Waldbrand im Hohen Venn bleibt unberechenbar – Wind könnte Lage wieder verschärfen
Monschau. Der Waldbrand im Hohen Venn hält die Einsatzkräfte an der deutsch-belgischen Grenze weiterhin in Atem. Zwar breitete sich das Feuer in der Nacht zum Dienstag zunächst nicht weiter aus. Dennoch warnen die Verantwortlichen vor einer weiterhin schwer kalkulierbaren Lage. Vor allem kräftiger Südwestwind und mögliche Böen könnten die Flammen erneut anfachen.
Gleichzeitig erwarten die Einsatzkräfte am Dienstag weiteren Regen. Dieser kann die Löscharbeiten unterstützen. Allerdings reicht der Niederschlag allein nicht aus, um die zahlreichen Brand- und Glutnester vollständig zu löschen. Besonders die trockenen Moor- und Torfböden bereiten den Einsatzkräften große Sorgen.
Waldbrand im Hohen Venn bleibt schwer berechenbar
Der Waldbrand im Hohen Venn hat in den vergangenen Tagen bereits enorme Flächen erfasst. Zwischenzeitlich kamen einzelne Brandstellen bis auf rund 300 Meter an die deutsche Grenze heran. Deshalb ordneten die Behörden am Sonntagabend die Evakuierung der Bereiche Ruitzhof und Geisberg in Monschau-Kalterherberg an.
Rund 30 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Viele Betroffene kamen bei Freunden oder Angehörigen unter. Eine Betreuungsstelle stand ebenfalls bereit. Die Stadt Monschau informiert fortlaufend über die Entwicklung des Vennbrandes.
Für die Region ist der aktuelle Einsatz nicht die erste schwere Brandlage. Erst Anfang Juli kamen bei einem Wohnhausbrand in Monschau-Höfen drei Menschen ums Leben.
Starker Wind könnte am Dienstag zum Problem werden
Monschaus Feuerwehr bereitet sich nun vor allem auf eine mögliche Veränderung des Wetters vor. Die Einsatzleitung rechnet mit stärkeren Winden und Böen aus Südwest. Dadurch kann sich die Richtung der Rauch- und Feuerfront kurzfristig verändern.
Genau deshalb bleibt der Waldbrand im Hohen Venn trotz der leichten Entspannung während der Nacht gefährlich. Die Einsatzkräfte beobachten das Gebiet laufend und passen ihre Maßnahmen an die Wetterentwicklung an.
Die StädteRegion Aachen unterstützt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Außerdem beteiligen sich deutsche Feuerwehren, das THW, Rettungsdienste und weitere Kräfte an dem umfangreichen Einsatz.
Glutnester können noch wochenlang gefährlich bleiben
Eine besondere Herausforderung bilden die tief liegenden Glutnester. Feuer kann sich in trockenen Moor- und Torfschichten unter der Oberfläche weiterbewegen. Deshalb reicht es nicht, sichtbare Flammen zu löschen. Vielmehr müssen die Kräfte betroffene Bereiche intensiv mit Wasser durchtränken.
Solche Einsätze können lange dauern. Wie schwierig Wald- und Moorbrände verlaufen können, zeigte bereits ein größerer Wald- und Moorbrand im April. Auch dort beschäftigten mögliche Schwelbrände die Feuerwehr nach den eigentlichen Löscharbeiten weiter.
Regen hilft – erschwert aber gleichzeitig die Löscharbeiten
Der Niederschlag sorgt für Abkühlung und erhöht die Feuchtigkeit. Allerdings verwandelt der Regen den ohnehin schwierigen Untergrund teilweise in tiefen Schlamm. Dadurch können schwere Feuerwehrfahrzeuge einige Bereiche kaum erreichen.
Die Einsatzkräfte müssen deshalb teilweise mit langen Schlauchleitungen arbeiten. Das kostet Kraft und Zeit. Bereits am Montag waren zahlreiche Feuerwehrleute direkt im Brandgebiet im Einsatz. Eine Einsatzkraft aus Monschau kam mit gesundheitlichen Problemen in ein Krankenhaus.
Auch andere große Brände zeigen, wie personalintensiv solche Einsätze ausfallen. So waren beim Großbrand in Ettringen zahlreiche Feuerwehren über viele Stunden gefordert.
Einsatzkräfte bleiben in erhöhter Bereitschaft
Die Feuerwehr und die Behörden beobachten den Waldbrand im Hohen Venn weiterhin rund um die Uhr. Eine schnelle Entwarnung zeichnet sich derzeit nicht ab. Denn selbst wenn die offenen Flammen unter Kontrolle kommen, können versteckte Glutnester erneut Feuer entfachen.
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Die Entwicklung im Hohen Venn bleibt deshalb auch am Dienstag unter genauer Beobachtung. Entscheidend werden vor allem Wind, Niederschlag und das Verhalten der zahlreichen Glutnester sein.
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