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Streit um Strafmündigkeit: Uneinig bei Jugendkriminalität

17. Juni 2026 3 Minuten gelesen
Strafmündigkeit bei Kindern

Streit um Strafmündigkeit: Union und SPD uneinig bei Jugendkriminalität

Die steigende Zahl gewalttätiger Kinder und Jugendlicher sorgt bundesweit für eine intensive politische Debatte. Während Vertreter der Union eine Überprüfung der bisherigen Altersgrenze für die Strafmündigkeit fordern, lehnt die SPD entsprechende Änderungen ab. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Deutschland auf zunehmende Gewaltkriminalität durch Kinder reagieren soll.

Tausende tatverdächtige Kinder bundesweit registriert

Die Strafmündigkeit beginnt in Deutschland derzeit mit dem vollendeten 14. Lebensjahr. Dennoch registrierten die Sicherheitsbehörden im Jahr 2025 bundesweit rund 14.200 Kinder unter 14 Jahren als tatverdächtige Gewalttäter.

Besonders in Berlin zeigen die Zahlen die Entwicklung deutlich. Dort verübten Kinder im vergangenen Jahr 69 Messerangriffe. Zusätzlich drohten zehn Kinder mit Schusswaffen oder setzten diese sogar ein. Insgesamt registrierten die Behörden in der Hauptstadt 5.148 tatverdächtige Kinder. Darunter befanden sich 1.755 ausländische Tatverdächtige sowie 162 geflüchtete Zuwanderer.

Bundesweit wurden insgesamt 88.650 Kinder als Tatverdächtige erfasst. Von ihnen besaßen 27.436 keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Innenminister beraten über die Strafmündigkeit bei Kindern

Auf der Innenministerkonferenz in Hamburg steht das Thema auf der Tagesordnung. Ein Vorstoß aus Baden-Württemberg sieht vor, die bestehende Regelung wissenschaftlich überprüfen zu lassen. Bereits im Koalitionsvertrag hatten SPD und Union eine entsprechende Studie angekündigt. Bislang liegen jedoch keine Ergebnisse vor.

Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) bezeichnet den Anstieg der Kriminalität unter Kindern als besorgniserregend und fordert eine wissenschaftliche Überprüfung der aktuellen Altersgrenze.

Auch Brandenburgs CDU-Innenminister Jan Redmann spricht sich für frühere Eingriffsmöglichkeiten aus. Nach seiner Auffassung sollten bereits ab dem Alter von zwölf Jahren erzieherische Maßnahmen verhängt werden können, um kriminelle Entwicklungen frühzeitig zu stoppen.

SPD setzt auf Prävention und Jugendhilfe

Die SPD lehnt eine Absenkung der Strafmündigkeit bei Kindern weiterhin ab. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens verweist auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach eine frühere Bestrafung keine nachhaltige Lösung darstelle.

Stattdessen fordert sie eine stärkere Zusammenarbeit von Jugendämtern, Schulen und weiteren sozialen Einrichtungen. Auch Berlins Innensenatorin Iris Spranger sieht Kinder unter 14 Jahren nicht als ausreichend reif an, um strafrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werden.

CSU bringt neues Verantwortungsverfahren ins Gespräch

Neben der Diskussion über die Strafmündigkeit bei Kindern wird innerhalb der Koalition ein weiterer Vorschlag diskutiert. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Christian Moser plädiert für ein sogenanntes Verantwortungsverfahren.

Dieses Modell würde die bisherige Altersgrenze nicht verändern. Allerdings könnten Gerichte künftig gegen straffällige Kinder unter 14 Jahren erzieherische Auflagen verhängen. An den Verfahren würden auch die Eltern beteiligt.

Die SPD sieht auch diesen Ansatz kritisch. Die Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge warnt davor, dass dadurch wesentliche Elemente eines Strafverfahrens eingeführt würden, obwohl die betroffenen Kinder nach geltendem Recht noch nicht strafmündig sind.

Politische Einigung derzeit nicht in Sicht

Die Debatte über die Strafmündigkeit bei Kindern dürfte die Politik weiter beschäftigen. Während die Union auf frühere staatliche Eingriffe setzt, fordert die SPD vor allem mehr Prävention und soziale Unterstützung. Eine gemeinsame Linie zeichnet sich aktuell nicht ab.

Weitere Nachrichten aus Deutschland finden Sie auch in unserer Rubrik Deutschland. Aktuelle Polizeimeldungen lesen Sie zudem unter News sowie im Bereich Fahndungen.

Weiterführende Informationen stellt außerdem die Bundesregierung beziehungsweise das Bundesinnenministerium bereit.

Wichtige Polizeimeldungen aus der ganzen Welt findest Du hier.

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