Rimini – Eine 17-jährige Deutsche soll während eines Aufenthalts im italienischen Urlaubsort Rimini Opfer einer Vergewaltigung geworden sein. Die Jugendliche war zuvor mit Freunden in einer Diskothek unterwegs. Später wachte sie nach eigenen Angaben im Hotelzimmer eines 27-jährigen Mannes auf und konnte sich offenbar an weite Teile der vergangenen Stunden nicht erinnern. Deshalb besteht unter anderem der Verdacht, dass der Jugendlichen möglicherweise K.-o.-Tropfen oder andere Substanzen verabreicht worden sein könnten.
Die italienische Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Allerdings ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, was in der Nacht tatsächlich passiert ist. Der beschuldigte Mann bestreitet die Vorwürfe.
17-Jährige aus Deutschland besucht Diskothek in Rimini
Die 17-Jährige hielt sich gemeinsam mit Freunden in Rimini an der italienischen Adriaküste auf. Am Abend besuchte die Gruppe eine Diskothek. Dort soll die Jugendliche einen 27 Jahre alten Mann kennengelernt haben.
Nach dem Besuch des Clubs soll die Minderjährige die Diskothek gemeinsam mit dem Mann verlassen haben. Anschließend verloren ihre Freunde jedoch den Kontakt zu ihr. Mehrere Versuche, die 17-Jährige telefonisch oder über Nachrichten zu erreichen, blieben dem Bericht zufolge zunächst erfolglos.
Erst einige Stunden später meldete sich die Jugendliche wieder bei ihren Freunden. Sie berichtete demnach, dass sie in einem Hotelzimmer neben dem 27-Jährigen aufgewacht sei. Außerdem sei sie verwirrt gewesen und habe sich nicht mehr an die Ereignisse nach dem Verlassen der Diskothek erinnern können.
Verdacht auf K.-o.-Tropfen nach Erinnerungslücke
Weil die 17-Jährige erhebliche Erinnerungslücken schilderte, steht nun auch der mögliche Einsatz von K.-o.-Tropfen oder anderen betäubenden Substanzen im Raum. Nach Angaben der Jugendlichen hatte sie zuvor in der Diskothek Alkohol konsumiert. Was danach geschah, könne sie jedoch nicht mehr rekonstruieren.
Die Jugendliche äußerte gegenüber ihren Freunden schließlich den Verdacht, dass sie möglicherweise betäubt und anschließend sexuell missbraucht worden sein könnte. Daraufhin wurde sie in einem Krankenhaus medizinisch sowie gynäkologisch untersucht.
Dort sicherten Ärzte Spuren, die nun für die weiteren Ermittlungen von Bedeutung sein könnten. Gerade bei einem Verdacht auf den Einsatz betäubender Substanzen ist eine schnelle medizinische Untersuchung besonders wichtig, weil bestimmte Wirkstoffe nur für einen begrenzten Zeitraum nachweisbar sein können.
Weitere Informationen zum Thema gibt es auch in unserem Beitrag „Vorsicht vor K.O.-Tropfen – So können Sie sich schützen“. Über einen weiteren Fall berichteten wir außerdem unter „K.o.-Tropfen Stuttgart Halloween: Zehn Verletzte“.
Polizei durchsucht Hotelzimmer in Rimini
Die Ermittlungen werden von der zuständigen italienischen Polizei geführt. Dabei gehen die Beamten unter anderem der Frage nach, ob der Jugendlichen tatsächlich eine Substanz verabreicht worden sein könnte.
Im Zuge der Ermittlungen wurde das Hotelzimmer des 27-jährigen Mannes durchsucht. Dabei stellten die Ermittler unter anderem persönliche Gegenstände sowie das Mobiltelefon des Mannes sicher. Diese Beweismittel sollen nun ausgewertet werden.
Der Mann soll ebenfalls als Tourist in Rimini gewesen sein und im selben Hotel wie die deutsche Reisegruppe gewohnt haben. Nach den bislang veröffentlichten Informationen ist der 27-Jährige nicht vorbestraft. Er bestreitet den gegen ihn erhobenen Vorwurf.
Ermittlungen wegen Verdachts einer Vergewaltigung
Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung. Ob sich der Verdacht gegen den 27-Jährigen bestätigt und welche Rolle möglicherweise betäubende Substanzen gespielt haben, müssen deshalb die weiteren Untersuchungen zeigen.
Ähnliche Ermittlungsverfahren beschäftigen Polizei und Justiz immer wieder. So berichteten wir zuletzt über zwei Tatverdächtige nach mutmaßlichen Vergewaltigungen in Nürnberg sowie über einen Polizisten aus Mannheim, der wegen des Verdachts der Vergewaltigung angeklagt wurde.
Auch Fälle mit möglichen K.-o.-Tropfen beschäftigen Ermittlungsbehörden regelmäßig. Bereits in der Vergangenheit berichteten wir beispielsweise über einen K.-o.-Tropfen-Verdacht nach einem Konzert.
Was bislang noch ungeklärt ist
Entscheidend dürfte nun insbesondere die Auswertung der gesicherten Spuren sein. Darüber hinaus könnten die Ermittler prüfen, ob sich auf dem beschlagnahmten Mobiltelefon oder durch weitere Zeugenaussagen Hinweise auf den Ablauf der Nacht finden lassen.
Ob der 17-Jährigen tatsächlich K.-o.-Tropfen oder eine andere Substanz verabreicht wurden, steht derzeit nicht fest. Ebenso muss erst geklärt werden, was genau zwischen der Jugendlichen und dem 27-Jährigen geschah.
Aktuelle Informationen zu Sicherheitsfragen in Italien veröffentlicht unter anderem das Auswärtige Amt. Informationen der italienischen Polizei sind zudem auf der Internetseite der Polizia di Stato abrufbar.
Hinweis: Bei dem gegen den 27-Jährigen erhobenen Vorwurf handelt es sich um einen Verdacht. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
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