Koblenz-Wallersheim. Das aktuelle Niedrigwasser des Rheins hat in Koblenz einen ungewöhnlichen Kampfmittelfund freigelegt. Am Freitagnachmittag entdeckten Einsatzkräfte beziehungsweise Verantwortliche im Bereich des Rheinufers im Stadtteil Wallersheim eine Bazooka-Rakete aus dem Zweiten Weltkrieg.
Der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz nahm den Fund anschließend in Augenschein. Die Spezialisten bestätigten nach einer ersten Begutachtung, dass es sich um eine echte Bazooka-Rakete handelt. Dennoch besteht nach Angaben der Verantwortlichen derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung.
Bazooka-Rakete in Wallersheim wird bewacht
Bis die Behörden über das weitere Vorgehen entschieden haben, sichern Mitarbeitende des Kommunalen Vollzugsdienstes des Koblenzer Ordnungsamtes die Fundstelle. Dadurch bleibt der Bereich unter ständiger Kontrolle.
Der Fund erinnert zugleich an frühere Kampfmittelfunde in Koblenz. So musste der Kampfmittelräumdienst bereits mehrfach wegen Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg tätig werden. Unter anderem sorgte ein Bombenfund im Koblenzer Rauental für umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen.
Auch eine 500-Kilogramm-Fliegerbombe im Rauental musste durch Spezialisten entschärft werden. Zudem kam es in jüngerer Vergangenheit zu einem weiteren Kampfmittelfund in Koblenz, bei dem die Behörden ebenfalls zunächst eine gemeinsame Lagebesprechung ansetzten.
Sicherheitsbehörden beraten am Montag
Wie es mit der jetzt gefundenen Bazooka-Rakete weitergeht, wollen die zuständigen Sicherheitsbehörden am Montag klären. Dafür kommen die beteiligten Stellen zu einer Lagebesprechung zusammen. Anschließend wollen die Verantwortlichen die Öffentlichkeit über die notwendigen Maßnahmen informieren.
Welche Schritte erforderlich werden, steht derzeit noch nicht fest. Frühere Einsätze zeigen jedoch, dass die Behörden das Vorgehen jeweils an den Zustand des Kampfmittels und an die Situation am Fundort anpassen. So musste beispielsweise eine Fliegerbombe in Koblenz nach entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich entschärft werden.
Im April 2026 beschäftigte außerdem ein weiterer Blindgänger die Einsatzkräfte. Damals planten die Behörden eine Entschärfung im Gülser Moselbogen. Der Kampfmittelräumdienst machte die Bombe später erfolgreich unschädlich.
„Rhein in Flammen“ nicht betroffen
Für Besucher der Veranstaltungen rund um „Rhein in Flammen“ gibt es gleichzeitig eine wichtige Nachricht. Der Fund der Bazooka-Rakete hat nach aktuellem Stand keine Auswirkungen auf die Feierlichkeiten am Wochenende.
Die Veranstaltungen können daher wie geplant stattfinden. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei nach „Rhein in Flammen“ in Koblenz ebenfalls über den Verlauf des Großereignisses informiert.
Das aktuelle Niedrigwasser spielt bei dem ungewöhnlichen Fund eine entscheidende Rolle, weil dadurch Bereiche des Rheinufers sichtbar werden, die normalerweise unter Wasser liegen. Auch andere Gewässer in der Region leiden derzeit unter niedrigen Wasserständen. Zuletzt hatte der Kreis Mayen-Koblenz wegen der Lage bereits dazu aufgerufen, auf Wasserentnahmen aus Bächen und Flüssen zu verzichten.
Weitere offizielle Informationen veröffentlicht die Stadt Koblenz. Informationen über die Arbeit des Kampfmittelräumdienstes stellt außerdem das Innenministerium Rheinland-Pfalz bereit.
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