Razzien nach Streit zwischen zwei Familien
Nach der schweren Auseinandersetzung zwischen zwei Familien in Köln-Mülheim haben Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen ausgeweitet. Am Donnerstagmorgen, 20. August 2026, rückten Spezialkräfte zu mehreren Wohnungen aus. Der SEK-Einsatz in Köln-Mülheim führte die Ermittler zu insgesamt vier Objekten. Inzwischen gelten zehn Personen als Tatverdächtige.
Die Durchsuchungen hängen mit den Ereignissen vom 3. August zusammen. Damals eskalierte ein Konflikt auf der Berliner Straße. Dabei kamen nach bisherigen Erkenntnissen sowohl Messer als auch Schusswaffen zum Einsatz. Vier Menschen erlitten Verletzungen. Eine Mordkommission übernahm anschließend die Ermittlungen.
Über den ursprünglichen Vorfall berichteten wir bereits ausführlich in unserem Beitrag zu den Schüssen und Messerstichen in Köln-Mülheim.
SEK-Einsatz in Köln-Mülheim: Vier Wohnungen durchsucht
Die Einsatzkräfte durchsuchten Wohnungen an der Odenthaler Straße, der Schützenhofstraße sowie an der Berliner Straße. Dabei stellten die Ermittler mehrere Mobiltelefone und verschiedene Datenträger sicher. Außerdem fanden sie drei Macheten und ein Messer.
Darüber hinaus transportierten die Beamten einen Mercedes ab. Die Ermittler wollen das Fahrzeug nun auf mögliche Beweismittel untersuchen. Vor allem die Auswertung der sichergestellten Mobiltelefone und Datenträger könnte neue Erkenntnisse liefern.
Welche Rolle die einzelnen zehn Beschuldigten bei der Auseinandersetzung gespielt haben sollen, steht derzeit noch nicht abschließend fest. Ebenso suchen die Ermittler weiterhin nach dem genauen Auslöser des Konflikts.
Auch in früheren Fällen rückten Spezialkräfte wegen bewaffneter Personen in Köln aus. So nahm ein SEK in Köln-Bocklemünd einen Mann nach einem Einsatz mit einer Machete fest.
Vier Menschen bei Auseinandersetzung verletzt
Bei dem Vorfall am 3. August erlitten insgesamt vier Menschen Verletzungen. Zwei Männer im Alter von 24 und 48 Jahren wiesen Stichverletzungen auf. Zudem erlitten eine 39-jährige Frau sowie ein 42 Jahre alter Mann Schussverletzungen.
Rettungskräfte brachten alle vier Betroffenen noch am Abend in Krankenhäuser. Nach dem aktuellen Stand konnten drei Personen die Kliniken mittlerweile wieder verlassen. Eine Person befindet sich weiterhin in medizinischer Behandlung.
Bereits in der Tatnacht richtete die Polizei eine Mordkommission ein. Die Ermittler werteten Spuren aus und befragten mögliche Zeugen. Außerdem nahmen Beamte zunächst drei junge Männer vorläufig fest.
Ermittler kennen zehn Tatverdächtige
Inzwischen haben die Behörden insgesamt zehn Tatverdächtige identifiziert. Der SEK-Einsatz in Köln-Mülheim soll nun weitere Erkenntnisse über die jeweiligen Beteiligungen liefern.
Konflikte mit Schusswaffen beschäftigten die Kölner Polizei bereits mehrfach. In einem früheren Fall durchsuchten Beamte beispielsweise die Wohnung eines Kölners nach einer mutmaßlichen Bedrohung mit einer Schusswaffe. Auch nach Schüssen auf ein Geschäft in der Kölner Keupstraße gingen Ermittler Hinweisen auf einen familiären Konflikt nach.
Verbindung zu ausreisepflichtigen Personen sorgt für Aufmerksamkeit
Ein weiterer Aspekt des aktuellen Falls betrifft Mitglieder einer der beteiligten Familien. Nach dem vorliegenden Bericht befanden sich Personen aus diesem Umfeld auf der sogenannten „Liste Coesfeld“.
Dieses Verzeichnis entstand im Jahr 2024 und erfasst rund 500 ausreisepflichtige Personen aus den Westbalkanstaaten. Der Kreis Coesfeld hatte der Stadt Köln Unterstützung bei der Beschaffung von Ausreisedokumenten angeboten. Die Stadt nahm diese Hilfe jedoch nicht an.
Nach Angaben der Stadt lag dies an einer missverständlichen und unglücklichen Kommunikation innerhalb der zuständigen Ausländerbehörde. Ob dieser Vorgang für das laufende Strafverfahren eine unmittelbare Bedeutung hat, ist derzeit nicht bekannt.
Auswertung der Beweismittel läuft
Die Ermittler konzentrieren sich jetzt vor allem auf die sichergestellten Mobiltelefone, Datenträger und das Fahrzeug. Daraus könnten sich Hinweise auf den Ablauf der Auseinandersetzung sowie auf die Beteiligung einzelner Beschuldigter ergeben.
Wohnungsdurchsuchungen führen in Köln immer wieder zu umfangreichen Sicherstellungen. Bei einem früheren Einsatz entdeckten Beamte beispielsweise bei einer Wohnungsdurchsuchung in Köln-Mülheim mehrere Beweismittel. In einem anderen Verfahren stellte die Polizei mehrere Kilogramm Drogen sowie eine Schusswaffe sicher.
Weitere Informationen veröffentlicht die Polizei Köln. Aktuelle überregionale Blaulichtmeldungen findest Du außerdem bei Blaulicht Deutschland.
Die Ermittlungen zu dem Konflikt zwischen den beiden Familien dauern an. Insbesondere die genaue Rollenverteilung sowie die Hintergründe der Auseinandersetzung müssen die Behörden noch klären.
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