Ein Abend im September 1986 verändert in Bergkamen alles. Josef Milata empfängt in seiner Wohnung an der Jahnstraße zwei junge Männer. Sie trinken Cola, rauchen Zigaretten und verlassen später einen Tatort, der die Ermittler fast vier Jahrzehnte beschäftigen wird.
Wenige Stunden danach findet man Milata tot. Der Täter oder die Täter stechen 22 Mal mit einem Messer auf ihn ein. Außerdem wickeln sie das Kabel einer Kaffeemaschine um seinen Hals. Der brutale Mord erschüttert Bergkamen und bleibt dennoch lange ungeklärt.
Cold Case Josef Milata: Alte Spuren bringen den Durchbruch
Schon 1986 sichern Ermittler wichtige Spuren. Sie finden Fingerabdrücke an Gläsern und an einer Colaflasche. Damals reichen die technischen Möglichkeiten jedoch nicht aus, um den Fall endgültig zu lösen. Deshalb wandert der Mord an Josef Milata in die Akten der ungeklärten Tötungsdelikte.
Erst viele Jahre später nimmt die Cold-Case-Einheit der Polizei Dortmund den Fall erneut intensiv unter die Lupe. Die Ermittler prüfen alte Asservate, bewerten Spuren neu und nutzen moderne DNA-Analysen. Dadurch rückt ein Mann in den Fokus: Mustafa F., dessen Name geändert wurde.
Landgericht Dortmund verhängt Jugendstrafe
Im August 2025 verurteilt das Landgericht Dortmund den Mann wegen Mordes zu acht Jahren Jugendstrafe. Der Grund: Mustafa F. war zur Tatzeit noch jung. Deshalb wendet das Gericht Jugendstrafrecht an. Der Cold Case Josef Milata endet damit juristisch zumindest teilweise mit einem Urteil.
Doch eine zentrale Frage bleibt offen. Laut den Ermittlungen soll Mustafa F. nicht allein gehandelt haben. Ein zweiter Täter soll an dem Abend ebenfalls in der Wohnung gewesen sein. Bis heute kennen die Ermittler seinen Namen nicht öffentlich. Auch vor Gericht verrät Mustafa F. seinen mutmaßlichen Komplizen nicht.
Warum schützt ein Verurteilter den zweiten Täter?
Genau diese Frage steht nun im Mittelpunkt. Hostin Ida spricht mit Torsten Sziesze, dem Pressesprecher der Polizei Dortmund. Er kennt den Fall genau und erklärt, wie Ermittler alte DNA-Spuren nach fast 40 Jahren noch verwerten können.
Außerdem geht es um die rätselhafte Loyalität eines verurteilten Mannes. Warum nennt Mustafa F. den zweiten Täter nicht? Für Angehörige, Ermittler und die Öffentlichkeit bleibt diese Frage besonders schwer zu ertragen. Denn der Cold Case Josef Milata zeigt eindrücklich, wie lange Spuren sprechen können, aber Menschen trotzdem schweigen.
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