Online-Missbrauch Pastor Südkorea: Bande missbraucht 261 Opfer über Messenger-Dienste
Ein selbst ernannter „Pastor“ aus Südkorea steht im Zentrum eines der erschütterndsten Fälle von Online-Missbrauch der vergangenen Jahre. Der 33-Jährige Kim N. war Kopf eines Sexualverbrecher-Rings, der sich über Messenger-Dienste wie Telegram organisierte und den Online-Missbrauch Pastor Südkorea zu einem Synonym für systematische digitale Gewalt machte. Die Täter lockten Kinder und Erwachsene in scheinbar harmlose Chats, setzten sie dann massiv unter Druck und zerstörten so das Leben von Hunderten Betroffenen.
261 Opfer zwischen Südkorea und Europa – lebenslange Haft für den „Pastor“
Nach Angaben der Ermittler missbrauchte die Bande zwischen Mai 2020 und Januar 2025 mindestens 261 Menschen. Kim N. und seine Komplizen überredeten ihre Opfer, intime Fotos und Videos zu schicken. Anschließend erpressten sie die Betroffenen mit dem Material, drohten mit Veröffentlichung und steigerten die Forderungen immer weiter. Viele Opfer waren minderjährig, einige wurden so stark unter Druck gesetzt, dass sie keinen Ausweg mehr sahen.
Der Anführer, der sich im Netz als „Pastor“ inszenierte, verübte zusätzlich schwere sexuelle Übergriffe im realen Leben. Er zwang Frauen zu sexuellen Handlungen mit anderen Männern und hielt die Taten auf Video fest. Ein Gericht in Südkorea verurteilte Kim N. inzwischen unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und der Verbreitung von Bildern, die Kindesmissbrauch zeigen, zu lebenslanger Haft. Der Fall des Online-Missbrauch Pastor Südkorea gilt dort als mahnendes Beispiel für die Brutalität moderner Täter-Netzwerke.
Paralleler Fall in den Niederlanden: 195 Mädchen als Opfer
Während in Südkorea das Urteil gesprochen ist, erschüttert ein weiterer großer Fall von sexuellem Online-Missbrauch aktuell die Niederlande. Dort steht ein 34-jähriger Mann aus Roosendaal im Verdacht, 195 Mädchen über das Internet missbraucht zu haben. Er soll sich als Gleichaltriger ausgegeben haben, um Vertrauen aufzubauen, und die Kinder anschließend zu erniedrigenden sexuellen Handlungen vor der Kamera gezwungen haben.
Eine Jugendliche aus Den Haag brachte den Fall ins Rollen, als sie den Mut fasste, den Täter anzuzeigen. Die Polizei stellte umfangreiche Datenträger sicher und identifizierte darauf mindestens 195 Opfer, die weit überwiegend minderjährig sind. Der Mann muss sich derzeit vor Gericht verantworten; die Ermittlungen dauern an und die Behörden prüfen, ob weitere Betroffene hinzu kommen.
Cybergrooming als wachsende Gefahr
Beide Fälle zeigen, wie professionell Täter online vorgehen. Sie suchen gezielt den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, bauen Vertrauen auf und nutzen dann Scham, Drohungen und Erpressung, um die Kontrolle zu behalten. Fachleute sprechen von Cybergrooming – einer Form des sexuellen Missbrauchs, bei der Täter ihre Opfer zunächst im Netz manipulieren, um sie später sexuell auszubeuten. Der Online-Missbrauch Pastor Südkorea macht sichtbar, wie weitreichend die Folgen für Betroffene sein können, wenn Taten gleichzeitig digital und offline stattfinden.
Polizeiliche Beratungsstellen warnen seit Jahren vor dieser Entwicklung und appellieren an Eltern, Lehrkräfte und andere Bezugspersonen, Kinder frühzeitig über Risiken in sozialen Netzwerken, Chats und Online-Spielen aufzuklären. Informationen und Präventionstipps zum Thema Cybergrooming finden sich etwa bei der Polizei-Beratung sowie in der Informationskampagne des Bundeskriminalamts (BKA).
Was Betroffene und Angehörige jetzt wissen müssen
Wer Anzeichen von Online-Erpressung oder sexuellem Missbrauch bemerkt, sollte schnell handeln. Betroffene sollen Chatverläufe, Screenshots und Dateien sichern, die Kontakte zu den Tätern sofort blockieren und die Polizei einschalten. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche wissen: Die Schuld liegt immer bei den Tätern – niemals bei den Opfern.
Auch in Deutschland beobachten Polizei und Hilfsorganisationen einen deutlichen Anstieg bei Fällen von Cybergrooming und sexueller Gewalt im Netz. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zu vergleichbaren Fällen finden Leserinnen und Leser jederzeit in der Rubrik News sowie im Bereich Deutschland auf unserem Portal. Informationen zu laufenden Ermittlungen und internationalen Fahndungen werden zudem regelmäßig im Bereich Fahndung gebündelt.
Die Fälle aus Südkorea und den Niederlanden machen deutlich, wie dringend internationale Zusammenarbeit gegen sexualisierte Gewalt im Netz ist. Ermittlerinnen und Ermittler arbeiten über Grenzen hinweg zusammen, um Täter-Netzwerke zu zerschlagen, Hintermänner aufzuspüren und weitere Opfer zu verhindern. Gleichzeitig bleibt Prävention ein Schlüssel: Nur wenn Kinder, Eltern und Schulen sensibilisiert sind, verlieren Täter ihren Handlungsspielraum.
Foto: Seoul Metropolitan Police
