Bank stoppt weitere Zahlung
Die Polizei warnt vor Handwerkern, die gezielt ältere Menschen aufsuchen und für Arbeiten unverhältnismäßig hohe Geldbeträge verlangen. In Heide traf es einen 89-jährigen Mann und seine Ehefrau. Das Paar übergab den Tatverdächtigen bereits rund 19.500 Euro. Eine aufmerksame Bankmitarbeiterin verhinderte eine weitere Zahlung.
Angebliche Handwerker bieten Gartenarbeiten an
Der Fall begann am vergangenen Freitag. Mehrere Männer stellten sich dem Ehepaar als Handwerker vor und boten Gartenarbeiten an. Die Männer führten die Tätigkeiten noch am selben Tag aus und verlangten anschließend 8.400 Euro in bar. Eine Rechnung stellten sie nicht aus.
Danach boten die Männer dem Ehepaar Reparaturarbeiten an der Garage an. Für diese Arbeiten zahlten die beiden Senioren weitere 9.400 Euro. Damit endete der mutmaßliche Handwerker-Betrug in Heide jedoch noch nicht.
Männer fordern weitere 20.000 Euro
Am Montag erklärten die Tatverdächtigen, dass die Garage einen größeren Schaden als zunächst angenommen aufweise. Deshalb verlangten sie zusätzlich 20.000 Euro. Einer der Männer begleitete den 89-Jährigen zu seiner Bank. Während der Senior das Geld abheben wollte, wartete der Begleiter vor dem Geldinstitut.
Eine Bankmitarbeiterin bemerkte die ungewöhnlich hohe Auszahlung und fragte nach dem Grund. Im Gespräch erkannte sie, dass die geforderten Beträge in keinem angemessenen Verhältnis zu den ausgeführten oder noch geplanten Arbeiten standen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Senior laut Polizei bereits rund 19.500 Euro an die Männer übergeben.
Die Mitarbeiterin informierte die Polizei. Als die Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie den Tatverdächtigen vor der Bank jedoch nicht mehr.
Polizei nimmt 26-jährigen Tatverdächtigen fest
Während ein Mann den Senior zur Bank begleitet hatte, blieb ein Komplize bei dessen Ehefrau. Die Polizei traf dort einen 26-jährigen Mann aus Stade an und nahm ihn vorläufig fest. Die Ermittler suchen weiterhin nach seinem bislang unbekannten Begleiter.
Für den 26-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung, solange kein rechtskräftiges Urteil vorliegt.
Die Bankmitarbeiterin hatte bereits zuvor einen ähnlichen Fall zum Nachteil eines älteren Menschen erkannt. Auch damals verhinderte sie durch ihre Aufmerksamkeit einen noch größeren finanziellen Schaden.
Polizei gibt wichtige Verhaltenstipps
Der Handwerker-Betrug in Heide zeigt, wie wichtig Vorsicht bei unangekündigten Angeboten an der Haustür ist. Die Polizei empfiehlt insbesondere älteren Menschen und ihren Angehörigen folgende Maßnahmen:
- Lassen Sie unbekannte Handwerker nicht unangekündigt in Ihr Haus.
- Beauftragen Sie Handwerksbetriebe selbst und holen Sie mehrere Angebote ein.
- Fordern Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag und vereinbaren Sie einen Festpreis.
- Zahlen Sie keine hohen Bargeldbeträge.
- Lassen Sie sich nicht zu einer spontanen Bankabhebung drängen.
- Treffen Sie keine Entscheidung unter Zeitdruck.
- Bitten Sie Angehörige, Nachbarn oder andere Vertrauenspersonen um Unterstützung.
- Rufen Sie bei einer akuten oder verdächtigen Situation die Polizei über 110.
Wer Angehörige frühzeitig über solche Methoden informiert, kann dazu beitragen, einen weiteren Handwerker-Betrug in Heide oder anderen Orten zu verhindern.
Wichtige Polizeimeldungen aus der ganzen Welt findest Du hier.
Erstellt mit Hilfe von KI
