München – Ein mutmaßlicher Telefonbetrüger muss sich derzeit vor dem Landgericht München verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann insgesamt 20 Betrugsfälle vor. In 14 Fällen soll der falsche Polizist gezielt Seniorinnen und Senioren aus München angerufen haben. Insgesamt geht es um eine Beute von rund 107.000 Euro.
Der Prozess gegen Carsten M. begann am Montag, 17. August 2026, vor der 9. Strafkammer des Landgerichts München. Dabei soll der Angeklagte eine wichtige Rolle innerhalb einer professionell organisierten Tätergruppe gespielt haben. Anders als viele sogenannte Abholer soll er die Opfer selbst angerufen und anschließend die Übergabe von Bargeld organisiert haben.
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Falscher Polizist täuschte angebliche Ermittlungen vor
Nach den Vorwürfen nutzte der Angeklagte eine bekannte Betrugsmasche. Dabei gab sich der Anrufer als Polizeibeamter aus. Anschließend erzählte er seinen meist älteren Opfern eine erfundene Geschichte über angebliche Ermittlungen.
So behauptete der falsche Polizist unter anderem, die Namen der Angerufenen befänden sich auf einer Liste von Kriminellen. Zudem sollen angeblich korrupte Bankmitarbeiter geplant haben, das Vermögen der Senioren ins Ausland zu schaffen.
Dadurch erzeugten die Täter erheblichen Druck. Die Betroffenen sollten ihr Geld deshalb möglichst schnell von der Bank abheben. Anschließend sollten sie das Bargeld einem vermeintlichen Ermittler übergeben.
Ähnliche Fälle beschäftigen die Polizei seit Jahren. Auch Blaulicht-Report berichtete bereits über eine Welle von Anrufen falscher Polizeibeamter. In einem anderen Fall konnte eine aufmerksame Pflegedienstmitarbeiterin sogar zwei falsche Polizisten in eine Falle locken.
Vier Betrugsfälle sollen erfolgreich gewesen sein
In 14 Fällen soll der Angeklagte Senioren in München angerufen haben. Betroffen waren unter anderem Menschen am Feldmochinger Blütenanger sowie in Neubiberg. Allerdings gelang es den Betrügern nicht bei jedem Versuch, Geld zu erbeuten.
Nach den bisherigen Angaben funktionierte die Masche in einem Münchner Fall sowie in drei weiteren Fällen außerhalb der Stadt. Insgesamt soll die Tätergruppe dabei etwa 107.000 Euro erbeutet haben.
Dass solche Betrugsfälle enorme Schäden verursachen können, zeigt auch ein früherer Fall. Damals ermittelte die Polizei gegen eine Tätergruppe wegen bandenmäßigen Betrugs zum Nachteil älterer Menschen. Bei einem weiteren Fall warnten Ermittler ausdrücklich vor Schockanrufen durch falsche Polizeibeamte.
Angeklagter gesteht Vorwürfe vor Gericht
Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe zum Prozessauftakt offenbar nicht. Stattdessen gestand er die ihm vorgeworfenen Taten. Außerdem kündigte er an, den Ermittlern Informationen über Hintergründe und mögliche Mittäter zu geben.
Eine weitere Frage beschäftigt das Gericht bei der möglichen Strafzumessung. Carsten M. saß bereits rund drei Jahre im Libanon im Gefängnis. Dort verurteilte ihn ein Gericht wegen Straftaten, die er nach Angaben seiner Verteidigung ebenfalls aus dem Libanon organisiert haben soll.
Seine Anwälte wollen erreichen, dass das Landgericht diese Haftzeit berücksichtigt. Zunächst müssen die Prozessbeteiligten jedoch klären, welche konkreten Taten das Urteil aus dem Libanon betrifft.
Polizei warnt dringend vor falschen Polizeibeamten
Die Bayerische Polizei warnt regelmäßig vor organisiertem Callcenterbetrug. Täter geben sich dabei als Polizisten, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen aus. Anschließend setzen sie ihre Opfer massiv unter Druck.
Die Polizei fordert Bürger deshalb auf, am Telefon keine Angaben über Bargeld, Konten oder Wertgegenstände zu machen. Außerdem sollten Angerufene niemals Geld oder Schmuck an unbekannte Personen übergeben. Wer Zweifel hat, sollte das Gespräch beenden und anschließend selbst die 110 wählen.
Auch ältere Fälle zeigen, wie unterschiedlich die Betrüger auftreten. So berichteten wir bereits über Kriminelle, die sich als Polizeibeamte ausgaben. Weitere Polizeimeldungen findest Du außerdem auf Blaulicht Deutschland.
Der Prozess in München soll voraussichtlich bis Mitte September 2026 dauern. Dabei könnte vor allem das angekündigte Kooperationsangebot des Angeklagten weitere Erkenntnisse über die Strukturen der Betrügergruppe liefern.
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erstellt mit Hilfe von KI
