Zoll-Schlag gegen Zigaretten-Mafia: Illegale Fabrik in Kalbe (Milde) ausgehoben
Großer Schlag gegen die organisierte Kriminalität: Einsatzkräfte des Zollfahndungsamtes Hannover haben am 06. Februar 2026 eine illegale Zigarettenfabrik in Kalbe (Milde) (Altmarkkreis Salzwedel) ausgehoben. In einer Halle stellten die Ermittler nach ersten Schätzungen mehr als 30 Millionen unversteuerte Zigaretten sicher. Zusätzlich beschlagnahmten sie mehrere Tonnen Tabak sowie große Mengen an Vormaterialien, darunter Filter, Verpackungen und weitere Produktionsbestandteile.
Die Ermittler gehen aktuell davon aus, dass es sich bei den Zigaretten um mutmaßlich gefälschte Ware handelt. Der entstandene Steuerschaden liegt nach bisherigen Angaben bei mehr als 8 Millionen Euro. Damit zählt der Zugriff zu den bedeutenden Einsätzen im Kampf gegen den illegalen Zigarettenhandel in Deutschland.
LKW-Kontrolle auf der A2 führte zum Durchbruch
Dem Zugriff auf die illegale Zigarettenfabrik in Kalbe (Milde) ging eine Kontrolle auf der Autobahn A2 voraus. Eine Kontrolleinheit des Hauptzollamtes Bielefeld stoppte am frühen Freitagmorgen bei Auetal einen LKW. Dabei entdeckten die Beamten bereits rund 12 Millionen Zigaretten und stellten diese sicher.
Diese Kontrolle lieferte offenbar entscheidende Hinweise und brachte die Ermittler auf die Spur der Produktionsstätte. So entwickelte sich aus einer Verkehrskontrolle ein groß angelegter Zugriff gegen eine professionelle Infrastruktur, die mutmaßlich ausschließlich für die illegale Herstellung und Verteilung von Zigaretten genutzt wurde.
Mehr als 70 Kräfte im Einsatz – Spezialeinheiten unterstützen
Bei den Maßnahmen am Freitag waren mehr als 70 Einsatzkräfte vor Ort. Das Zollfahndungsamt Hannover erhielt dabei Unterstützung durch Spezialeinheiten des Zolls, Kräfte des Hauptzollamtes Magdeburg sowie die Bereitschaftspolizei Sachsen-Anhalt.
Der Einsatz erforderte eine enge Koordination, da bei der Sicherstellung von Tabakwaren und Produktionsmaschinen häufig nicht nur große Mengen an Beweismitteln anfallen, sondern auch logistische Herausforderungen entstehen. Zudem müssen die Ermittler sicherstellen, dass sämtliche Funde gerichtsfest dokumentiert werden.
Staatsanwaltschaft Bielefeld führt Verfahren – Ermittlungen dauern an
Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Dort bearbeitet eine Schwerpunktabteilung besonders umfangreiche Wirtschaftsstrafsachen sowie herausgehobene Verfahren der organisierten Kriminalität. Die Ermittlungen dauern derzeit an.
Nach Angaben der Behörden sollen weitere Informationen und nähere Einzelheiten in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Dazu könnten Details zur Struktur der Tätergruppe, zu möglichen Festnahmen sowie zur geplanten Vertriebsroute gehören.
Warum illegale Zigarettenfabriken für den Staat so gefährlich sind
Illegale Produktionsstätten wie die illegale Zigarettenfabrik in Kalbe (Milde) verursachen jedes Jahr immense Schäden. Der Staat verliert dabei nicht nur Steuereinnahmen, sondern es entsteht auch ein erheblicher Wettbewerbsvorteil für kriminelle Netzwerke. Zudem kann niemand garantieren, welche Inhaltsstoffe in gefälschten Tabakwaren verarbeitet werden.
Für Ermittler gilt daher: Jeder Zugriff auf eine Produktionsstätte trifft die organisierte Kriminalität besonders hart. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Fall, wie schnell eine Routinekontrolle auf einer Autobahn zu einem groß angelegten Schlag führen kann.
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Weitere Informationen rund um Zoll-Einsätze und organisierte Kriminalität findest Du außerdem auf den offiziellen Seiten des Zolls sowie bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld.
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