Hameln: Leichenteile an der Weser geben Polizei weiter Rätsel auf
Mehrere Leichenteile an der Weser beschäftigen seit Sommer 2025 die Ermittler in Hameln. Drei Funde innerhalb weniger Monate sorgen für große Verunsicherung in der Region. Trotz intensiver Ermittlungen steht bis heute nicht fest, um wen es sich bei dem unbekannten Toten handelt.
Erster Fund an der Pfortmühle
Am 4. Juli 2025 entdeckte ein Arbeiter am Rechen der Pfortmühle in Hameln einen teilweise skelettierten menschlichen Unterschenkel. Am Fuß befand sich noch ein Trekkingschuh der Marke „Landrover“. Polizei und Feuerwehr sicherten den Fundort umgehend. Spezialkräfte übernahmen die Spurensicherung.
Nur wenige Wochen später, am 19. August 2025, meldete ein Spaziergänger bei Ohr einen weiteren Fund im Uferbereich der Weser. Auch hier fanden Einsatzkräfte einen skelettierten Unterschenkel – ebenfalls noch beschuht. Eine DNA-Analyse bestätigte, dass beide Körperteile zu ein und derselben Person gehören. Laut rechtsmedizinischer Untersuchung handelt es sich um einen Mann.
Weiterer Knochenfund im Überschwemmungsgebiet
Anfang 2026 entdeckte eine Zeugin im Überschwemmungsgebiet bei Grohnde nahe des Weserufers einen größeren Knochen. Nach erster rechtsmedizinischer Einschätzung handelt es sich um einen menschlichen Beckenknochen. Die Ermittler prüfen derzeit mittels DNA-Analyse, ob dieser Fund ebenfalls zu den zuvor entdeckten Leichenteilen an der Weser gehört. Ein Ergebnis liegt bislang nicht vor.
„Landrover“-Schuhe als einziger konkreter Hinweis
Die einzigen greifbaren Hinweise liefern die Trekkingschuhe der Marke „Landrover“. Das Modell wurde zwischen 2016 und 2018 produziert und verkauft. Die genaue Schuhgröße lässt sich nicht mehr feststellen, Ermittler gehen jedoch von Größe 42 bis 44 aus.
Hinweise auf Gewalteinwirkung fanden Rechtsmediziner an den skelettierten Unterschenkeln bislang nicht. Dennoch bleibt die Todesursache unklar, da weitere Körperteile fehlen.
Abgleich in nationalen und europäischen Datenbanken ohne Erfolg
Die Polizei Hameln-Pyrmont (Polizeidirektion Göttingen) glich das Genmaterial mit der nationalen Vermisstendatei, der europäischen Vermisstendatei sowie mit der Datei für unbekannte Tote und der DNA-Analyse-Datei ab. Sämtliche Abgleiche blieben ohne Treffer. Auch Anfragen bei osteuropäischen Behörden führten zu keinem Ergebnis.
Zusätzlich überprüften Ermittler alle Vermisstenfälle entlang der Weser zwischen Oktober 2016 und Juli 2025. Kein Fall passt zu den aufgefundenen Leichenteilen an der Weser.
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Die Ermittlungen dauern an. Wer Hinweise zur Identität des unbekannten Mannes geben kann, wendet sich an die Polizei.
