Mord an Amy Lopez: Neue DNA-Spur bringt entscheidenden Durchbruch
Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Mord an Amy Lopez haben Ermittler einen Tatverdächtigen festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft Koblenz mitteilte, nahmen Beamte am Montag einen 81-jährigen Deutschen aus dem Raum Koblenz in einer Altenpflegeeinrichtung fest. Der Mann sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Verdächtiger stammt aus dem Raum Koblenz
Der leitende Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler erklärte auf einer Pressekonferenz, dass der Tatverdächtige bereits zur Tatzeit in der Region lebte. 1999 verurteilte ein Gericht ihn wegen einer versuchten Sexualstraftat an einer 16-Jährigen in Koblenz. Später folgte eine weitere Verurteilung. Nach Angaben der Ermittler handelt es sich jedoch nicht um den Mann, der in den 1990er Jahren anhand eines Phantombildes gesucht wurde.
Neue DNA-Spur bringt Ermittler auf die richtige Fährte
Eine erneute Untersuchung von Beweisstücken im Jahr 2022 führte schließlich zum Durchbruch im Fall Mord an Amy Lopez. An der Jeans des Opfers sicherten Experten DNA-Spuren, die den heute 81-Jährigen mit der Tat in Verbindung bringen. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus und nennt als Mordmerkmale die Befriedigung des Geschlechtstriebs sowie Heimtücke. Zudem prüfen die Ermittler niedrige Beweggründe.
Der Beschuldigte äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Er bestritt die Tat weder noch legte er ein Geständnis ab. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gilt er trotz seines Alters als geistig und körperlich fit.
Grausames Verbrechen unterhalb der Festung Ehrenbreitstein
Am 26. September 1994 entdeckten Kinder unterhalb der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz die Leiche der 24-jährigen US-Touristin. Amy Lopez wollte an diesem Tag die Festung besichtigen. Zeugen sahen sie zuletzt am Vormittag auf dem Weg nach oben. Später fanden spielende Kinder ihren halbnackten Körper in einem abgelegenen Raum.
Laut Staatsanwaltschaft soll der Tatverdächtige die junge Frau vergewaltigt, stranguliert, mit einem Stein auf den Kopf geschlagen und mit einem Messer auf sie eingestochen haben. Persönliche Gegenstände des Opfers, die der Täter mutmaßlich mitnahm, tauchten bislang nicht wieder auf.
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Erleichterung bei den Angehörigen
Der inzwischen 86-jährige Vater von Amy Lopez zeigte sich erleichtert über die Festnahme. Er lobte die Arbeit der Ermittler und hofft auf weitere Details zur Aufklärung des Falls. Auch Oberstaatsanwalt Mannweiler betonte, dass der Mord an Amy Lopez die Region über Jahrzehnte geprägt habe. Der Fall habe Polizei und Justiz nie losgelassen.
Weitere Informationen veröffentlicht auch das Polizeipräsidium Rheinland-Pfalz.
Mit der Festnahme erhält einer der bekanntesten Cold Cases der Region eine späte, aber entscheidende Wendung.
