Kirchroth: Spaziergängerin entdeckt riesige Anakonda an der Donau
Kirchroth – Mit einem solchen Anblick hatte eine Spaziergängerin in Niederbayern wohl kaum gerechnet: In der Nähe der Donau entdeckte sie eine rund zwei Meter lange Schlange. Schnell stellte sich heraus, dass es sich nicht um eine heimische Art handelte. Stattdessen lag dort eine Anakonda an der Donau – eine Würgeschlange, deren natürliche Heimat eigentlich in Südamerika liegt.
Der ungewöhnliche Fund ereignete sich am 5. September 2026 auf einer Freifläche zwischen Kirchroth und Oberzeitldorn im Landkreis Straubing-Bogen. Nachdem die Frau das große Tier entdeckt hatte, verständigte sie die Polizei.
Polizei und Feuerwehr rücken wegen Anakonda aus
Eine Streife der nahe gelegenen Autobahnpolizeistation traf wenig später am Fundort ein. Weil zunächst geklärt werden musste, um welche Schlangenart es sich genau handelt, wurde außerdem eine Reptilienexpertin hinzugezogen.
Das Ergebnis sorgte schließlich für Gewissheit: Bei dem etwa zwei Meter langen Tier handelte es sich tatsächlich um eine Anakonda. Daraufhin wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Kirchroth um Amtshilfe gebeten.
Für die Einsatzkräfte war dies alles andere als ein gewöhnlicher Einsatz. Deshalb mussten sie teilweise improvisieren. Eine Mehrzweckbox, die normalerweise für andere Zwecke verwendet wird, diente kurzerhand als Transportbehälter. Zudem kamen dicke Lederhandschuhe sowie ein Wasserschieber zum Einsatz.
Ungewöhnliche Tierrettungen beschäftigen Polizei und Feuerwehr immer wieder. So musste die Feuerwehr München beispielsweise bereits eine exotische Schlange an einem See einfangen. Auch eine Schlange auf einer Terrasse sorgte in der Vergangenheit für einen Einsatz.
Würgeschlange bleibt beim Einfangen ruhig
Obwohl Anakondas durchaus wehrhaft sein können, blieb das gefundene Tier während des Einsatzes offenbar ausgesprochen ruhig. Dadurch gelang es einem Polizeibeamten, die Schlange sicher einzufangen.
Anschließend wurde die Anakonda zunächst zur Dienststelle der Autobahnpolizei gebracht. Danach ging es für das exotische Tier weiter nach München. Dort wurde die Würgeschlange in der Auffangstation für Reptilien München untergebracht.
Die Einrichtung kümmert sich regelmäßig um exotische Tiere, die gefunden, abgegeben oder von Behörden sichergestellt werden. Auch auf BlaulichtMYK wurde bereits über die Arbeit der Reptilienauffangstation München berichtet.
Woher kam die Anakonda?
Weiterhin offen ist allerdings die entscheidende Frage: Wie gelangte eine südamerikanische Würgeschlange überhaupt an die Donau?
Die Polizei sucht deshalb nach dem Besitzer beziehungsweise nach Hinweisen auf die Herkunft des Tieres. Nach Angaben der Einsatzkräfte ist die Haltung einer solchen Schlange in Bayern meldepflichtig. Auch BR24 berichtete über die Suche nach dem Besitzer.
Da die Anakonda augenscheinlich in einem vergleichsweise guten Zustand war, steht auch die Möglichkeit im Raum, dass sie aus einer Haltung entkommen sein könnte. Woher das Tier tatsächlich stammt, ist bislang jedoch nicht abschließend geklärt.
Ungewöhnliche Tiere sorgen immer wieder für Einsätze
Dass größere oder exotische Tiere für Einsätze sorgen, ist keineswegs einmalig. So musste die Feuerwehr schon eine Äskulapnatter in einer Kindertagesstätte einfangen. In einem anderen Fall wurde ein eingeklemmtes Huhn von Einsatzkräften befreit. Selbst ein Reh in einem Metalltor erforderte bereits die Hilfe von Polizei und Feuerwehr.
Für die Spaziergängerin dürfte der Ausflug an die Donau jedenfalls noch lange in Erinnerung bleiben. Statt einer heimischen Ringelnatter oder eines anderen gewöhnlichen Tieres lag plötzlich eine rund zwei Meter lange Anakonda am Wegesrand.
