Russischer Drohnenangriff auf deutschen Frachter im Schwarzen Meer
Ein russischer Drohnenangriff auf Frachter im Schwarzen Meer hat die Lage vor der ukrainischen Küste weiter verschärft. Nach aktuellen Medienberichten geriet auch das Handelsschiff „EMIL“, das einer deutschen Reederei gehören soll, in den Angriff. Die Besatzung musste das Schiff deshalb verlassen.
Russland bestätigte wenig später Angriffe auf zwei Frachter südlich und östlich der ukrainischen Hafenstadt Odessa. Moskau behauptet, die Schiffe hätten militärische Güter für die ukrainischen Streitkräfte transportiert. Unabhängige Stellen konnten diese Darstellung bislang jedoch nicht überprüfen.
Drohnen greifen Frachter während Evakuierung an
Der russische Drohnenangriff traf die Schiffe in einer besonders gefährlichen Situation. Nach Medienberichten näherten sich weitere Drohnen, während die Besatzung der „EMIL“ bereits ihre Evakuierung vorbereitete. Die Crew konnte das Schiff schließlich verlassen.
Über mögliche Verletzte an Bord des deutschen Frachters liegen bislang keine gesicherten Angaben vor. Auch das genaue Ausmaß der Schäden ist derzeit noch unklar. Dennoch zeigt der Vorfall, wie stark der Krieg inzwischen die zivile Schifffahrt im Schwarzen Meer bedroht.
Weitere Entwicklungen rund um Drohnen und mögliche Sabotagefälle findest Du auch in unserem Bericht über den Drohnenalarm am Flughafen Leipzig/Halle.
Zweites Handelsschiff getroffen – ein Besatzungsmitglied stirbt
Bei einem weiteren Angriff traf eine Drohne einen Frachter unter der Flagge von Guinea-Bissau. Das Schiff hatte nach Angaben ukrainischer Behörden Weizen geladen. Ein Besatzungsmitglied kam dabei ums Leben. Außerdem erlitten drei weitere Seeleute Verletzungen.
Der Treffer beschädigte den Rumpf des Handelsschiffs. Rettungskräfte brachten die übrigen Mitglieder der Besatzung anschließend an Land. Der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, warf Russland vor, gezielt zivile Schiffe und damit auch die internationale Getreideversorgung zu gefährden.
Russland spricht von militärischer Ladung
Das russische Verteidigungsministerium erklärte dagegen, die angegriffenen Frachter hätten militärische Fracht für die Ukraine transportiert. Beweise legte das Ministerium zunächst nicht vor. Deshalb bleibt offen, welche Ladung sich tatsächlich auf den betroffenen Schiffen befand.
Die Ukraine bezeichnet die angegriffenen Schiffe als zivile Handelsschiffe. Damit stehen sich erneut zwei gegensätzliche Darstellungen gegenüber. Eine unabhängige Überprüfung ist im unmittelbaren Kriegsgebiet nur schwer möglich.
Gefahr für zivile Schifffahrt wächst
Russland und die Ukraine haben ihre Angriffe im Schwarzen Meer in den vergangenen Wochen deutlich ausgeweitet. Dabei geraten zunehmend Häfen, Frachter und weitere Handelsschiffe ins Visier. Außerdem treiben die Vorfälle die Kosten für Versicherungen und Sicherheitsmaßnahmen in die Höhe.
Besonders die Häfen rund um Odessa spielen für ukrainische Getreideexporte eine wichtige Rolle. Angriffe auf Frachter und Hafenanlagen können deshalb internationale Lieferketten beeinträchtigen. Zudem gefährden sie Seeleute, die auf zivilen Schiffen arbeiten.
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Weitere Angriffe nicht ausgeschlossen
Der russische Drohnenangriff auf Frachter vor Odessa verdeutlicht die wachsende Gefahr für zivile Schiffe. Solange die Kampfhandlungen im Schwarzen Meer andauern, müssen Reedereien und Besatzungen mit weiteren Zwischenfällen rechnen.
Internationale Stellen fordern Russland und die Ukraine deshalb auf, sichere Schifffahrtswege zu gewährleisten. Dennoch bleibt die Situation angespannt. Vor allem die ungeklärte Unterscheidung zwischen ziviler und angeblich militärischer Ladung erhöht das Risiko weiterer Angriffe.
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