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Wende im Rocker-Mordprozess in Köln

17. Juli 2026 4 Minuten gelesen
Park Mord

Wende im Rocker-Mordprozess: Mutmaßlicher Schütze darf nach Deutschland überstellt werden

Im Prozess um den tödlichen Angriff auf den Hells-Angels-Rocker Eren Y. zeichnet sich eine möglicherweise entscheidende Wendung ab. Ein Gericht in Istanbul hat offenbar die Überstellung des mutmaßlichen Auftragskillers Marco C. nach Deutschland genehmigt. Der 29-Jährige könnte damit zu einem wichtigen Zeugen im laufenden Verfahren gegen den mutmaßlichen Auftraggeber Hami S. werden.

Der Prozess vor dem Kölner Landgericht war zuletzt nur schleppend vorangekommen. Denn die Beteiligten warteten seit Monaten auf eine Entscheidung der türkischen Behörden. Nun könnte neue Bewegung in das Verfahren kommen.

Mutmaßlicher Auftragsmord im Mülheimer Böcking-Park

Der damals 35-jährige Eren Y. war im Mai 2023 im Bereich des Böcking-Parks im Kölner Stadtteil Mülheim erschossen worden. Nach Ansicht der Ermittler soll es sich um einen gezielten Auftragsmord aus dem Rockermilieu gehandelt haben.

Der mutmaßliche Auftraggeber Hami S. muss sich deshalb derzeit vor dem Kölner Landgericht verantworten. Allerdings gilt für ihn bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.

Eine zentrale Rolle in dem Verfahren spielt Marco C., der auch unter dem Spitznamen „Toblerone“ bekannt sein soll. Nach der Tat hielt er sich in der Türkei auf. Im April 2026 stellte er sich dort überraschend den Behörden. Anschließend kam er für mehrere Monate in Auslieferungshaft.

Gericht in Istanbul stimmt Überstellung zu

Nach rund drei Monaten hat ein Istanbuler Gericht nun entschieden, dass Marco C. nach Deutschland gebracht werden kann. Wann die Überstellung tatsächlich erfolgt, ist allerdings noch unklar.

Der Vorsitzende Richter Martin Kümpel konnte während der Verhandlung am Mittwoch noch keinen konkreten Termin nennen. Sobald neue Informationen vorliegen, sollen die Prozessbeteiligten unverzüglich informiert werden.

Auch die Vertreterin der Opferseite, Rechtsanwältin Funda Bicakoglu, hatte zuvor deutlich gemacht, wie wichtig Informationen aus dem türkischen Verfahren sind. Zwischenzeitlich hatte sie sogar darüber nachgedacht, über eine Zulassung in der Türkei Einblick in die dortigen Unterlagen zu erhalten.

Marco C. kündigt umfassende Aussage an

Besonders brisant ist, dass Marco C. über seinen Verteidiger André Miegel bereits eine umfassende Aussage angekündigt hat. Demnach wolle der 29-Jährige zur Aufklärung des Falls beitragen und seine Sicht der Ereignisse ausführlich schildern.

Gleichzeitig weist Marco C. den Vorwurf zurück, selbst die tödlichen Schüsse auf Eren Y. abgegeben zu haben. Sein Anwalt erklärte, man werde sich gegen den Mordvorwurf verteidigen. Marco C. könnte somit nicht nur als Beschuldigter, sondern auch als zentraler Zeuge im Verfahren gegen den mutmaßlichen Auftraggeber auftreten.

Weiterer Rocker als möglicher Schütze im Fokus

Als möglicher Todesschütze kommt nach den bisherigen Erkenntnissen außerdem der 33-jährige Emre U. infrage. Auch er soll nach der Tat in die Türkei geflüchtet sein. Welche Rolle die einzelnen Männer tatsächlich gespielt haben, muss nun im weiteren Verlauf des Gerichtsverfahrens geklärt werden.

Die angekündigte Aussage von Marco C. könnte dabei von großer Bedeutung sein. Sie könnte entweder die bisherigen Vorwürfe stützen oder den Ermittlungen eine völlig neue Richtung geben. Entscheidend wird jedoch sein, ob und wann der 29-Jährige tatsächlich nach Deutschland überstellt wird.

Prozess könnte entscheidend vorankommen

Für das Kölner Landgericht bedeutet die Entscheidung aus Istanbul zunächst einen wichtigen Fortschritt. Dennoch bleibt offen, wie schnell die organisatorischen und rechtlichen Schritte umgesetzt werden können.

Sollte Marco C. tatsächlich vor Gericht aussagen, dürften seine Angaben genau überprüft und mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen abgeglichen werden. Bis zur endgültigen Klärung der Vorwürfe gilt für alle Beschuldigten die gesetzliche Unschuldsvermutung.

Weitere Meldungen aus Deutschland finden Sie auch bei Police Report Worldwide.

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