Koblenz – Fast 32 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der US-Touristin Amy Lopez beginnt am Dienstag, 18. August 2026, der Prozess vor dem Landgericht Koblenz. Der heute 81 Jahre alte Hans S. muss sich wegen Mordes verantworten. Der Mordfall Amy Lopez zählt zu den bekanntesten Cold Cases in Rheinland-Pfalz.
Die 14. große Strafkammer des Landgerichts Koblenz hat die Anklage zugelassen. Der erste Verhandlungstag beginnt nach Angaben des Gerichts um 9.30 Uhr im Saal 128. Darüber hinaus hat die Kammer bereits sieben weitere Termine bis zum 9. September vorgesehen.
Mordfall Amy Lopez beschäftigt Ermittler seit 1994
Amy Lopez reiste 1994 als Touristin durch Europa. Am Morgen des 26. September wollte die damals 24-Jährige die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz besuchen. Wenig später fand man sie im Bereich des sogenannten General-von-Aster-Zimmers unterhalb der Festungsanlage tot.
Über Jahrzehnte suchten Polizei und Staatsanwaltschaft nach dem Täter. Auch 30 Jahre nach dem Mord an Amy Lopez liefen die Ermittlungen weiter. Im September 2025 beschäftigte sich zudem die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ erneut mit dem Fall. Zuvor hatte die Polizei die Ermittlungen mit modernen kriminaltechnischen Möglichkeiten intensiviert. Über die damalige erneute Suche nach Hinweisen im Cold Case Amy Lopez berichteten wir ausführlich.
DNA-Untersuchungen bringen entscheidenden Durchbruch
Schließlich brachten neue Untersuchungsmethoden Bewegung in den Mordfall Amy Lopez. Experten untersuchten zahlreiche alte Spuren und Beweismittel erneut. Dabei konnten sie DNA-Spuren sichern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stimmen zwei davon mit der DNA des Angeklagten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überein.
Im Januar 2026 nahmen Ermittler bei dem Mann freiwillig eine Speichelprobe. Anschließend führte der Abgleich zu einer entscheidenden Spur. Weitere Hintergründe zum Durchbruch durch die neue DNA-Untersuchung im Fall Amy Lopez haben wir bereits zusammengefasst.
Am 23. Februar 2026 nahmen Ermittler den damals 81-Jährigen fest. Einen Tag später wurde die Festnahme öffentlich bekannt. Hier findest Du unseren früheren Bericht über die Festnahme im Mordfall Amy Lopez.
Staatsanwaltschaft wirft Angeklagtem Mord vor
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll der damals 49-Jährige die ortsunkundige Touristin angesprochen haben. Anschließend soll er sie unter einem Vorwand in einen abgelegenen Bereich geführt haben. Dort soll er Amy Lopez gefesselt und sexuell angegriffen haben.
Die Anklage wirft ihm außerdem vor, die junge Frau mit mehreren Messerstichen getötet sowie mit einem Stein geschlagen und gewürgt zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht unter anderem die Mordmerkmale Heimtücke, Befriedigung des Geschlechtstriebs und niedrige Beweggründe.
Die ausführliche Anklage im Mordfall Amy Lopez veröffentlicht die Staatsanwaltschaft Koblenz auf ihrer offiziellen Internetseite.
Angeklagter soll Tat eingeräumt haben
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte die Tat inzwischen über seinen Verteidiger pauschal eingeräumt. Auch gegenüber einem forensisch-psychiatrischen Sachverständigen soll er erklärt haben, Amy Lopez getötet und sich sexuell an ihr vergangen zu haben. Hinsichtlich des genauen Tötungsablaufs habe er jedoch Erinnerungslücken angegeben.
Bereits nach der Festnahme hatten wir die offiziellen Angaben der Staatsanwaltschaft zum Fall Amy Lopez ausführlich dargestellt.
Ob der Angeklagte den Mord tatsächlich begangen hat und welche strafrechtlichen Konsequenzen folgen, entscheidet nun das Gericht. Trotz des dringenden Tatverdachts und der bisherigen Einlassungen gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Acht Prozesstage am Landgericht Koblenz geplant
Der Prozess beginnt am 18. August um 9.30 Uhr. Weitere Verhandlungstage sind bislang für den 20., 26. und 28. August sowie für den 1., 3., 7. und 9. September 2026 vorgesehen. Alle Termine sollen nach derzeitiger Planung ebenfalls um 9.30 Uhr im Saal 128 stattfinden.
Aktuelle Informationen zu den Hauptverhandlungen veröffentlicht das Landgericht Koblenz auf seiner offiziellen Internetseite.
Damit könnte einer der bekanntesten ungeklärten Mordfälle aus Rheinland-Pfalz nach fast 32 Jahren vor Gericht seinen Abschluss finden. Weitere aktuelle Blaulichtmeldungen aus Rheinland-Pfalz und Deutschland findest Du außerdem bei Blaulicht Deutschland.
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erstellt mit Hilfe von KI
