Frau in Soest über Monate misshandelt und vergewaltigt – vier Männer angeklagt
Soest. Eine 33-jährige Frau soll in einem Reihenhaus in Soest über mehrere Monate hinweg schwer misshandelt, erniedrigt und vergewaltigt worden sein. Außerdem werfen die Ermittlungsbehörden mehreren Beschuldigten Nötigung und Freiheitsberaubung vor. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier Männer erhoben. Unter ihnen befinden sich auch zwei Jugendliche.
Der Prozess soll am 12. Oktober 2026 vor dem Landgericht Arnsberg beginnen. Insgesamt sind zunächst zwölf Verhandlungstage vorgesehen. Da zwei der Angeklagten zur mutmaßlichen Tatzeit noch minderjährig waren, verhandelt die Jugendkammer den Fall.
Nachbar fand gefesselte Frau auf einer Terrasse
Die mutmaßlichen Gewalttaten sollen sich zwischen Ende Juli und Anfang November 2025 ereignet haben. Bekannt wurde der Fall schließlich am späten Abend des 3. November 2025. Ein Anwohner bemerkte die teilweise entkleidete und gefesselte Frau auf der Terrasse eines benachbarten Reihenhauses.
Da das Opfer offenbar nicht mehr ansprechbar war, alarmierte der Zeuge sofort die Polizei und den Rettungsdienst. Anschließend brachten die Einsatzkräfte die schwer verletzte Frau in ein Krankenhaus. Dort musste sie nach Medieninformationen über einen längeren Zeitraum behandelt werden.
Frau soll an ein Heizungsrohr gefesselt worden sein
Die Anklage enthält besonders schwere Vorwürfe. Einem der Beschuldigten wird unter anderem vorgeworfen, die Frau mindestens zweimal für jeweils ungefähr eine Stunde an ein Heizungsrohr gefesselt zu haben. Außerdem soll das Opfer im November mit gefesselten Händen und teilweise entkleidet an einem Balken gehangen haben.
Darüber hinaus sollen zwei der Angeklagten die Frau gemeinschaftlich vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Beschuldigten jedoch unterschiedliche Tatbeteiligungen vor. Deshalb muss das Gericht während des Prozesses klären, welcher Angeklagte für welche Handlungen verantwortlich sein könnte.
Zwei Erwachsene sitzen in Untersuchungshaft
Bei den Angeklagten handelt es sich um vier Männer der Jahrgänge 1997, 2001, 2009 und 2010. Zwei von ihnen waren zur mutmaßlichen Tatzeit 16 und 17 Jahre alt. Die beiden erwachsenen Angeklagten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.
Als Hauptbeschuldigter gilt nach Angaben aus Justizkreisen ein 29 Jahre alter Mann. Er soll mit seiner damaligen Lebensgefährtin und drei Kindern in dem betroffenen Haus gewohnt haben. Die Lebensgefährtin und das spätere Opfer sollen sich bereits vor den mutmaßlichen Gewalttaten gekannt haben.
Opfer offenbar nicht dauerhaft eingesperrt
Obwohl der Frau über Monate hinweg schwere Gewalt widerfahren sein soll, war sie nach bisherigen Informationen offenbar nicht ununterbrochen in dem Reihenhaus eingesperrt. Dennoch soll es immer wieder zu Misshandlungen, Fesselungen und weiteren Straftaten gekommen sein.
Die Ermittlungsbehörden gehen unter anderem dem Verdacht der gefährlichen und gemeinschaftlichen Körperverletzung, der Vergewaltigung, der Nötigung sowie der Freiheitsberaubung nach. Zusätzlich sollen einzelne Angeklagte mit Cannabis gehandelt haben.
Prozess vor dem Landgericht Arnsberg
Der Prozess beginnt nach derzeitiger Planung am 12. Oktober 2026 um 9.30 Uhr. Weitere Verhandlungstermine sind bis zum 17. Dezember 2026 angesetzt. Weil Jugendliche angeklagt sind, könnten Teile des Verfahrens unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.
Das Gericht muss nun die umfangreichen Vorwürfe prüfen und die jeweiligen Tatbeiträge der vier Angeklagten aufklären. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für sämtliche Beschuldigten die Unschuldsvermutung.
Hilfe bei Gewalt gegen Frauen
Betroffene Frauen können sich rund um die Uhr vertraulich und kostenlos an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden. Die Beratung ist unter der Telefonnummer 116 016 erreichbar. Bei einer akuten Gefahr sollte sofort die Polizei über den Notruf 110 verständigt werden.
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