16 deutsche Kinder geraten vor Ameland in Lebensgefahr – dramatische Rettung aus der Nordsee
Ameland. 16 deutsche Kinder sind vor der niederländischen Nordseeinsel Ameland aus einer lebensgefährlichen Situation gerettet worden. Die neun bis 14 Jahre alten Jungen und Mädchen gehörten zu einer Feriengruppe und hielten sich am Strand von Buren auf. Dort erfasste sie plötzlich eine starke Strömung, die mehrere Kinder immer weiter auf die offene Nordsee hinauszog.
Zunächst befand sich die Gruppe offenbar in einem bewachten Badebereich. Dennoch bemerkten zwei Rettungsschwimmerinnen, dass die Kinder zunehmend vom Strand abtrieben. Kurz darauf signalisierten mehrere von ihnen, dass sie dringend Hilfe benötigten. Einige Kinder konnten sich zeitweise kaum noch selbstständig über Wasser halten. Deshalb griffen die beiden Frauen sofort ein.
Zwei Rettungsschwimmerinnen kämpfen sich zur Feriengruppe vor
Die 19-jährige Inger van Oord schwamm mit einem Rettungsmittel zu den Kindern hinaus. Gleichzeitig machte sich ihre 24-jährige Kollegin Femke Wiersma mit einem Surfbrett auf den Weg. Während die Wellen die Gruppe immer wieder auseinandertrieben, versuchten die beiden Lifeguardinnen, Ruhe in die Situation zu bringen.
Allerdings erschwerte der starke Wellengang die Rettungsaktion erheblich. Kinder, die sich bereits am Surfbrett festhielten, wurden teilweise wieder davon getrennt. Deshalb mussten die Retterinnen sie erneut erreichen und sichern. Nach Angaben verschiedener Medien brachte eine der Frauen schließlich sieben Kinder schwimmend aus dem Gefahrenbereich. Ihre Kollegin kümmerte sich währenddessen um die übrige Gruppe.
Zusätzlich kam ein Wasserscooter der niederländischen Seenotrettungsorganisation KNRM Ameland zum Einsatz. Das Fahrzeug pendelte mehrfach zwischen den Kindern und dem Strand. Dadurch gelang es den Einsatzkräften nach und nach, alle 16 deutschen Kinder aus der Nordsee zu retten.
Alle Kinder sicher zurĂĽck am Strand
Der gesamte Rettungseinsatz dauerte ungefähr eine Stunde. Erst nachdem die Feriengruppe am Strand vollständig durchgezählt worden war, stand fest, dass kein Kind mehr im Wasser fehlte. Anschließend untersuchte medizinisches Personal die Jungen und Mädchen sowie ihre Begleiter. Nach bisherigen Informationen erlitt niemand schwere Verletzungen.
Deutsche Medien bringen die Feriengruppe mit Münster in Verbindung. Die offizielle niederländische Darstellung spricht dagegen lediglich von 16 deutschen Kindern aus einer Feriengruppe. Welcher Verein, welche Schule oder welche andere Organisation die Freizeit veranstaltete, ist bislang nicht verlässlich bekannt.
Einige Zeit nach der dramatischen Rettung besuchten die beiden Lifeguardinnen die Kinder erneut. Dabei empfing die Feriengruppe ihre Retterinnen mit Applaus. Die Erleichterung war deshalb auf beiden Seiten groĂź. Weitere Einzelheiten zu dem Einsatz schildert auch ein Bericht von RTL.
Gefährliche Strömungen an der Nordsee
Der Vorfall zeigt erneut, wie schnell Strömungen an der Nordsee lebensgefährlich werden können. Besonders sogenannte Brandungsströmungen oder Muien ziehen Wasser durch Unterbrechungen in Sandbänken zurück in Richtung offene See. Dadurch können selbst erfahrene Schwimmer innerhalb kurzer Zeit in Schwierigkeiten geraten.
Die Gemeinde Ameland warnt ausdrücklich vor diesen Strömungen. Wer erfasst wird, sollte deshalb nicht mit aller Kraft direkt gegen die Strömung anschwimmen. Stattdessen empfiehlt es sich, seitlich aus dem gefährlichen Bereich herauszuschwimmen und gleichzeitig auf sich aufmerksam zu machen. Außerdem sollten Badegäste möglichst nur bewachte Strandabschnitte nutzen.
Lifeguards bewachen mehrere Strände auf Ameland
Während der Hauptsaison überwachen KNRM-Lifeguards unter anderem die Strände von Buren, Nes, Hollum und Ballum. Dennoch bleibt die Nordsee ständig in Bewegung. Deshalb sollten Eltern und Betreuer Kinder auch in bewachten Bereichen niemals aus den Augen lassen.
Weitere aktuelle Meldungen gibt es beim Blaulicht-Report sowie in den Bereichen Aktuelles, News, Deutschland, Nordrhein-Westfalen und Weltweit.
