Notaufnahmen unter Druck!
Viele Notaufnahmen in Deutschland arbeiten unter hoher Belastung. Bei einer Blitzumfrage der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) meldeten 45 Prozent der teilnehmenden Notaufnahmen eine Überfüllung im betrachteten Zeitraum von 24 Stunden. Besonders häufig erschwerten fehlende Betten auf den Stationen die weitere Versorgung.
Die DGINA befragte am 2. Juni 2026 Notaufnahmen aus allen 16 Bundesländern und wertete 271 Rückmeldungen aus. Die Fachgesellschaft veröffentlichte die Ergebnisse im September. Die Zahlen beschreiben die Lage am Erhebungstag und zeigen, wie stark überfüllte Notaufnahmen, Bettenengpässe und Personalausfälle zusammenwirken können.
Patienten können die Notaufnahme oft nicht verlassen
60,6 Prozent der Notaufnahmen meldeten einen sogenannten „Exit Block“. Dabei können Patienten nach ihrer Behandlung in der Notaufnahme nicht wie vorgesehen in einen anderen Versorgungsbereich wechseln. Als häufigsten damit verbundenen Grund nannten die Teilnehmer eine verzögerte Verlegung auf eine Normalstation wegen fehlender Betten.
Überfüllte Notaufnahmen betreffen laut Umfrage auch Häuser, die ihre Kapazitäten bereits als erschöpft gemeldet hatten. 32,1 Prozent der Teilnehmer informierten die Integrierte Leitstelle über eine Kapazitätserschöpfung. Von den Häusern mit einer solchen Meldung erhielten 79,1 Prozent nach eigenen Angaben dennoch weitere Notfallpatienten.
Unbesetzte Stellen und Krankheitsausfälle belasten das Personal
Neben den fehlenden Betten meldeten viele Notaufnahmen Personalprobleme. 63,1 Prozent berichteten von unbesetzten Stellen im ärztlichen Dienst, in der Pflege oder in beiden Bereichen. Akute Krankheitsausfälle nannten 65,7 Prozent der Teilnehmer.
Nur 31,8 Prozent der antwortenden Notaufnahmen hielten ihre pflegerische Personalausstattung für ausreichend. Für die ärztliche Besetzung fiel der Anteil ebenso hoch aus. Fast die Hälfte der Teilnehmer gab zudem an, dass die Belastung durch Überfüllung oder blockierte Verlegungen innerhalb der vergangenen zwölf Monate zugenommen habe.
DGINA fordert Maßnahmen gegen Engpässe
Die DGINA sieht Handlungsbedarf bei der Personalplanung und bei den Kapazitäten für die stationäre Weiterbehandlung. Nach Einschätzung der Fachgesellschaft braucht die Notfallversorgung stabile Personalstrukturen und Maßnahmen gegen Überfüllung und verzögerte Verlegungen. Die vollständigen Ergebnisse der DGINA-Blitzumfrage erläutern die einzelnen Befunde.
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Erstellt mit Hilfe von KI
