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Zimmerdecke fällt herunter – Haus in Dortmunder Nordstadt musste geräumt werden

3. Juli 2026 3 Minuten gelesen
Mutmaßlicher Grundbruch

Mutmaßlicher Grundbruch: Feuerwehr räumt zwei Wohnhäuser nach schweren Gebäudeschäden

Ein mutmaßlicher Grundbruch hat am gestrigen Abend einen umfangreichen Einsatz von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Polizei sowie mehreren städtischen Fachämtern ausgelöst. Insgesamt mussten 13 Bewohner ihre Wohnungen verlassen, nachdem die Standsicherheit von zwei miteinander verbundenen Wohnhäusern nicht mehr zweifelsfrei bestätigt werden konnte.

Deckenverkleidung stürzt in Wohnung herab

Der Einsatz begann gegen 17:30 Uhr, nachdem ein Mieter eines Mehrfamilienhauses in der Robertstraße die Feuerwehr alarmiert hatte. In seiner Wohnung hatten sich Gipskartonplatten von der Zimmerdecke gelöst und waren auf einer Fläche von rund fünf Quadratmetern herabgestürzt.

Die Einsatzkräfte bestätigten die Lage vor Ort. Zudem stellten sie fest, dass sich auch die übrige Deckenverkleidung bereits von der Konstruktion gelöst hatte und jederzeit hätte herabfallen können.

Massive Risse im Gebäude entdeckt

Während der weiteren Erkundung bemerkten die Feuerwehrkräfte erhebliche Schäden an der Gebäudesubstanz. Im Treppenhaus verliefen ausgeprägte Risse vertikal, horizontal sowie diagonal durch sämtliche vier Wände. Teilweise zeigten sich typische Treppenrisse. Auch im Keller wurden großflächige Materialabplatzungen an Wänden und Decken festgestellt.

Aufgrund dieser Erkenntnisse forderte die Feuerwehr Baufachberater der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) an.

Mutmaßlicher Grundbruch beeinträchtigt Standsicherheit

Nach eingehender Begutachtung kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass vermutlich ein Grundbruch die statische Stabilität einer tragenden Wand erheblich beeinträchtigt hat. Eine vollständige Bestätigung der Standsicherheit des Gebäudes war deshalb nicht möglich.

Zusätzlich stellten die Fachberater fest, dass das Wohnhaus in der Robertstraße baulich mit einem benachbarten Gebäude an der Oesterholzstraße verbunden ist. Sollte die Standfestigkeit des ersten Gebäudes versagen, wäre auch das angrenzende Haus unmittelbar gefährdet gewesen.

Feuerwehr erweitert Einsatz auf zweites Wohnhaus

Daraufhin dehnte die Einsatzleitung ihre Maßnahmen auf beide Gebäude aus. Neben Feuerwehr, THW und Polizei unterstützten auch das Bauordnungsamt, Tiefbauamt, Sozialamt sowie die zuständigen Energieversorger den Einsatz.

Zur Gefahrenabwehr wurden beide Häuser vollständig von der Strom-, Gas- und Wasserversorgung getrennt. Da nicht alle Bewohner anwesend waren, mussten mehrere Wohnungen auf Anordnung der Polizei gewaltsam geöffnet werden, um sicherzustellen, dass sich keine Personen mehr in den Gebäuden befanden.

13 Bewohner evakuiert – Haustiere ins Tierheim gebracht

Nach Abschluss der Evakuierung verschloss die Feuerwehr sämtliche Hauseingänge und sicherte sie gegen unbefugtes Betreten. Gleichzeitig sperrte das Tiefbauamt den Gehweg rund um die beiden Gebäude ab.

Insgesamt mussten 13 Bewohner ihre Wohnungen verlassen. Sie kamen bei Angehörigen, Bekannten oder in Ersatzunterkünften unter. Auch mehrere Haustiere konnten ihre Besitzer zunächst nicht begleiten. Die Feuerwehr brachte sie mit dem Tiertransportwagen vorübergehend in ein Tierheim.

Weitere Begutachtung durch Bauordnungsamt

Die Einsatzstelle wurde anschließend an das Bauordnungsamt übergeben. Dort entscheiden nun weitere statische Untersuchungen über das weitere Vorgehen und darüber, wann beziehungsweise ob die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren können.

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