Russland unter Verdacht
BERLIN/BRANDENBURG. Deutsche Sicherheitsbehörden haben ein geheimes Waffendepot bei Berlin entdeckt. In einem Wald im brandenburgischen Grenzgebiet zur Hauptstadt fanden Ermittler zwei Handfeuerwaffen. Nach aktuellen Medienberichten prüfen die Behörden eine mögliche Verbindung zu russischen Geheimdiensten.
Der Fund selbst liegt bereits einige Zeit zurück. Ermittler sollen das professionell angelegte Versteck schon im vergangenen Spätsommer nach einem Hinweis entdeckt haben. Inzwischen beschäftigt der Fall auch die Bundesanwaltschaft.
Waffendepot bei Berlin: Ermittler prĂĽfen russische Spur
Nach übereinstimmenden Medienberichten geht das Bundesamt für Verfassungsschutz davon aus, dass das Depot im Auftrag russischer Geheimdienste angelegt worden sein könnte. Eine offizielle Bestätigung dieser Einschätzung im konkreten Fall liegt bislang nicht vor.
Die Ermittlungen konzentrieren sich unter anderem auf die Frage, für welchen Zweck die Waffen bestimmt waren. Sicherheitsbehörden vermuten laut den Berichten, dass Agenten auf das Versteck zugreifen sollten. Dabei geht es um sogenannte „kinetische Operationen“. Darunter fallen beispielsweise gewaltsame Aktionen oder Anschläge.
Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Damit hat der Fall eine erhebliche sicherheitspolitische Dimension.
Tatverdächtiger in Rumänien festgenommen
Im Zusammenhang mit dem geheimen Waffendepot bei Berlin nahmen Behörden einen Tatverdächtigen in Rumänien fest. Nach Medieninformationen könnte der Mann an der Anlage des Verstecks beteiligt gewesen sein.
Die Ermittler sollen nach dem Fund weitere Maßnahmen eingeleitet haben. Nach zusätzlichen Medienangaben machten Sicherheitskräfte die gefundenen Waffen funktionsunfähig und überwachten anschließend das Depot. Offenbar griff jedoch niemand mehr auf das Versteck zu.
Ob mögliche Beteiligte von der Entdeckung erfahren hatten, ist bislang nicht geklärt. Die Ermittlungen sollen deshalb auch die Hintermänner und mögliche Auftraggeber identifizieren.
Verfassungsschutz warnt vor russischen Aktivitäten
Der aktuelle Fall trifft auf eine ohnehin angespannte Sicherheitslage. Deutsche Behörden warnen seit längerer Zeit vor russischen Geheimdienstaktivitäten und möglichen Sabotage- oder Anschlagsplänen in Deutschland.
Zu möglichen Zielen zählen nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden unter anderem Personen, die Russland als Gegner betrachtet. Dazu können beispielsweise Vertreter der Rüstungsindustrie, russische Oppositionelle im Exil oder Unterstützer der Ukraine gehören.
Auch in anderen Verfahren beschäftigen sich deutsche Ermittlungsbehörden mit mutmaßlichen geheimdienstlichen Aktivitäten. Die Bundesanwaltschaft hatte bereits in mehreren Fällen Ermittlungen und Festnahmen wegen des Verdachts russischer Spionage oder Agententätigkeit bekannt gegeben.
Russische Botschaft äußert sich zunächst nicht
Die russische Botschaft äußerte sich nach den bisherigen Berichten zunächst nicht zu dem Waffendepot bei Berlin und einer möglichen Verbindung zu russischen Geheimdiensten.
Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz kommentierte Einzelheiten des konkreten Falls nicht. Die Behörde äußert sich grundsätzlich nicht öffentlich zu möglichen konkreten nachrichtendienstlichen Tätigkeiten.
Damit bleiben wesentliche Fragen offen. Insbesondere müssen die Ermittler klären, wer die Waffen tatsächlich deponierte, wer darauf zugreifen sollte und ob konkrete Gewalttaten geplant waren. Die vermutete Verbindung zu russischen Geheimdiensten ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen und bislang nicht abschließend bewiesen.
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