KAUB/ST. GOAR. Das extreme Niedrigwasser im Rhein stellt inzwischen sogar die Wasserschutzpolizei vor erhebliche Herausforderungen. Bei Kaub sank der Pegel am Mittwoch, 12. August 2026, auf nur noch zehn Zentimeter. Dadurch beträgt die Wassertiefe in der Fahrrinne lediglich rund 1,23 Meter. Die Polizeiboote selbst benötigen jedoch etwa einen Meter Tiefgang.
Damit bleiben den Einsatzkräften stellenweise nur noch wenige Zentimeter Wasser unter dem Kiel. Deshalb müssen die Besatzungen ihre Fahrten besonders sorgfältig planen. Gleichzeitig können sie sich vielerorts nur noch innerhalb der schmalen Fahrrinne bewegen.
Niedrigwasser im Rhein schränkt Polizeiboote ein
Die Situation zeigt deutlich, wie stark das Niedrigwasser im Rhein inzwischen ausgeprägt ist. Gerade im Mittelrheintal rund um Kaub und St. Goar macht sich der niedrige Wasserstand bemerkbar. Die dort zuständige Wasserschutzpolizei St. Goar überwacht den Rhein zwischen Bacharach und Osterspai.
Zum Dienstbezirk gehören außerdem touristisch und für die Schifffahrt bedeutende Bereiche rund um die Loreley sowie die Fähre bei Kaub. Deshalb spielt die Wasserschutzpolizei gerade dort eine wichtige Rolle für die Sicherheit auf dem Rhein.
Allerdings betrifft das Niedrigwasser längst nicht nur die Polizei. Bereits in der Vergangenheit beeinflussten niedrige Pegel verschiedene Bereiche entlang des Rheins. So sollte beispielsweise bei Arbeiten an der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz ein möglicher Stillstand wegen sommerlichen Niedrigwassers vermieden werden.
Waffen und Munition tauchen im trockenen Flussbett auf
Während die Polizeiboote mit der geringen Wassertiefe kämpfen, entsteht an Land eine weitere Herausforderung. Denn durch den niedrigen Pegel liegen große Bereiche des Ufers und des Flussbetts frei. Dadurch kommen Gegenstände zum Vorschein, die normalerweise unter Wasser verborgen bleiben.
Nach Angaben aus dem Umfeld der Wasserschutzpolizei häufen sich insbesondere Funde von Waffen und Munition. Deshalb konzentrieren sich die Einsatzkräfte verstärkt auf die Sicherheit an den Ufern und in den trockengefallenen Bereichen.
Solche Funde sind am Rhein keineswegs völlig neu. Bereits während einer früheren Niedrigwasserperiode meldeten Bürger vermehrt Munition und Munitionsteile im Uferbereich des Rheins. Die Polizei warnte damals ausdrücklich davor, verdächtige Gegenstände anzufassen.
Freigelegte Uferbereiche können Gefahren bergen
Wer beim Spaziergang am Rhein verdächtige Munition, Waffen oder ähnliche Gegenstände entdeckt, sollte deshalb Abstand halten und die Polizei verständigen. Schließlich lässt sich für Laien kaum einschätzen, ob von einem Fundstück noch eine Gefahr ausgeht.
Auch andere Einsätze zeigen, wie anspruchsvoll die Arbeit auf dem Rhein bleibt. So rettete die Wasserschutzpolizei bei der Loreley fünf Insassinnen eines gekenterten Ruderbootes. Außerdem beschäftigen immer wieder gefährliche Situationen mit Schwimmern die Einsatzkräfte. Erst im vergangenen Jahr lösten Schwimmer im Rhein einen größeren Wasserrettungseinsatz aus.
Trockenheit belastet auch andere Gewässer in der Region
Das aktuelle Niedrigwasser im Rhein reiht sich zugleich in eine angespannte Situation bei vielen Gewässern der Region ein. Ende Juni appellierte der Landkreis Mayen-Koblenz an die Bevölkerung, freiwillig auf Wasserentnahmen aus Bächen und Flüssen zu verzichten. Besonders kleinere Gewässer litten unter niedrigen Wasserständen und hohen Temperaturen.
Wie außergewöhnlich die aktuellen Verhältnisse wirken, zeigt zudem der Vergleich mit anderen Jahren. Noch im Februar beschäftigte eine Hochwasserlage an Rhein und Mosel die Einsatzkräfte in Koblenz. Auch im Juni 2024 bereitete sich die Stadt auf deutlich steigende Rheinpegel vor.
Nur wenige Zentimeter Reserve für die Wasserschutzpolizei
Jetzt zeigt sich dagegen das andere Extrem. Bei einer Wassertiefe von rund 1,23 Metern in der Fahrrinne und einem geschätzten Tiefgang der Polizeiboote von etwa einem Meter bleibt nicht mehr viel Spielraum. Die Besatzungen müssen deshalb besonders aufmerksam navigieren.
Die Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz überwacht insgesamt rund 605 Kilometer schiffbare Wasserstraßen. Dazu gehören Rhein, Mosel, Lahn und Saar. Trotz des extrem niedrigen Wasserstands bleiben die Einsatzkräfte auf dem Rhein unterwegs und kümmern sich gleichzeitig verstärkt um Gefahren an den freigelegten Uferbereichen.
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erstellt mit Hilfe von KI
