Mittelhessen. Polizei und weitere Behörden haben ihre Kontrollen gegen Sozialkriminalität in Hessen fortgesetzt. Am Mittwoch, 30. September 2026, beteiligte sich auch das Polizeipräsidium Mittelhessen am vierten hessenweiten Aktionstag. Die Einsatzkräfte kontrollierten unter anderem im Landkreis Gießen, im Lahn-Dill-Kreis, im Landkreis Marburg-Biedenkopf und im Wetteraukreis.
Die landesweite Bilanz fällt umfangreich aus. Insgesamt überprüften die Behörden mehr als 1.000 Personen, über 100 Fahrzeuge und 53 Objekte. Dabei fertigten die Einsatzkräfte 47 Strafanzeigen. Hinzu kamen 58 festgestellte Ordnungswidrigkeiten.
Außerdem nahmen die Behörden 18 Personen vorläufig fest. Weitere aktuelle Polizeimeldungen und Nachrichten finden Leser bei Blaulicht Report.
Rund 1,55 Millionen Euro an Vermögenswerten gesichert
Ein Schwerpunkt lag auf der Sicherung von Vermögenswerten. Nach Angaben der Polizei erreichte deren Gesamtwert rund 1,552 Millionen Euro. Dazu gehörten etwa 343.000 Euro Bargeld.
Darüber hinaus sicherten die Behörden neun hochwertige Fahrzeuge. Deren Gesamtwert bezifferte die Polizei auf etwa 927.000 Euro.
Die Aktion gehört zu einer Reihe von Maßnahmen gegen Sozialkriminalität in Hessen. Seit Mitte Dezember 2025 führten Polizei und weitere Behörden bereits mehrere gemeinsame Aktionstage sowie eine Aktionswoche durch.
Mehr als 1.000 Flaschen ohne Pfandlabel entdeckt
Auch in Mittelhessen stellten die Kontrolleure unterschiedliche Verstöße fest. Im Lahn-Dill-Kreis überprüften die Behörden unter anderem zwei Kioske.
Dort fanden die Einsatzkräfte mehr als 1.000 Flaschen ohne entsprechendes Pfandlabel. Die Polizei bezifferte den Verkaufswert auf rund 5.000 Euro.
81 Kartons mit Snus in Garage gefunden
Bei der Vollstreckung eines Durchsuchungsbeschlusses in einer Garage im nördlichen Lahn-Dill-Kreis machten die Beamten einen weiteren Fund. Dort entdeckten sie 81 Kartons mit jeweils 24 Stangen Snus.
Der angegebene Verkehrswert liegt bei rund 115.000 Euro. Gegen den Garagenbesitzer folgte eine Strafe wegen eines Verstoßes gegen das Tabakerzeugnisgesetz.
Polizei und Zoll kontrollieren zehn Objekte
Im Landkreis Marburg-Biedenkopf überprüften Polizei und Zoll gemeinsam zehn Objekte. Bei Kontrollen in Gaststätten fertigte der Zoll sieben Ordnungswidrigkeitenanzeigen und drei Strafanzeigen.
Dabei ging es unter anderem um den Verdacht des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt sowie um Meldepflichtverstöße.
In Gießen arbeiteten Polizei, Ordnungsamt und Landkreis zusammen. In fünf kontrollierten Objekten stellten die Behörden unter anderem Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz, das Hessische Glücksspielgesetz und die Spielverordnung fest.
Unangemeldete Firma im Wetteraukreis
Auch im Wetteraukreis liefen Kontrollen. Dort überprüften Polizei und Gewerbeamt gemeinsam einen Firmensitz. Eine Person gab sich während der Kontrolle als Firmeninhaber zu erkennen.
Nach Angaben der Polizei lag bei der zuständigen Gemeinde allerdings keine Gewerbeanmeldung für diese Firma vor.
Zusätzlich ergaben sich Hinweise darauf, dass die Firma ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen dauerhaft in Deutschland nutzt. Nach Einschätzung der Polizei benötigte das Fahrzeug deshalb ein deutsches Kennzeichen. Die Beamten fertigten eine entsprechende Anzeige.
Behörden bündeln Kräfte gegen organisierte Strukturen
Die Maßnahmen gegen Sozialkriminalität in Hessen richten sich besonders gegen organisierte Strukturen. Dazu zählen beispielsweise Sozialleistungsbetrug, Schwarzarbeit, Scheinselbstständigkeit, Betrug bei Familienleistungen, Geldwäsche und die Verschleierung von Vermögen.
Auch gefälschte Wohn- oder Arbeitgeberbescheinigungen sowie organisierter Missbrauch bei der Belegung von Wohnraum können eine Rolle spielen.
Deshalb arbeiten verschiedene Stellen zusammen. Neben der Hessischen Polizei beteiligen sich unter anderem Kommunen, Zoll, Steuerfahndung, Bundesagentur für Arbeit beziehungsweise Familienkasse und Justiz an den Maßnahmen.
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Bereits Tausende Personen kontrolliert
Seit Mitte Dezember 2025 kontrollierten die beteiligten Behörden nach Polizeiangaben bei den bisherigen Einsätzen bereits mehr als 4.400 Personen, über 200 Fahrzeuge und mehr als 650 Objekte.
Dabei vollstreckten die Einsatzkräfte mehrere Haftbefehle. Außerdem fertigten sie zahlreiche Straf- und Ordnungswidrigkeitenanzeigen und stellten melderechtliche Verstöße fest.
Vor dem jüngsten Aktionstag hatten die Behörden im Rahmen dieser Maßnahmen bereits Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 2,25 Millionen Euro gesichert.
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