Bombendrohung gegen Diskothek: Polizei veröffentlicht Stimme des Anrufers
14. Juli 2026 4 Minuten gelesen
Polizei veröffentlicht Stimme des mutmaßlichen Anrufers !
Fast zwei Jahre nach einer folgenschweren Bombendrohung gegen die Diskothek Naava in Melle gehen die Ermittler einen weiteren Schritt in der öffentlichen Fahndung. Die Strafverfolgungsbehörden haben eine Audioaufnahme veröffentlicht, auf der die Stimme des bislang unbekannten Anrufers zu hören ist. Mit dieser Maßnahme hofft die Polizei, entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten, um den Täter zu identifizieren.
Der Fall sorgte bereits in der Nacht zum 29. September 2024 für einen Großeinsatz von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr. Mehrere hundert Besucher mussten die Diskothek verlassen, nachdem ein anonymer Anruf bei der Leitstelle eingegangen war.
Großeinsatz nach Bombendrohung gegen die Diskothek
Nach den bisherigen Ermittlungen erreichte die Leitstelle Herford gegen 01:00 Uhr ein Anruf eines bislang unbekannten Mannes. Der Anrufer behauptete, dass sich mehrere Bomben innerhalb der Diskothek Naava befinden würden. Aufgrund einer solchen Drohung mussten die Einsatzkräfte unverzüglich handeln.
Polizei, Rettungsdienst und das Sicherheitspersonal der Diskothek leiteten sofort die Evakuierung des Gebäudes ein. Die Gäste wurden geordnet ins Freie gebracht und in einem sicheren Bereich betreut. Währenddessen sperrte die Polizei das Gelände weiträumig ab.
Sprengstoffspürhund durchsucht das Gebäude –
Zeugen dringend gesucht
Im Anschluss kontrollierten speziell geschulte Einsatzkräfte gemeinsam mit einem Sprengstoffspürhund sämtliche Bereiche der Diskothek. Die Durchsuchung nahm mehrere Stunden in Anspruch. Erst gegen 05:00 Uhr konnten die Beamten Entwarnung geben. Es wurden keine Sprengsätze oder sonstige gefährliche Gegenstände gefunden.
Trotz der glücklicherweise falschen Drohung hatte der Einsatz erhebliche Auswirkungen. Neben dem aufwendigen Polizeieinsatz mussten zahlreiche Besucher ihre Veranstaltung abrupt beenden. Zudem wurden erhebliche personelle und technische Ressourcen gebunden.
Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens
Unmittelbar nach dem Einsatz leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ein. Solche Taten gelten keineswegs als Kavaliersdelikt. Neben hohen Einsatzkosten drohen bei einer Verurteilung empfindliche strafrechtliche Konsequenzen.
Die Ermittlungen dauern bis heute an. Um neue Hinweise zu erhalten, haben sich die Strafverfolgungsbehörden nun zu einer öffentlichen Fahndung entschlossen.
Polizei veröffentlicht Audioaufnahme des Anrufers
Besonders ungewöhnlich ist die aktuelle Fahndungsmaßnahme: Die Ermittler haben eine Audioaufnahme veröffentlicht, auf der die Stimme des unbekannten männlichen Anrufers zu hören ist. Personen, die die Stimme wiedererkennen oder Hinweise zur Identität des Mannes geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass auch vermeintlich kleine Hinweise für die Ermittlungen von Bedeutung sein können. Oft führen gerade einzelne Beobachtungen oder Wiedererkennungsmerkmale letztlich zur Identifizierung eines Tatverdächtigen.
Hinweise an die Polizei Melle
Wer den Mann anhand der veröffentlichten Stimme erkennt oder sonstige Informationen zu dem Anruf geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei Melle unter der Telefonnummer 05422 / 92260 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Hintergrund
Bombendrohungen lösen grundsätzlich umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen aus. Einsatzkräfte müssen jede Drohung zunächst ernst nehmen, da zu Beginn unklar ist, ob tatsächlich eine Gefahr besteht. Deshalb werden Gebäude regelmäßig evakuiert und anschließend von Spezialkräften durchsucht. Solche Einsätze verursachen nicht nur hohe Kosten, sondern können auch erhebliche Auswirkungen auf Besucher, Beschäftigte und Veranstalter haben.
Im aktuellen Fall konnte nach mehreren Stunden Entwarnung gegeben werden. Dennoch beschäftigen die Ermittlungen die Behörden bis heute. Die nun veröffentlichte Sprachaufnahme soll dazu beitragen, den bislang unbekannten Anrufer zu identifizieren und das Verfahren abschließen zu können.
Quellen
Polizeiinspektion Osnabrück – Ursprungspressemitteilung vom 29.09.2024
Aktuelle Öffentlichkeitsfahndung der Strafverfolgungsbehörden