WHU in Vallendar vor ungewisser Zukunft: Landrat Marko Boos kämpft für den Standort
Vallendar/Kreis Mayen-Koblenz. Die Zukunft der WHU in Vallendar sorgt im Landkreis Mayen-Koblenz für große Besorgnis. Denn die renommierte Wirtschaftshochschule WHU – Otto Beisheim School of Management plant, ihre Aktivitäten langfristig auf einem neuen Campus in Düsseldorf zu bündeln. Landrat Marko Boos reagiert enttäuscht auf diese Ankündigung. Gleichzeitig setzt er sich dafür ein, dass die Hochschule zumindest teilweise in Vallendar bleibt.
WHU in Vallendar seit Jahrzehnten wichtiger Standortfaktor
Die WHU ist seit ihrer Gründung eng mit Vallendar und dem Landkreis Mayen-Koblenz verbunden. Deshalb hat die angekündigte Entwicklung nicht nur für die Stadt, sondern auch für die gesamte Region eine besondere Bedeutung.
Über Jahrzehnte hinweg hat die Wirtschaftshochschule den Bildungsstandort Vallendar geprägt. Darüber hinaus stärkt sie die wirtschaftliche Bedeutung der Region und trägt zu ihrer überregionalen Bekanntheit bei.
Ein vollständiger Rückzug der WHU aus Vallendar würde daher nach Einschätzung des Landrats einen erheblichen Verlust bedeuten. Schließlich spielt die Hochschule auch für die Attraktivität des nördlichen Rheinland-Pfalz eine wichtige Rolle.
Neuer WHU-Campus in Düsseldorf soll bis 2034 entstehen
Nach den bisherigen Planungen möchte die WHU ihre Aktivitäten langfristig auf einem neuen Campus in Düsseldorf zusammenführen. Die Entwicklung dieses Standorts soll bis zum Jahr 2034 abgeschlossen sein.
Allerdings bedeutet diese Ankündigung noch nicht, dass die Hochschule Vallendar unmittelbar verlässt. Vielmehr sollen sowohl der bisherige Campus in Vallendar als auch der bestehende Standort in Düsseldorf zunächst erhalten bleiben.
Landrat Marko Boos verweist ausdrücklich auf diesen wichtigen Punkt:
„Die Entwicklung des neuen Standortes in Düsseldorf soll bis 2034 abgeschlossen sein. In der Pressemitteilung der Wirtschaftshochschule heißt es zum Schluss, dass der Campus in Vallendar und der bereits bestehende Campus in Düsseldorf bis auf Weiteres erhalten bleiben. Dies wäre auch für die Zukunft wichtig“, erklärt Marko Boos.
Landrat fordert stärkere Unterstützung durch das Land
Für den Landkreis Mayen-Koblenz steht deshalb viel auf dem Spiel. Denn ein vollständiger Weggang der WHU könnte die Bedeutung Vallendars als Hochschulstandort erheblich schwächen.
Aus diesem Grund hofft Landrat Marko Boos auf eine stärkere Beteiligung des Landes Rheinland-Pfalz. Ziel müsse es sein, zumindest Teile der Wirtschaftshochschule langfristig in Vallendar zu halten.
„Wir hoffen, dass sich das Land stärker einbringt um die WHU zumindest in Teilen an den Standort binden zu können. Denn neben der Bedeutung für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort ist die WHU für die Attraktivität des gesamten nördlichen Rheinland-Pfalz ein wichtiger Faktor“, betont Boos.
Gespräche über die Zukunft der WHU in Vallendar laufen
Trotz der angekündigten Pläne für Düsseldorf sieht der Landrat weiterhin Chancen für Vallendar. Deshalb möchte er den direkten Austausch mit der Hochschulleitung fortsetzen.
Bereits jetzt steht Boos nach eigenen Angaben mit dem Rektor der WHU in Kontakt. Gemeinsam sollen Möglichkeiten geprüft werden, wie die Wirtschaftshochschule auch künftig in Vallendar vertreten bleiben könnte.
„Ich stehe mit dem Rektor der Wirtschaftshochschule im Austausch und hoffe, dass wir in der Standortfrage eine Lösung finden. Es gilt jetzt umso mehr, in Gesprächen die noch verbleibende Perspektive für den WHU-Standort Vallendar festzustellen und zu entwickeln“, so Landrat Marko Boos.
Wie geht es für den Hochschulstandort Vallendar weiter?
Die kommenden Gespräche dürften entscheidend dafür sein, welche Rolle Vallendar künftig innerhalb der WHU spielen wird. Zwar steht mit dem geplanten Campus in Düsseldorf eine langfristige Neuausrichtung im Raum, jedoch bleibt der Standort Vallendar vorerst bestehen.
Für die Verantwortlichen im Landkreis Mayen-Koblenz geht es deshalb darum, frühzeitig tragfähige Perspektiven zu entwickeln. Dabei stehen sowohl die Bedeutung der Hochschule für die regionale Wirtschaft als auch ihre Rolle für den Bildungsstandort im Mittelpunkt.
Ob die WHU dauerhaft mit einem Teil ihrer Aktivitäten in Vallendar bleibt, ist derzeit offen. Fest steht allerdings, dass Landrat Marko Boos den Standort nicht kampflos aufgeben möchte.
Landrat Marko Boos: „Weggang der WHU aus Vallendar wäre ein herber Verlust.“ Foto: Kreisverwaltung MYK
