52 Prozent Beanstandungsquote bei Lkw, Pkw und Reisebussen
Bei einer Großkontrolle auf A3 haben Einsatzkräfte an der Tank- und Rastanlage Weiskirchen Nord zahlreiche Verstöße festgestellt. Die Verkehrsinspektion des Polizeipräsidiums Südosthessen kontrollierte am Donnerstag in Fahrtrichtung Köln den gewerblichen Güter- und Personenverkehr.
Unterstützung kam von Polizeikräften weiterer hessischer Präsidien sowie aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Außerdem beteiligten sich Mitarbeitende des Zolls und des Bundesamtes für Logistik und Mobilität.
91 Fahrzeuge bei Großkontrolle auf A3 überprüft
Zwischen 8 und 16 Uhr kontrollierten die Einsatzkräfte bei hochsommerlichen Temperaturen insgesamt 78 Lastkraftwagen, acht Pkw und fünf Reisebusse. Dabei nahmen sie Fahrzeuge vom Kleintransporter der Sprinterklasse bis hin zu Schwertransporten genauer unter die Lupe.
Die Bilanz der Großkontrolle auf der A3 fiel deutlich aus:
Die Behörden stellten 59 Verstöße gegen Sozialvorschriften, zwei Verstöße gegen das Güterkraftverkehrsgesetz, drei Verstöße gegen Gefahrgutrecht, neun Verstöße bei der Ladungssicherung, eine Überladung sowie 19 technische Fahrzeugmängel fest.
In neun Fällen untersagten die Beamten die Weiterfahrt. Zusätzlich ergaben sich drei strafrechtlich relevante Sachverhalte. Sicherheitsleistungen summierten sich auf mehr als 41.000 Euro. Davon entfielen rund 2.900 Euro auf Vermögensabschöpfungen sowie mehr als 430 Euro auf nacherhobene Einfuhrabgaben durch den Zoll.
Auffällige Fälle bei der Kontrolle
Ein niederländischer Fahrzeugtransporter hatte drei Wohnwagen geladen und überschritt die zulässige Gesamtlänge. Auch eine Neuverladung reduzierte die Länge nicht ausreichend. Die Polizei untersagte die Weiterfahrt, leitete ein Verfahren zur Vermögensabschöpfung ein und erhob rund 2.940 Euro Sicherheitsleistung.
Bei einem lettischen Sattelzug entdeckten Kontrolleure erhebliche Mängel an der Bremsanlage des Aufliegers. Unterlagen zeigten, dass dieselbe Bremse erst wenige Tage zuvor in der Schweiz beanstandet und ersetzt worden war. Die Behörden gehen wegen des schnellen Verschleißes von möglichen Fehlern beim Einbau oder bei der Einstellung aus.
Reisebusse und Gefahrgut im Fokus
Besonders schwer wogen die Verstöße eines griechischen Sattelzugs. Wiederholte Verstöße gegen Fahrpersonalrecht und fehlende Ruhezeiten führten zur untersagten Weiterfahrt. Der Fahrer musste 12.000 Euro Sicherheitsleistung hinterlegen.
Auch ein bosnischer Reisebus auf dem Weg nach Dortmund fiel auf. Die Beamten stellten mehrere Verstöße gegen Dokumentationspflichten zu Lenk- und Ruhezeiten fest. Die Fahrt endete vorerst, während die Fahrgäste mit einem Ersatzbus weiterreisen konnten. Die Sicherheitsleistung lag bei 3.600 Euro.
Ein türkischer Lastwagen überschritt im Bereich Gefahrgutrecht mit seinem Tankvolumen deutlich die zulässige Grenze von 1.500 Litern. Gegen den Fahrer leiteten die Behörden ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und erhoben 1.300 Euro Sicherheitsleistung.
Beanstandungsquote bei 52 Prozent
Insgesamt lag die Beanstandungsquote der Großkontrolle auf A3 bei 52 Prozent. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig konsequente Kontrollen im gewerblichen Güter- und Personenverkehr bleiben. Technische Mängel, fehlende Ruhezeiten und mangelhafte Ladungssicherung gefährden Fahrer, Fahrgäste und andere Verkehrsteilnehmende.
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