XXX Mordprozess im Saarland: Roxanas beste Freundin berichtet über die letzten Stunden
Saarbrücken/Rehlingen-Siersburg. Im Prozess um den gewaltsamen Tod der 30-jährigen Roxana H. beschäftigen nun auch ihre letzten Stunden das Landgericht Saarbrücken. Ihre beste Freundin schilderte nach Medienberichten die Zeit vor der Tat. Dabei wurde deutlich, dass Roxana offenbar auf Nähe und Zuneigung hoffte. Stattdessen endete die Begegnung an einem abgelegenen Ort nahe der Autobahn 8 tödlich.
Die Staatsanwaltschaft wirft einer 36 Jahre alten Frau Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs vor. Nach der Anklage soll sie Roxana zunächst mit einer Gliederkette gewürgt haben. Anschließend soll sie 93-mal mit einem Küchenmesser zugestochen haben. Obwohl die Vorwürfe äußerst schwer wiegen, gilt die Angeklagte bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig.
Roxana und die Angeklagte kannten sich aus einer Klinik
Roxana und die Angeklagte sollen sich wenige Wochen vor der Tat in einer psychiatrischen Einrichtung in Nordbaden kennengelernt haben. Beide Frauen waren zuletzt in Baden-Württemberg gemeldet. Danach blieben sie offenbar in Kontakt, sodass es schließlich zu der gemeinsamen Fahrt ins Saarland kam.
Nach Angaben aus dem Prozess soll Roxana in ihrer Kindheit schwere Erfahrungen gemacht haben. Sie wuchs demnach zeitweise in einem rumänischen Kinderheim auf. Außerdem soll sie emotional sowie sozial stark eingeschränkt gewesen sein. Gerade deshalb untersuchen die Ermittler und das Gericht genau, ob die Angeklagte ihre Verletzlichkeit erkannt und gezielt ausgenutzt haben könnte.
Beste Freundin macht sich offenbar schwere Vorwürfe
Besonders bewegend ist die Rolle von Roxanas bester Freundin. Sie berichtete laut einem aktuellen Medienbericht über die letzten Stunden vor dem Tod der 30-Jährigen. Zudem soll sie sich bis heute fragen, ob sie das Treffen oder die spätere Fahrt hätte verhindern können.
Allerdings trägt eine Freundin keine Verantwortung für die Tat eines anderen Menschen. Dennoch quälen Angehörige und enge Freunde nach schweren Gewaltverbrechen häufig Fragen, auf die es keine einfache Antwort gibt. Deshalb zeigt die Aussage nicht nur den Ablauf vor der Tat, sondern auch die tiefen Folgen für Roxanas persönliches Umfeld.
Öffentlich bekannte Einzelheiten aus der Aussage bleiben bislang begrenzt. Fest steht jedoch, dass das Gericht mithilfe von Zeugen, Sachverständigen und Tatspuren nachvollziehen will, wie das Treffen geplant wurde. Gleichzeitig muss die Kammer klären, ob Roxana die Gefahr erkannte und ob sie den sexuellen Handlungen tatsächlich zustimmen konnte.
Anklage beschreibt äußerst brutalen Angriff
Nach dem Inhalt der Anklage kam es in einem Waldstück nahe Rehlingen-Siersburg zu sexuellen Handlungen aus dem sadomasochistischen Bereich. Dabei soll die Angeklagte Roxana zunächst mit einer Kette um den Hals gewürgt haben. Durch die Gewalt soll die 30-Jährige schwere Verletzungen erlitten und ihre Fähigkeit zur Gegenwehr verloren haben.
Danach soll die Beschuldigte mit einem Küchenmesser insgesamt 93-mal zugestochen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie dabei ihren Geschlechtstrieb befriedigen wollte. Roxana erlitt starke Blutungen sowie schwere Verletzungen am Hals. Schließlich starb sie nach den bisherigen Erkenntnissen an einer Kombination aus Blutverlust und den Folgen der Gewalteinwirkung.
Ein Spaziergänger fand den leblosen Körper später auf einem Feldweg nahe einer Kläranlage. Daraufhin sicherte die Polizei den Bereich und leitete umfangreiche Ermittlungen ein. Tatortspuren führten die Beamten schließlich zu der späteren Angeklagten.
Festnahme nach Fahndung durch mehrere Bundesländer
Nach dem Leichenfund suchte die Polizei nach der damals 36-jährigen Verdächtigen und einem blauen Audi A6. Die Frau soll zunächst vom Saarland über Hessen nach Rheinland-Pfalz gefahren sein. Schließlich nahm ein Spezialeinsatzkommando sie in einem Swingerclub im Landkreis Mainz-Bingen fest.
Anschließend brachten die Ermittler die Beschuldigte ins Saarland. Seit ihrer Festnahme befindet sie sich in Untersuchungshaft. Nun verhandelt das Landgericht Saarbrücken über den Mordvorwurf und die genauen Hintergründe der Tat.
Informationen zur Arbeit der saarländischen Gerichte stellt das Landgericht Saarbrücken bereit. Allgemeine Hinweise zum Ablauf eines Strafverfahrens finden Interessierte außerdem beim Justizportal des Bundes und der Länder.
Gutachter prüft mögliche psychische Erkrankung
Ein psychiatrischer Sachverständiger spielt in dem Verfahren eine zentrale Rolle. Er soll untersuchen, ob die Angeklagte während der mutmaßlichen Tat an einer psychischen Erkrankung litt. Zudem muss er einschätzen, ob sie das Unrecht ihres Handelns erkennen und ihr Verhalten steuern konnte.
Diese Prüfung kann sich später auf das Urteil auswirken. Falls das Gericht eine erheblich verminderte oder aufgehobene Schuldfähigkeit feststellt, kommen neben einer Strafe auch Maßnahmen wie die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus infrage. Allerdings entscheidet darüber allein die zuständige Strafkammer nach Abschluss der Beweisaufnahme.
Gericht arbeitet die Tat weiter auf
Der Prozess soll nicht nur die brutalen Verletzungen erklären, sondern auch die Beziehung zwischen den beiden Frauen beleuchten. Deshalb hören die Richter weitere Zeugen und werten medizinische sowie kriminaltechnische Gutachten aus. Außerdem untersucht das Gericht die Kommunikation vor dem Treffen und den späteren Weg zum Tatort.
Für Roxanas Freunde und Angehörige kann selbst ein Urteil den Verlust nicht ungeschehen machen. Dennoch hoffen sie auf eine vollständige Aufklärung. Bis das Gericht eine Entscheidung verkündet, gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
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