Berlin. Die unbekannte Seniorin aus Berlin gibt den Ermittlern auch mehr als zwei Jahre nach ihrem Tod weiterhin Rätsel auf. Das Landeskriminalamt Berlin sucht nach wie vor nach Menschen, die die verstorbene Frau erkennen oder Hinweise zu ihrer Identität geben können. Deshalb bittet die Polizei erneut beziehungsweise weiterhin um die Mithilfe der Bevölkerung.
Besonders erschütternd: Die Seniorin starb bereits im Juni 2024. Dennoch kennt die Polizei bis heute offenbar nicht ihren Namen. Der Fall wird weiterhin auf der offiziellen Internetseite der Polizei Berlin unter den unbekannten Toten geführt.
Unbekannte Seniorin Berlin: Unfall am Bahnhof Zoologischer Garten
Der tragische Vorfall ereignete sich am 13. Juni 2024 gegen 3 Uhr morgens auf einem S-Bahnsteig des Bahnhofs Zoologischer Garten. Nach Angaben der Polizei schob die vermutlich wohnungslose Frau dort einen Kinderwagen, in dem sich ihre persönlichen Habseligkeiten befanden.
Dabei kam sie dem Gleisbett zu nahe. Zunächst fiel der Kinderwagen in das Gleis. Weil die Seniorin den Wagen jedoch nicht losließ, stürzte anschließend auch sie selbst hinab. Dabei erlitt sie schwere Verletzungen.
Rettungskräfte brachten die Frau in ein Krankenhaus. Allerdings erlangte sie ihr Bewusstsein nicht mehr. Vier Tage später, am 17. Juni 2024, starb die Seniorin an den Folgen ihrer Verletzungen.
Auch aktuell beschäftigen schwere und tödliche Ereignisse rund um Berliner Bahnhöfe immer wieder die Einsatzkräfte. Erst kürzlich berichteten wir beispielsweise über einen tödlichen Vorfall am Bahnhof Zoologischer Garten. Zudem stellen Polizei und Bundespolizei an Berliner Bahnhöfen regelmäßig zahlreiche gefährliche Gegenstände sicher. Mehr dazu gibt es hier.
Ermittlungen führten bislang nicht zu ihrer Identität
Nach dem Tod der Frau versuchte das Landeskriminalamt herauszufinden, um wen es sich handelt. Die Ermittler recherchierten deshalb unter anderem im Obdachlosenmilieu sowie in verschiedenen Hilfseinrichtungen. Trotzdem führten diese Nachforschungen bislang nicht zur Identifizierung der Verstorbenen.
Deshalb veröffentlichte die Polizei bereits am 11. Juli 2024 Fotos der Seniorin und bat die Bevölkerung um Unterstützung. Bemerkenswert ist jedoch, dass der Fall auch im August 2026 weiterhin auf der offiziellen Fahndungsseite der Polizei Berlin aufgeführt wird.
So beschreibt die Polizei die unbekannte Frau

- etwa 75 bis 85 Jahre alt
- ungefähr 174 Zentimeter groß
- schulterlange graue Haare
Außerdem stellten die Ermittler bei der Frau sehr aufwendige Zahnarbeiten fest. Deshalb vermutete die Polizei bereits damals, dass sie möglicherweise noch nicht sehr lange auf der Straße gelebt hatte.
Wer kann der unbekannten Seniorin ihren Namen zurückgeben?
Gerade dieser Umstand könnte nun entscheidend sein. Möglicherweise lebte die Frau früher in geordneten Verhältnissen, hatte Familie, Freunde, Nachbarn oder ehemalige Arbeitskollegen. Vielleicht erinnert sich außerdem jemand an eine ältere Frau, zu der der Kontakt im Jahr 2024 oder bereits zuvor plötzlich abbrach.
Die Ermittler möchten deshalb insbesondere wissen, wer Angaben zur Identität der Seniorin machen kann. Ebenso können Beobachtungen aus dem Umfeld des Bahnhofs Zoologischer Garten oder aus anderen Teilen Berlins hilfreich sein.
Während andere Berliner Ermittlungen regelmäßig durch Hinweise aus der Bevölkerung vorankommen, bleiben manche Fälle lange ungeklärt. Auch aktuell sucht die Polizei beispielsweise immer wieder öffentlich nach Tatverdächtigen und Zeugen. Wir berichteten unter anderem über einen SEK-Einsatz in Berlin-Neukölln sowie über einen Messerangriff in Berlin-Britz.
LKA Berlin nimmt Hinweise entgegen
Wer die unbekannte Seniorin erkennt oder Hinweise zu ihrer Identität geben kann, soll sich bei der Vermisstenstelle des Landeskriminalamtes Berlin melden.
Telefon: 030 / 4664-912444
Außerhalb der Dienstzeiten können Hinweisgeber außerdem jede andere Polizeidienststelle kontaktieren. Weitere Informationen sowie die von der Polizei veröffentlichten Fahndungsbilder finden sich in der offiziellen Polizeimeldung zum Fall.
Da die Polizei den Fall weiterhin öffentlich führt, können auch mehr als zwei Jahre nach dem Tod der Seniorin Hinweise entscheidend sein. Vielleicht erkennt jemand die Frau auf den Bildern und kann den Ermittlern schließlich dabei helfen, ihre Identität zu klären.
Hinweis: Bei Öffentlichkeitsfahndungen können sich Sachstände jederzeit ändern. Sollte die Polizei Berlin die Fahndung beenden oder die Identität der Frau klären, werden wir den Beitrag entsprechend aktualisieren.
Quelle: Polizei Berlin / Landeskriminalamt Berlin
