Außerdem bringen Kameraauswertungen und digitale Ermittlungswerkzeuge spürbare Fortschritte, sodass Täter schneller identifiziert werden.

    Das bedeutet die Entwicklung für Berlin

    • Sichtbarkeit der Polizei: Mehr Präsenz senkt Eskalationsrisiken und erhöht Aufklärungsquoten.
    • Druck auf Szene-Treffpunkte: Kontrollschwerpunkte stören kriminelle Abläufe.
    • Konsequente Strafverfolgung: Schnelle Haftentscheidungen entfalten abschreckende Wirkung.

    So bleiben Bürger sicher – praktische Tipps

    Wer Schüsse, Streit mit Waffen oder verdächtige Personen bemerkt, ruft sofort 110 und bleibt auf Distanz. Zudem notiert man, soweit gefahrlos möglich, Kennzeichen, Fluchtrichtung oder auffällige Kleidung. Danach informiert man weitere Zeugen in sicherem Abstand und wartet auf Einsatzkräfte. Für aktuelle Entwicklungen lohnt der Blick in unsere Rubriken News, Deutschland und Fahndungen, weil dort regelmäßig Ermittlungsstände und Gesuche erscheinen.

    Fazit

    Berlin bleibt beim Thema Schussabgaben ein Brennpunkt. Dennoch zeigen gezielte Polizeimaßnahmen Wirkung, und zwar immer dann, wenn Präsenz, Ermittlungsdruck und schnelle Justiz ineinandergreifen. Weil die Entwicklung dynamisch bleibt, zählen nun verlässliche Daten, konsequente Kontrollen und wachsame Zeugen – so dreht die Stadt die Spirale der Gewalt Schritt für Schritt nach unten.

  • Lehrer in Erfurt missbraucht Schülerin über Jahre – Gericht verhängt Haftstrafe

    Lehrer in Erfurt missbraucht Schülerin über Jahre – Gericht verhängt Haftstrafe

    Schock an Erfurter Gymnasium – Lehrer missbraucht Schülerin über Jahre

    Erfurt (Thüringen) – Ein Lehrer aus Erfurt hat über Jahre hinweg eine Schülerin sexuell missbraucht. Das Landgericht Erfurt verurteilte den heute 63-jährigen Pädagogen zu fünf Jahren und drei Monaten Haft. Zwischen 2016 und 2020 nutzte er seine Vertrauensstellung aus und verging sich in über 80 Fällen an dem Mädchen.

    Missbrauch in Schule, auf Fahrten und zu Hause

    Nach den Ermittlungen begann der Missbrauch, als das Opfer erst 13 Jahre alt war. Der Lehrer nutzte jede Gelegenheit – im Unterricht, auf Klassenfahrten und in seiner Wohnung. Der Vorsitzende Richter Holger P. fand klare Worte: „Das psychisch labile Mädchen suchte eine Schulter zum Anlehnen – er machte daraus einen langjährigen sexuellen Missbrauch.“

    Das Gericht bezeichnete den Angeklagten als „charakterlich ungeeignet“ für den Lehrerberuf. Mit dem Urteil wolle man ein deutliches Zeichen setzen: Wer in einem geschützten Raum wie einer Schule Straftaten begehe, müsse mit harten Konsequenzen rechnen.

    Kritik an Schule und zweitem Lehrer

    Im Prozess wurden auch schwere Vorwürfe gegen die Schule laut. Das Opfer hatte sich einem Vertrauenslehrer anvertraut – doch dieser soll selbst übergriffig geworden sein. Gegen den 57-Jährigen läuft ein separates Verfahren. Laut Anklage tauschte er pornografische Bilder mit der Schülerin aus und soll auch andere Schülerinnen missbraucht haben.

    Auch der Schulleiter geriet in die Kritik. Als die Gymnasiastin Hilfe suchte, wies er sie ab. Der Vorsitzende Richter sagte dazu: „Mit dem Schulleiter hätte ich gerne Tacheles geredet.“ Erst als sich das Opfer Jahre später ihrem Freund anvertraute, kam der Fall ans Licht.

    Die Polizei nahm den Lehrer am 16. Juni 2025 im Schulgebäude fest.

    „Klima des Wegschauens“ an Schulen

    Staatsanwältin Dorothee Ohlendorf kritisierte das System scharf: „In vielen Schulen herrscht ein Klima des Wegschauens und Negierens.“ Opfer hätten es schwer, sich zu öffnen. Sie forderte alle, die von Übergriffen erfahren, dazu auf, sofort Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

    Die heute 22-jährige Frau trat im Prozess als Nebenklägerin auf. Viele Mitschüler waren im Gerichtssaal anwesend. Der Angeklagte gestand seine Taten vollständig und entschuldigte sich bei seinem Opfer. Neben der Haftstrafe muss er 30.000 Euro Schadensersatz im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs zahlen.

    Appell für mehr Schutz in Bildungseinrichtungen

    Der Fall aus Erfurt zeigt, wie verletzlich Kinder und Jugendliche in Schulen sein können. Experten fordern klare Präventionsstrategien und Schulungen für Lehrkräfte, um Missbrauch frühzeitig zu erkennen. Eltern, Lehrer und Schüler sollen ermutigt werden, Verdachtsfälle offen anzusprechen und gemeinsam gegen sexuelle Gewalt vorzugehen.

    Mehr aktuelle Meldungen zu bundesweiten Ermittlungen finden Sie auf blaulichtmyk.de/deutschland/ und blaulichtmyk.de/news/. Informationen zu Opferschutz und Prävention bietet die Polizei sowie das Bundeskriminalamt (BKA).

  • Großangelegte Durchsuchungen wegen Hasspostings in ganz Deutschland

    Großangelegte Durchsuchungen wegen Hasspostings in ganz Deutschland

    Bundesweiter Aktionstag gegen Hasskriminalität

    Am Mittwochmorgen, 25. Juni 2025, kam es bundesweit zu einem Großeinsatz der Polizei.

    Das Bundeskriminalamt (BKA) koordinierte 180 Maßnahmen in mehr als 140 Ermittlungsverfahren.

    Im Zentrum standen Hasspostings im Internet und strafbare Äußerungen auf sozialen Medien.
    Die Maßnahmen richteten sich gegen 65 Wohnungen mutmaßlicher Täterinnen und Täter.

    Dabei wurden deutschlandweit zahlreiche Beschuldigte vernommen.

    Volksverhetzung und verfassungsfeindliche Symbole im Fokus

    Die Ermittlungen betreffen verschiedenste Tatvorwürfe.

    Dazu zählen Volksverhetzung, Beleidigung, Aufruf zu Straftaten und das Verwenden
    verbotener Symbole.

    Wie das BKA mitteilt, lassen sich zwei Drittel der Postings dem rechtsextremen Spektrum zuordnen.

    Einzelfälle stammen aus dem linken oder religiös motivierten Umfeld sowie ausländischen
    Ideologien.

    Aufrufe zum Mord in sozialen Netzwerken

    Besonders brisant sind Fälle aus Hessen.

    Dort wurden Ermittlungen gegen Beschuldigte geführt, die in Facebook-Gruppen zur Ermordung von Menschen aufgerufen haben sollen.

    Einige Tatverdächtige waren bereits polizeibekannt und standen erneut im Fokus.

    Zentrale Ermittlungsstelle des BKA aktiv gegen Online-Hass

    Die Durchsuchungen sind Teil des mittlerweile zwölften Aktionstages gegen Hasskriminalität.

    Viele Verfahren entstanden durch gezielte Ermittlungen der BKA-Zentralstelle.

    Diese analysiert regelmäßig strafrechtlich relevante Inhalte auf Plattformen wie Facebook, X und Telegram. Ziel ist es, Täter zu identifizieren und konsequent zur Rechenschaft zu ziehen.

    Hasskriminalität wird nicht toleriert

    Die Behörden betonen:

    Hass im Netz ist kein Kavaliersdelikt. Er birgt die Gefahr der Radikalisierung und dient oft als Nährboden für reale Gewalt. Die Justiz geht entschlossen gegen Hetze vor – auch im digitalen Raum.

  • 20-Jähriger wegen schwerer Online-Straftaten festgenommen – Verdacht auf Mord und Cybergrooming

    20-Jähriger wegen schwerer Online-Straftaten festgenommen – Verdacht auf Mord und Cybergrooming

    Soko Mantacore vollstreckt Haftbefehl wegen Verdachts des vollendeten und versuchten Mordes

    Am 17. Juni 2025 verhafteten Einsatzkräfte der Sonderkommission „Mantacore“ einen 20-jährigen Mann in Hamburg. Unterstützt wurden sie dabei von Spezialeinheiten der Polizei.

    Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg wurde auch seine Wohnung durchsucht.

    Hintergrund ist ein umfangreiches Ermittlungsverfahren im Bereich Cybergrooming und sexualisierte Gewalt im Internet. Das Verfahren wird von der Abteilung 74 der Staatsanwaltschaft geführt. Die Ermittlungen zeigen internationale Verbindungen.

    Schwere Vorwürfe gegen den Tatverdächtigen

    Dem Mann wird vorgeworfen, zwischen seinem 16. und 19. Lebensjahr mehr als 120 Straftaten begangen zu haben.

    Die Taten richteten sich gegen insgesamt acht Kinder und Jugendliche.

    Die Delikte betreffen das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die sexuelle Selbstbestimmung.

    Die Kontakte fanden über soziale Medien und verschlüsselte Plattformen statt.

    Mitglied der Online-Gruppierung „764“

    Der Tatverdächtige soll ein aktives Mitglied der extremistischen Online-Community „764“ gewesen sein.

    Diese Gruppe ist international vernetzt und auf besonders verletzliche Kinder und Jugendliche ausgerichtet.

    Ziel war es, die Betroffenen emotional abhängig zu machen.

    Auf dieser Basis soll der Verdächtige seine Opfer zu Selbstverletzungen und sexuellen Handlungen gedrängt haben.

    Taten unter Live-Zuschauern im Netz

    Die Kinder und Jugendlichen verletzten sich laut Ermittlungen teilweise live vor der Kamera.

    Der Täter soll die Aufnahmen gespeichert haben, um die Opfer mit der Veröffentlichung zu erpressen.

    Ein Opfer, ein 13-jähriger Junge aus dem Ausland, beging Suizid vor laufender Kamera.

    Laut den Ermittlern geschah dies auf Anweisung über ein anderes, bereits manipuliertes Kind.

    Verdacht: Mord in mittelbarer Täterschaft

    Die Staatsanwaltschaft Hamburg geht derzeit von Mord in mittelbarer Täterschaft aus.

    Auch in weiteren Fällen soll der Beschuldigte Suizidversuche ausgelöst haben.

    Der Mann sitzt seit dem 17. Juni 2025 in Untersuchungshaft.

    Er wird zudem beschuldigt, kinderpornografisches Material erstellt und verbreitet zu haben.

    Polizei und Staatsanwaltschaft warnen Eltern und Erziehungsberechtigte

    Im Rahmen einer Pressekonferenz informierten der Polizeipräsident, der Generalstaatsanwalt und das Landeskriminalamt über den Fall.

    Dabei wurde eindringlich auf Gefahren im digitalen Raum hingewiesen.

    So schützen Sie Kinder vor Online-Missbrauch

    • Sprechen Sie offen mit Ihren Kindern über deren Online-Kontakte.

    • Nutzen Sie Jugendschutzprogramme und Kindersicherungen.

    • Seien Sie präsent, wenn Kinder und Jugendliche soziale Netzwerke nutzen.

    • Achten Sie auf plötzliche Verhaltensänderungen oder Rückzug.

    • Misstrauen Sie anonymen Geschenken oder ungeklärten Geldeingängen.

    • Beobachten Sie, ob Ihr Kind auffällig viel Zeit allein am Bildschirm verbringt.

    Mehr Tipps finden Sie auf www.klicksafe.de.

    Warnzeichen ernst nehmen

    Folgende Hinweise können auf Manipulation durch Täter im Netz hindeuten:

    • Extreme Rückzugstendenzen

    • Nutzung schwer einsehbarer Apps wie Telegram, Discord

    • Verletzungen am Körper (Schnittwunden, Symbole)

    • Verschlechterung der schulischen Leistungen

    • Interesse an extremen Online-Inhalten oder Verschwörungserzählungen

    • Plötzliche Angst vor bestimmten Online-Kontakten

    • Aggressives oder auffällig stilles Verhalten

    Diese Zeichen können Hinweise auf psychische Manipulation sein.

    Nehmen Sie Verdachtsmomente ernst und wenden Sie sich an die Polizei.

  • Bundespolizei verhaftet mutmaßlichen Steuerhinterzieher

    Bundespolizei verhaftet mutmaßlichen Steuerhinterzieher

    Bundespolizei verhaftet mutmaßlichen Steuerhinterzieher

    Frankfurt/Main

    Am 5. Juni 2025 gelang es Einsatzkräften der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt am Main, einen per Haftbefehl gesuchten Steuerhinterzieher nach seiner Ankunft aus Hong Kong festzunehmen. Die Festnahme erfolgte nach einem Fahndungshinweis des Bundeskriminalamtes.

    Dem 57-jährigen deutsch-irakischen Staatsangehörigen wird vorgeworfen, als Geschäftsführer mehrerer Firmen in sieben Fällen Steuern hinterzogen zu haben.

    Er soll während der Corona Pandemie Rechnungsbeträge für aus China importierte Mund-Nasen-Schutzmasken gefälscht und so Steuerverkürzungen in Höhe von rund 115.000 Euro bewirkt haben.

    Der Beschuldigte wurde noch am selben Tag dem Haftrichter beim Amtsgericht Frankfurt am Main vorgeführt.

  • Razzia wegen Terrorverdachts in mehreren Bundesländern

    Razzia wegen Terrorverdachts in mehreren Bundesländern

    Großangelegte Durchsuchungen wegen Terrorverdachts in sechs Bundesländern

    Die Bundesanwaltschaft lässt seit heute Morgen (26. März 2025) aufgrund von Beschlüssen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs insgesamt 19 Objekte (davon acht in Hessen,
    vier in Nordrhein-Westfalen, drei in Bayern, zwei in Baden-Württemberg sowie jeweils eins
    in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz) durchsuchen.
    Eine weitere Durchsuchung
    findet zeitgleich in Dänemark statt.

    Die Maßnahmen richten sich gegen 17 namentlich bekannte Beschuldigte.

    Sie sind der Gründung und/oder Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung verdächtig (§ 129 Abs. 1 StGB, § 129a Abs. 1 Nr. 1 StGB). Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen sollen die Beschuldigten in Deutschland leitende Funktionen für die sogenannte “Brigade N’Hamedu” übernommen haben.

    Dabei handelt es sich um eine auch international vernetzte Gruppierung, deren erklärtes Ziel es ist,
    die Regierung in Eritrea zu stürzen.

    Der Ableger in Deutschland ist spätestens seit dem Jahr 2022 aktiv und verfolgt sein Anliegen auch
    durch Gewaltaktionen gegen hiesige Veranstaltungen, die von der eritreischen Regierung unterstützt werden. Dabei erachten einige Mitglieder der Vereinigung Gewalt gegen deutsche staatliche Institutionen und Repräsentanten der Staatsgewalt – beispielsweise Polizeikräfte, die zum Schutz der
    Veranstaltungen eingesetzt werden – als legitimes Mittel.

    In diesem Zusammenhang besteht der Verdacht, dass die “Brigade N’Hamedu” gewaltsame Ausschreitungen anlässlich der sogenannten Eritrea-Festivals in Gießen am 20. August 2022 und
    am 7./8. August 2023 sowie des Seminars eines eritreischen Vereins in Stuttgart am 16. September 2023 orchestriert hat. Bei diesen Vorgängen wurden zahlreiche Polizeibeamte zum Teil erheblich
    verletzt.

    Die heutigen Maßnahmen dienen dazu, die bestehenden Verdachtsmomente zu objektivieren.

    Bei den Einsätzen in Deutschland sind über 200 Beamte des Bundeskriminalamts und Polizeikräfte
    der Länder im Einsatz. Festnahmen sind nicht erfolgt.

    Ein weiterer Beschuldigter, der sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland eine Führungsposition innerhalb der “Brigade N’Hamedu” bekleidet haben soll, wurde kürzlich von einem niederländischen Gericht wegen seiner Beteiligung an Ausschreitungen am 17. Februar 2024 in Den Haag zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

  • Erfolgreicher Schlag gegen die zwei weltweit größten Cybercrime-Plattformen

    Erfolgreicher Schlag gegen die zwei weltweit größten Cybercrime-Plattformen

    Strafverfolgungsbehörden schalten die zwei weltweit größten Cybercrime-Foren mit über 10 Millionen registrierten Nutzern ab

    Wiesbaden

    Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) sind im Zeitraum vom 28.-30.01.2025 gemeinsam
    mit Strafverfolgungsbehörden aus den USA, Australien, Spanien, Griechenland, Rumänien, Italien und Frankreich gegen die beiden größten Handelsplattformen für Cybercrime im Internet vorgegangen.

    Hierbei handelte es sich um die Webseiten “nulled.to” und “cracked.io”, die als Foren für
    Cybercrime-Dienstleistungen aufgebaut waren und damit wichtige Einstiegspunkte in die als “Underground Economy” bezeichnete Schattenwirtschaft des Phänomenbereichs Cybercrime darstellten.

    Internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Cybercrime

    Im Rahmen der international abgestimmten Operation “Talent” unter Führung der deutschen Behörden und Beteiligung von Europol wurden insgesamt sieben Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt,
    67 Geräte, darunter 17 Server, zwölf Accounts und zwölf kriminell genutzte Domains in zehn Ländern beschlagnahmt sowie die Plattformen abgeschaltet. Zudem wurden ein Zahlungsdienstleister sowie ein Hosting-Dienst vom Netz genommen, die unmittelbar zum Wirtschaftsgeflecht der Plattformen gehörten.

    Foren mit Millionen registrierter Nutzerkonten

    Die Webseiten “nulled.to” und “cracked.io” waren seit 2015 bzw. 2018 mit jeweils rund fünf Millionen registrierten Nutzerkonten die beiden größten Handelsplattformen der Underground Economy im Internet.

    Die Plattformen waren durch gleiche Administratoren miteinander verbunden, was sich in einem ähnlichen technischen und strukturellen Aufbau zeigte. Beide Webseiten waren als Forum organisiert,
    auf dem kriminelle Angebote in den Kategorien DDoS (Distributed-Denial-of-Service), Malware,
    Cracking- & Hackingtools oder Leaks geschaltet und abgerufen werden konnten.

    Häufig gehandelt wurden beispielsweise Programme, die für die Vorbereitung oder Durchführung von Hacking-Angriffen oder für die Veröffentlichung ausgespähter Daten von Institutionen und Unternehmen verwendet werden können. Zusätzlich boten diese Foren KI-basierte Tools und Skripte an, die automatisiert Sicherheitslücken aufspüren oder Angriffe optimieren konnten. Zudem wurden auch Phishing-Techniken geteilt, bei denen KI zur Erstellung personalisierter Nachrichten eingesetzt wurde.
    Mit dem Betrieb der beiden Plattformen setzten die Beschuldigten zuletzt mehr als eine Million Euro jährlich um.

    Acht Verdächtige identifiziert

    Im Zuge der seit März 2024 laufenden Ermittlungen wurden insgesamt acht Personen identifiziert,
    die unmittelbar am Betrieb der kriminellen Handelsplattformen mitgewirkt haben sollen, darunter zwei deutsche Staatsbürger im Alter von 29 und 32 Jahren mit Lebensmittelpunkt in dem Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein) und in Valencia (Spanien).

    Gegen die beiden deutschen Beschuldigten besteht der Verdacht des gewerbsmäßigen Betreibens krimineller Handelsplattformen im Internet gemäß § 127 des Strafgesetzbuches, der für den Fall einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorsieht.

    Die weiteren Beschuldigten, eine Frau im Alter von 27 Jahren sowie Männer im Alter von 21 bis 29 Jahren, werden sich in Verfahren der amerikanischen, spanischen, griechischen und italienischen Strafverfolgungsbehörden nach dortigem Recht verantworten müssen. Insgesamt wurden zwei Personen, darunter ein deutscher Staatsbürger, festgenommen. Zudem konnten Vermögenswerte im mittleren sechsstelligen Bereich gesichert werden.

    Im Zuge der Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden wurden auch die IT-Infrastrukturen der kriminellen Plattformen sichergestellt. Die sichergestellten Daten wie E-Mail-Adressen, IP-Adressen und Kommunikationsverläufe der über 10 Millionen registrierten Nutzerkonten sind Grundlage für weitere internationale Ermittlungen gegen kriminelle Verkäufer und Nutzer der Plattformen.

    Weitere Informationen zur Operation Talent sind unter folgendem Link auf der BKA-Webseite abrufbar: www.bka.de/nulled-cracked

  • Erfolgreicher Schlag gegen Cyberkriminalität – BKA zerschlägt illegalen Online-Marktplatz

    Erfolgreicher Schlag gegen Cyberkriminalität – BKA zerschlägt illegalen Online-Marktplatz

    Erfolgreicher Schlag gegen Cyberkriminalität: „Crimenetwork“ zerschlagen

    Wiesbaden/Frankfurt am Main –

    Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) und der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt haben die größte deutschsprachige Handelsplattform für illegale Waren und Dienstleistungen zerschlagen. Die Plattform, bekannt als „Crimenetwork“, war ein zentraler Umschlagplatz für gestohlene Daten, Drogen und gefälschte Dokumente.

    Administrator festgenommen

    Ein 29-jähriger Mann, der als technischer Administrator der Plattform agierte, wurde festgenommen.
    Er wird beschuldigt, über viele Jahre hinweg maßgeblich an der Organisation und Verwaltung der Plattform beteiligt gewesen zu sein. Bereits am Montag wurde er dem Haftrichter vorgeführt und befindet sich nun in Untersuchungshaft.

    Abschaltung der technischen Infrastruktur

    Im Zuge der Ermittlungen wurden die zur Plattform gehörenden Server abgeschaltet. Damit ist „Crimenetwork“ nicht mehr erreichbar. Nach Angaben der Behörden war dies ein entscheidender Schritt, um den illegalen Handel auf der Plattform zu unterbinden.

    Plattform mit langer Geschichte

    „Crimenetwork“ existierte seit 2012 und war über ein Jahrzehnt hinweg eine zentrale Handelsplattform
    in der deutschsprachigen Untergrundökonomie.

    Die Plattform hatte zuletzt mehr als 100.000 registrierte Nutzer sowie über 100 aktive Verkäufer.
    Kunden und Verkäufer sollen vor allem aus dem deutschsprachigen Raum stammen.

    Fokus auf gestohlene Daten und gefälschte Dokumente

    Das Angebot von „Crimenetwork“ umfasste eine Vielzahl illegaler Waren und Dienstleistungen.
    Besonders gefragt waren gestohlene Daten, gefälschte Pässe und Führerscheine sowie
    Drogen.
    Die Plattform war für ihre Professionalität und ihr breites Angebot bekannt.

    Konsequenzen für die Cyberkriminalität

    Die Zerschlagung von „Crimenetwork“ ist ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen Cyberkriminalität.
    Sie zeigt, dass auch im Darknet aktive Plattformen nicht unantastbar sind. Die Behörden betonen,
    dass sie weiterhin gezielt gegen solche Strukturen vorgehen werden.

    Aufruf zur Wachsamkeit

    Das Bundeskriminalamt appelliert an die Bevölkerung, verdächtige Aktivitäten im Netz zu melden. Hinweise auf illegale Online-Plattformen können anonym eingereicht werden. Durch die
    Zusammenarbeit zwischen Ermittlern und der Öffentlichkeit lassen sich kriminelle Netzwerke schneller aufdecken und zerschlagen.

  • Mehr als 50 Razzien in Deutschland gegen Hasskriminalität !

    Mehr als 50 Razzien in Deutschland gegen Hasskriminalität !

    Mehr als 50 Razzien in Deutschland im Rahmen des dritten europäischen Aktionstags gegen Hasskriminalität / BKA koordiniert als Zentralstelle die Operation in Deutschland

    Wiesbaden –

    Strafverfolgungsbehörden sind gestern in mehreren europäischen Staaten gegen Hasskriminalität vorgegangen. An der von Europol koordinierten Operation haben sich Deutschland, Frankreich, Österreich, Rumänien, die Slowakei und Spanien beteiligt. Insgesamt wurden gegen über
    170 Tatverdächtige
    polizeiliche Maßnahmen in den beteiligten Staaten durchgeführt.

    In Deutschland wurden mehr als 120 polizeiliche Maßnahmen vollstreckt. Es wurden mehr als
    50 Wohnungen durchsucht sowie diverse Vernehmungen und Gefährderansprachen durchgeführt.

    An den Maßnahmen in Deutschland waren Strafverfolgungsbehörden in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein beteiligt.

    Den polizeilichen Maßnahmen in Deutschland liegen Ermittlungsverfahren zugrunde, welche mehrheitlich Straftaten wie Volksverhetzung (rund 60 Fälle), das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen (mehr als 20 Fälle) sowie Beleidigung (mehr als zehn Fälle) betreffen.

    Fast die Hälfte der Maßnahmen haben ihren Ursprung in Meldungen zu Hasspostings im Internet, die der Zentralen Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet des BKA (ZMI BKA) von ihren Kooperationspartnern übermittelt wurden.

    Das BKA hat den Aktionstag in Deutschland als Zentralstelle und damit als Schnittstelle zu Europol und den teilnehmenden Staaten koordiniert. Auskünfte zu den einzelnen polizeilichen Maßnahmen erteilen die regional zuständigen Polizei- und Justizbehörden.

    Was können Sie tun, wenn Sie auf Hasspostings stoßen?

    Hass und Hetze im Netz sind Nährboden für Radikalisierung und Impulsgeber für Gewalttaten. Unterstützen Sie uns und leisten auch Sie einen Beitrag zur Bekämpfung von Hasskriminalität:

    – Anzeige erstatten:

    Wenn Sie auf Hasspostings im Netz stoßen oder selbst Opfer sind, sollten Sie dies bei der Polizei anzeigen. Einige Bundesländer halten dafür Internetportale bereit, über die Sie solche Straftaten
    auch anonym anzeigen können.

    Einen Überblick über diese Onlinewachen finden Sie auf der Webseite des BKA und auch auf
    dem Internetportal der deutschen Polizei: www.polizei.de.

    – Hasspostings melden:

    Melden Sie Hasspostings bei Anbietern von sozialen Netzwerken und fordern Sie diese auf, strafbare Inhalte zu löschen.

    – Möglich ist es außerdem, Hasspostings bei den beiden Meldestellen “Hessen gegen Hetze” und “REspect!” oder bei den jeweiligen Landesmedienanstalten über deren Webseiten zu melden.

    Diese arbeiten eng mit dem BKA zusammen und leiten Ihre Hinweise im Anschluss an die Zentrale Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet des BKA (ZMI BKA) weiter.

    Seit Mai 2022 waren dies über 15.000 Meldungen (Stand: 11/2023).

    Im BKA werden diese zunächst auf strafrechtliche Relevanz geprüft, dann wird nach Möglichkeit der mutmaßliche Verfasser festgestellt und der Sachverhalt anschließend an die örtlich zuständigen Strafverfolgungsbehörden in den Bundesländern weitergeleitet, wo die weiteren Ermittlungen geführt werden.

    Informationen zur Bekämpfung von Hass und Hetze im Netz und der Arbeit der ZMI BKA finden Sie auf unserer Webseite unter folgenden Link: https://www.bka.de/MeldestelleHetzeImInternet <https://www.bka.de/MeldestelleHetzeImInternet>

    Weitere Informationen zur Bekämpfung von Hasskriminalität:

    Deutschland beteiligt sich regelmäßig an Aktionstagen zur Bekämpfung von Hasskriminalität, um ein deutliches Zeichen gegen Gewalt und die Verbreitung von extremistischem Gedankengut zu setzen und um deutlich zu machen, dass Täter jederzeit mit einer konsequenten Strafverfolgung zu rechnen haben.

    Mehr Informationen zu in der Vergangenheit stattgefundenen Aktionstagen finden Sie unter anderem
    in den Pressemitteilungen vom 14.06.23 und 30.11.22 unter:

    – https://www.bka.de/230614_PM_Hassposting <https://www.bka.de/230614_PM_Hassposting>

    – https://www.bka.de/220408_PM_Hassposting <https://www.bka.de/220408_PM_Hassposting>

  • Aushebung eines großen Labors zur Herstellung synthetischer Drogen im Raum Neuwied

    Aushebung eines großen Labors zur Herstellung synthetischer Drogen im Raum Neuwied

    Aushebung eines großen Labors zur Herstellung synthetischer Drogen im Raum Neuwied

    Am 12. Oktober 2023 konnte durch die Polizeiinspektion Neuwied innerhalb eines Lagerhallenkomplexes im Bereich Neuwied ein hochprofessionelles Labor zur Herstellung von Amfetamin entdeckt werden.

    Hierbei wurden neben mehr als 500 Behältnissen unterschiedlicher Größe mit noch nicht abschließend untersuchten Chemikalien sowie Syntheseabfällen mit stark ätzenden und alkalischen PH-Werten auch
    ca. 100 Liter Amfetamin-Base aufgefunden. Die sichergestellte Substanz eignet sich zur Herstellung
    von etwa 500 Kilogramm Amfetamin-Paste, deren Straßenverkaufswert in einer Größenordnung
    von mehreren Millionen Euro liegen dürfte.

    Die polizeilichen Ermittlungen werden von der Kriminaldirektion Koblenz und der Polizeidirektion Neuwied mit kriminaltechnischer Unterstützung des BKA, des LKA Rheinland-Pfalz und des LKA Baden-Württemberg geführt. Die aufwendigen kriminaltechnischen Untersuchungen im Bereich des
    Tatorts sowie der sichergestellten Fahrzeuge dauern noch an.

    Im Zuge der Ermittlungen wurden zwischenzeitlich drei Tatverdächtige im Alter von 47, 36 und 21 Jahren festgenommen. Diese wurden dem Haftrichter beim Amtsgericht Koblenz vorgeführt, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft Koblenz Haftbefehle wegen Fluchtgefahr erlassen hat. Gegen die Beschuldigten besteht der dringende Tatverdacht der gemeinschaftlichen unerlaubten Herstellung von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (§ 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG).

    Gegen einen der drei Beschuldigten besteht auf Grund der vollzogenen Wohnungsdurchsuchung überdies der dringende Tatverdacht des bewaffneten unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in
    nicht geringer Menge, weil bei ihm zwei zugriffsbereite Messer sichergestellt werden konnten. Die Beschuldigten befinden sich seit dem 14. und 15. Oktober in Untersuchungshaft in verschiedenen Justizvollzugsanstalten in Rheinland-Pfalz.

    Auf Basis einer noch nicht abgeschlossenen Untersuchung der Syntheseabfälle durch Experten des BKA erfolgt derzeit eine Hochrechnung der insgesamt produzierten Menge an Amfetamin-Base. Bereits jetzt ist davon auszugehen, dass die Anlage in Neuwied zu den größten jemals von der Polizei in
    Rheinland-Pfalz festgestellten Laboren gehört.

    Im Hinblick auf die noch laufenden Ermittlungen können derzeit weitergehende Informationen – auch auf Nachfrage – nicht mitgeteilt werden

  • Durchsuchung einer Motoryacht in einem Ermittlungsverfahren gegen einen Unternehmer aus der Russischen Föderation

    Durchsuchung einer Motoryacht in einem Ermittlungsverfahren gegen einen Unternehmer aus der Russischen Föderation

    Wiesbaden – 

    Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Eingreifreserve – und das Bundeskriminalamt (BKA) haben am 03.05.2023 in einem Ermittlungsverfahren gegen einen 67-jährigen Unternehmer aus der Russischen Föderation eine Motoryacht in Norddeutschland durchsucht.

    Der Beschuldigte, ein Staatsangehöriger der Russischen Föderation, ist durch einen Rechtsakt der Europäischen Union im April 2022 mit Sanktionen belegt worden. Er steht im Verdacht, nach der Aufnahme in die EU-Sanktionsliste strafbewehrte Vermögensanzeigepflichten gegenüber der Deutschen Bundesbank und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle verletzt zu haben. Im Tatzeitraum soll er es unterlassen haben, erhebliche Vermögenswerte, über die er in der Bundesrepublik Deutschland verfügt haben soll, den zuständigen deutschen Behörden zu melden.

    An den Durchsuchungsmaßnahmen nahmen über 30 Ermittlerinnen und Ermittler der Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, des Bundeskriminalamts, des Landeskriminalamtes Hamburg, der Bundespolizei sowie im Wege der Amtshilfe Experten der Bundesmarine der Bundeswehr teil.

    Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main bedankt sich bei allen an den Einsatzmaßnahmen beteiligten Behörden für die sehr gute Zusammenarbeit.

  • Öffentlichkeitsfahndung wegen 113 Millionen € Steuerschulden – Paul Mora

    Öffentlichkeitsfahndung wegen 113 Millionen € Steuerschulden – Paul Mora

     
     

    Wiesbaden 

    Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Eingreifreserve – fahndet gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und der hessischen Steuerfahndung nach dem neuseeländischen Staatsangehörigen

    Paul Robert MORA, geboren am 12.12.1967, in New Plymouth/Neuseeland

     

    Weitere Fahndungen auf unserem YouTube Kanal – HIER klicken !

    Paul Robert Mora ist dringend verdächtig, in den Jahren 2006 – 2008 in seiner Funktion als Abteilungsleiter einer Großbank mit weiteren Bankmitarbeitern sowie einem Rechtsanwalt und Steuerberater für einen Investor sogenannte Cum-/Ex-Geschäfte geplant und durchgeführt zu haben. Diese sollen zu einer Erstattung von Kapitalertragsteuer in Höhe von über 113 Millionen EUR geführt haben, ohne dass dem ein entsprechender Steuereinbehalt gegenüberstand. Den wahren Hintergrund der Geschäfte soll der Angeklagte Mora bankintern mittels eines Täuschungssystems verschleiert haben.

    Das Landgericht Wiesbaden hat die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen den Angeklagten Mora und weitere Angeklagte bereits zugelassen sowie einen Haftbefehl gegen ihn erlassen und eine Öffentlichkeitsfahndung angeordnet.

    Der Angeklagte soll über vielfältige Kontakte ins Ausland, darunter nach Neuseeland, Großbritannien, die Schweiz, Australien und Spanien verfügen.

    Die Generalstaatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt fragen:

    Wer kann Angaben zum derzeitigen Aufenthaltsort des Angeklagten Mora machen?

    Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben?