Verletzter Buckelwal in der Ostsee sorgt für Besorgnis
Ein verletzter Buckelwal in der Ostsee beschäftigt derzeit Experten und zahlreiche Schaulustige an der deutschen Küste. Das etwa acht Meter lange Tier wurde innerhalb weniger Tage an mehreren Orten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gesichtet. Auffällige Verletzungen am Rücken werfen Fragen zu seinem Gesundheitszustand auf.
Wal seit Mitte Juli mehrfach gesichtet
Nach Angaben der Umweltministerien von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wurde der Buckelwal erstmals am 17. Juli vor der Küste Kiels entdeckt. Anschließend tauchte er unter anderem in der Flensburger Förde, im Hafen von Wismar sowie vor Wustrow auf. Auch vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und in der Nähe des Dierhagener Strandes gingen weitere Sichtungsmeldungen ein.
Besucher konnten das Tier unter anderem von einer Seebrücke aus beobachten. Zudem zeigen Aufnahmen, wie der Wal in unmittelbarer Nähe von Stand-up-Paddlern und anderen Wassersportlern vorbeischwimmt.
Verletzungen geben Experten Rätsel auf
Nach Einschätzung von Fachleuten handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um denselben Buckelwal, der bereits im Juni vor Schottland und Dänemark durch eine auffällige weiße Verfärbung auf dem Rücken aufgefallen war.
Besonders besorgniserregend sind mehrere sichtbare Verletzungen im Bereich vor der Rückenflosse. Meeresbiologin Lisa Klemens erklärte, dass sich anhand des bisherigen Bildmaterials nicht feststellen lasse, wodurch die Wunden entstanden seien. Für eine verlässliche Beurteilung seien weitere Aufnahmen oder eine direkte Untersuchung erforderlich.
Erinnerungen an Buckelwal Timmy werden wach
Der aktuelle Fall erinnert viele Beobachter an Buckelwal Timmy, der Anfang des Jahres ebenfalls in der Ostsee unterwegs war. Das Tier hatte sich mehrfach in flachen Küstenbereichen aufgehalten und strandete wiederholt. Eine private Initiative transportierte den Wal schließlich mit großem Aufwand in die Nordsee.
Die Hoffnung auf eine Rettung erfüllte sich jedoch nicht. Mitte Mai wurde vor der dänischen Insel Anholt ein toter Buckelwal entdeckt. Mithilfe eines Senders konnte das Tier als Timmy identifiziert werden.
Experten hoffen auf Rückkehr ins offene Meer
Buckelwale gehören nicht in die flachen Gewässer der Ostsee. Die Tiere leben normalerweise im Nordatlantik und können sich in der engen und vergleichsweise flachen Ostsee nur schwer orientieren. Fachleute hoffen deshalb, dass der verletzte Buckelwal in der Ostsee eigenständig den Weg zurück in Richtung Nordsee findet.
Behörden und Wissenschaftler beobachten die Situation weiterhin genau. Gleichzeitig appellieren sie an Wassersportler und Schiffsführer, ausreichend Abstand zum Tier einzuhalten und den Wal nicht zu verfolgen oder einzukreisen.
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