Berngau: Zwei Tote bei Waffenkontrolle – Tatverdächtiger war früher Polizist
Nach den tödlichen Schüssen bei einer Waffenkontrolle in Berngau werden weitere Einzelheiten über den mutmaßlichen Täter bekannt. Der 60-jährige Mann, der zwei Beschäftigte des Landratsamtes Neumarkt in der Oberpfalz erschossen haben soll, war nach einem Medienbericht früher selbst Polizist. Während die Ermittlungen zu den Hintergründen weiterlaufen, beschäftigt die Gewalttat die Menschen in der oberpfälzischen Gemeinde.
Berngau: Waffenkontrolle endet mit zwei Todesopfern
Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, wollten zwei Mitarbeiter des Landratsamtes Neumarkt in der Oberpfalz eine routinemäßige Waffenkontrolle durchführen. Dabei sollte unter anderem überprüft werden, ob die legal besessenen Waffen ordnungsgemäß aufbewahrt wurden. Allerdings eskalierte die Situation aus bislang ungeklärten Gründen.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 60-jährige Waffenbesitzer auf die beiden Behördenmitarbeiter geschossen haben. Ein 45-jähriger Mann sowie seine 54-jährige Kollegin kamen dabei ums Leben. Anschließend verschanzte sich der mutmaßliche Täter in seinem Wohnhaus.
Tatverdächtiger soll ehemaliger Polizist sein
Wie die Bild-Zeitung am Samstag, 10. Oktober, berichtet, war der 60-jährige Tatverdächtige früher selbst Polizeibeamter. Außerdem soll er in Berngau als Einzelgänger bekannt gewesen sein. Nachbarn berichteten dem Medium über frühere Drohungen. Diese Schilderungen sind jedoch zunächst als Aussagen von Anwohnern einzuordnen und nicht als abschließend bestätigte Ermittlungsergebnisse.
Der Mann war nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann Jäger und Sportschütze. Auf ihn waren insgesamt zehn Schusswaffen zugelassen, darunter Kurz- und Langwaffen. Dennoch bleibt bislang offen, weshalb die geplante Kontrolle derart eskalierte.
Spezialeinsatzkommando nimmt Verdächtigen fest
Nach den Schüssen löste die Polizei einen Großeinsatz aus. Während zahlreiche Einsatzkräfte das Gebäude absicherten, wurden außerdem Spezialeinheiten sowie ein Polizeihubschrauber hinzugezogen. Die Bevölkerung sollte den abgesperrten Bereich meiden.
Im weiteren Verlauf nahm der mutmaßliche Schütze telefonisch Kontakt zur Polizei auf. Obwohl die Einsatzkräfte zunächst eine friedliche Lösung erreichen wollten, gelang es nicht, den Mann zur freiwilligen Aufgabe zu bewegen.
Deshalb griff ein Spezialeinsatzkommando am Freitag gegen 2.20 Uhr zu. Dabei kamen auch Sprengmittel zum Einsatz. Der 60-Jährige wurde durch Polizeischüsse am Bein verletzt und anschließend medizinisch versorgt.
Ermittler suchen weiterhin nach dem Motiv
Auch nach der Festnahme sind wesentliche Fragen ungeklärt. Insbesondere das Motiv für die tödlichen Schüsse steht weiterhin im Mittelpunkt der Ermittlungen. Nach bisherigen Angaben des Innenministers lagen keine Hinweise auf eine extremistische Gesinnung vor.
Die Kriminalpolizei untersucht deshalb die Hintergründe der Tat. Zudem könnten die Auswertung elektronischer Geräte sowie weitere Zeugenaussagen zusätzliche Erkenntnisse liefern. Ob und welche früheren Konflikte tatsächlich mit dem Verbrechen zusammenhängen, müssen die Ermittlungen erst zeigen.
Bestürzung nach tödlichen Schüssen in der Oberpfalz
Die Gewalttat hat Berngau und die Beschäftigten des Landratsamtes erschüttert. Schließlich waren die beiden Opfer lediglich zur Ausübung ihrer dienstlichen Aufgaben unterwegs. Aus einer gewöhnlichen behördlichen Kontrolle wurde innerhalb kurzer Zeit ein tödlicher Polizeieinsatz.
Während die Ermittler den Ablauf rekonstruieren, bleibt außerdem zu klären, welche Umstände zur Eskalation führten. Für den 60-jährigen Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.
Weitere Informationen und Quellen
Bayerisches Innenministerium | BR24 | BILD
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