Thessaloniki/Memmingen. Wochen nach dem dramatischen Zwischenfall auf einem Ryanair-Flug von Griechenland nach Deutschland zieht der Fall immer weitere Kreise. Der 61-jährige Ljubiša Karović geriet während des Fluges in akute Lebensgefahr, nachdem ein Kabinenfenster zerstört worden war. Nun bereitet sein Anwalt nach eigenen Angaben eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe vor.
Der Ryanair-Horrorflug ereignete sich bereits am 10. Juli 2026. Die Boeing 737-800 war in Thessaloniki gestartet und sollte nach Memmingen in Bayern fliegen. Kurz nach dem Start kam es jedoch zu einem schweren technischen Zwischenfall.
Bereits unmittelbar nach dem Vorfall hatten wir über das Ryanair-Drama auf dem Flug nach Bayern berichtet.
Triebwerksteil trifft Flugzeug und zerstört Fenster
Neue Untersuchungsergebnisse liefern inzwischen wichtige Hinweise auf den Ablauf. Nach bisherigen Erkenntnissen brach eine Komponente im rechten Triebwerk. Teile des Triebwerks trafen anschließend den Rumpf der Maschine und beschädigten ein Kabinenfenster.
Dadurch fiel der Kabinendruck plötzlich ab. Der 61-jährige Karović saß direkt an dem betroffenen Fenster. Sein Kopf und ein Arm gerieten durch die Öffnung nach draußen. Mehrere Passagiere reagierten sofort und zogen den Mann zurück in die Kabine.
Solche Zwischenfälle gehören zu den seltensten, aber gefährlichsten Ereignissen im Luftverkehr. Auch andere Flugunfälle zeigen, welche Folgen technische Probleme haben können. Erst im Juli berichteten wir über einen tödlichen Flugzeugabsturz in Ganderkesee.
Passagier erleidet schwere Verletzungen
Karović überlebte den dramatischen Zwischenfall. Allerdings erlitt er unter anderem Verletzungen an Hals, Schulter und Arm. Zudem berichtete seine Familie von starken körperlichen und psychischen Folgen.
Seine Frau und weitere Mitreisende spielten offenbar eine entscheidende Rolle bei seiner Rettung. Sie hielten den 61-Jährigen fest und zogen ihn wieder vollständig ins Flugzeug. Anschließend kümmerte sich ein Arzt an Bord um den Verletzten.
Die Piloten leiteten unterdessen den Rückflug nach Thessaloniki ein. Dort landete die Maschine sicher.
Untersuchung des Ryanair-Horrorflugs läuft weiter
Die Ermittler untersuchen weiterhin, warum das Triebwerksteil versagte. In dem betroffenen Triebwerk fanden Experten unter anderem Hinweise auf frühere Vogelschläge. Allerdings steht bislang nicht abschließend fest, welche Faktoren das Versagen tatsächlich ausgelöst haben.
Deshalb prüfen die Fachleute auch technische und materialbezogene Aspekte. Außerdem untersuchen sie die Wartungshistorie der Maschine. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB begleitet die Untersuchung. Informationen zu Flugunfalluntersuchungen stellt die National Transportation Safety Board bereit.
Auch bei anderen Flugunfällen untersuchen Experten die technische Ursache detailliert. So kamen bei einem Flugzeugabsturz in Watzenborn-Steinberg zwei Menschen ums Leben.
Anwalt bereitet Millionen-Klage vor
Für Ryanair könnte der Vorfall nun auch erhebliche juristische Folgen haben. Der Anwalt von Karović bereitet nach eigenen Angaben eine Schadenersatzforderung in Millionenhöhe vor. Zudem soll er weitere Passagiere des Fluges vertreten.
Dabei dürften nicht nur die Verletzungen des 61-Jährigen eine Rolle spielen. Auch mögliche psychische Folgen sowie Ansprüche weiterer Passagiere könnten Gegenstand rechtlicher Schritte werden.
Welche Unternehmen am Ende rechtlich verantwortlich sind, steht derzeit jedoch nicht fest. Neben der Fluggesellschaft könnten im weiteren Verlauf auch technische Fragen rund um das Flugzeug und das Triebwerk eine Rolle spielen. Die laufenden Ermittlungen müssen zunächst klären, wie es zu dem Defekt kam.
Flugsicherheit rückt erneut in den Mittelpunkt
Der außergewöhnliche Ryanair-Horrorflug wirft erneut Fragen zur Sicherheit im Luftverkehr auf. Technische Zwischenfälle führen deshalb regelmäßig zu umfangreichen Kontrollen. So musste beispielsweise ein Regierungsflugzeug nach einer Warnmeldung in Leipzig landen.
Gefahren können jedoch auch innerhalb der Kabine entstehen. Bei einem anderen Zwischenfall sorgte ein Feuer im Handgepäck für Flammen an Bord eines Flugzeugs.
Darüber hinaus können äußere Einwirkungen den Luftverkehr gefährden. Die Polizei ermittelte beispielsweise nach einem Laserangriff auf ein Flugzeug im Landeanflug.
Der aktuelle Fall zeigt zugleich, wie entscheidend schnelles Handeln in einer Extremsituation sein kann. Die Mitreisenden reagierten innerhalb weniger Augenblicke und verhinderten damit möglicherweise eine noch größere Tragödie.
Wie hoch mögliche Schadenersatzzahlungen nach dem Ryanair-Horrorflug tatsächlich ausfallen und wer dafür aufkommen muss, dürfte sich deshalb erst nach weiteren Ermittlungen und möglichen Gerichtsverfahren zeigen.
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erstellt mit Hilfe von KI
