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29-Jähriger soll Mutter verletzt und mit Waffe bedroht haben

23. August 2026 4 Minuten gelesen
Polizeieinsatz nach häuslicher Gewalt

Großeinsatz in Grolsheim: 29-Jähriger soll Mutter verletzt und mit Waffe bedroht haben

Grolsheim/Bingen. Ein Fall von häuslicher Gewalt hat in der Nacht zum Sonntag einen größeren Polizeieinsatz in Grolsheim ausgelöst. Nach Angaben der Polizei soll ein 29-jähriger Mann zunächst seine 63-jährige Mutter verletzt und sie anschließend mit einer vermeintlichen Schusswaffe bedroht haben. Weil zunächst von einer erheblichen Gefahrenlage ausgegangen werden musste, rückten starke Polizeikräfte an. Schließlich kamen auch Einsatzkräfte einer Spezialeinheit zum Einsatz.

63-Jährige kann sich aus Wohnhaus retten

Der Vorfall ereignete sich am Sonntag, 23. August 2026, gegen 00:30 Uhr. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler verletzte der 29-Jährige seine Mutter innerhalb des Wohnhauses. Im weiteren Verlauf soll er die Frau zudem mit einer Schusswaffe bedroht haben.

Der 63-Jährigen gelang es jedoch, das Gebäude zu verlassen und sich dadurch in Sicherheit zu bringen. Anschließend wurde die Polizei alarmiert. Aufgrund der zunächst unklaren Situation und der Meldung über eine mögliche Schusswaffe mussten die Einsatzkräfte von einer entsprechend hohen Gefährdung ausgehen.

Das betroffene Wohnobjekt wurde deshalb durch starke Polizeikräfte umstellt. Ähnliche Einsatzlagen, bei denen wegen einer zunächst unklaren Bewaffnung zusätzliche Kräfte erforderlich waren, beschäftigten die Polizei auch bereits bei einem Polizeieinsatz in Mainz-Marienborn sowie bei einem Einsatz in Alzey.

Spezialeinheit nimmt 29-Jährigen fest

Um die Situation kontrolliert zu beenden, zog die Polizei schließlich Einsatzkräfte einer Spezialeinheit hinzu. Diese konnten den 29-jährigen Beschuldigten in seiner Wohnung festnehmen.

Bei dem Zugriff wurden nach Polizeiangaben weder der Beschuldigte noch eingesetzte Polizeikräfte verletzt. In der Wohnung machten die Beamten anschließend jedoch eine wichtige Entdeckung: Sie fanden eine täuschend echt aussehende Spielzeugpistole.

War die Spielzeugpistole die vermeintliche Tatwaffe?

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen könnte es sich bei dieser Spielzeugpistole um den Gegenstand handeln, mit dem die 63-Jährige zuvor bedroht worden sein soll. Ob dies tatsächlich der Fall war, ist allerdings noch Bestandteil der laufenden Ermittlungen.

Dass vermeintliche Waffen oder unklare Gefahrenlagen umfangreiche Polizeimaßnahmen auslösen können, zeigte sich in der Region bereits bei mehreren Einsätzen. So berichteten wir unter anderem über einen größeren Polizeieinsatz in Bingen sowie über die Einsatzlage an einer Bank in Sinzig.

Mutter kommt ins Krankenhaus

Die verletzte 63-Jährige wurde nach dem Einsatz zur weiteren medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Nähere Angaben zur Art oder Schwere ihrer Verletzungen machte die Polizei zunächst nicht.

Bei dem 29-Jährigen gingen die Einsatzkräfte nach ersten Einschätzungen von einem psychischen Ausnahmezustand aus. Darüber hinaus besteht laut Polizei der Verdacht, dass der Mann unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gestanden haben könnte. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er deshalb zur weiteren medizinischen und psychiatrischen Behandlung in eine Fachklinik eingewiesen.

Auch bei einer früheren Einsatzlage in Siershahn hatten Spezialkräfte die Polizei bei einer Situation mit einem Menschen in einem psychischen Ausnahmezustand unterstützt.

Ermittlungen zum genauen Ablauf dauern an

Welche Hintergründe zu dem Vorfall in Grolsheim geführt haben und wie sich die Situation innerhalb des Wohnhauses genau entwickelte, ist derzeit Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Häusliche Gewalt umfasst sowohl partnerschaftliche als auch innerfamiliäre Gewalt. Auch in der regionalen Polizeistatistik spielt das Thema weiterhin eine wichtige Rolle. Weitere Hintergründe dazu finden Sie in unserem Bericht zur Kriminalstatistik sowie in der Kriminalstatistik der Polizei Mayen.

Hilfe bei häuslicher Gewalt

Betroffene Frauen können sich außerdem rund um die Uhr, kostenlos und anonym an das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Telefonnummer 116 016 wenden. Informationen zu Polizeiarbeit und Präventionsangeboten stellt außerdem die Polizei Rheinland-Pfalz bereit.

Weitere Polizeimeldungen, Einsatzberichte und internationale Blaulicht-Nachrichten finden Leser außerdem bei Police Report Worldwide.

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