Fahrzeuge und Luxushandtaschen gepfändet
Bei mehreren Zoll-Durchsuchungen in Kiel haben Einsatzkräfte Vermögensgegenstände im Wert von mehr als 100.000 Euro sichergestellt. Die Maßnahmen richteten sich gegen die Verantwortlichen einer Baufirma. Gegen sie besteht der Verdacht, Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten zu haben.
Zwölf Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Kiel durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel mehrere Wohn- und Geschäftsgebäude. Ein Gericht hatte zuvor einen Vermögensarrest in Höhe von rund 400.000 Euro angeordnet.
Zwei Fahrzeuge und hochwertige Handtaschen gepfändet
Im Zuge der Ermittlungen pfändeten die Einsatzkräfte zwei Fahrzeuge und zwei hochwertige Damenhandtaschen. Den Gesamtwert der bislang sichergestellten Vermögensgegenstände beziffert der Zoll auf mehr als 100.000 Euro.
Die Ermittler verdächtigen eine 39-jährige deutsche Staatsangehörige und ihren 48-jährigen Ehemann mit türkischer Staatsangehörigkeit. Die Frau führte das Unternehmen zunächst als Geschäftsführerin. Später übernahm ihr Ehemann die Geschäftsführung.
Nach Angaben des Zolls sollen die Verantwortlichen seit 2019 Arbeitnehmer im Baugewerbe beschäftigt haben, ohne sie vollständig oder überhaupt bei den zuständigen Stellen anzumelden. Dadurch sollen sie Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten haben.
Finanzamt entdeckte Auffälligkeiten in der Buchhaltung
Eine Lohnsteuerprüfung des Finanzamtes Kiel brachte die Ermittlungen ins Rollen. Die Prüfer stießen in der Buchhaltung und bei vorgelegten Rechnungen auf Auffälligkeiten. Anschließend übermittelte das Finanzamt seine Erkenntnisse an die Finanzkontrolle Schwarzarbeit.
Bei den Dokumenten soll es sich um sogenannte Abdeckrechnungen gehandelt haben. Unternehmen verbuchen dabei Rechnungen von angeblichen Subunternehmern, obwohl diese keine entsprechenden Leistungen erbracht haben. Solche Scheinrechnungen können dazu dienen, illegale Beschäftigung und nicht ordnungsgemäß abgerechnete Lohnzahlungen zu verschleiern.
Erste Durchsuchung erfolgte bereits im Juli
Die erste der Zoll-Durchsuchungen in Kiel fand bereits Mitte Juli 2026 statt. Dabei entdeckten die Ermittler Hinweise auf ein wertvolles Firmenfahrzeug. Der Wagen befand sich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht vor Ort. Die Einsatzkräfte pfändeten deshalb zunächst die Fahrzeugpapiere.
Nach Darstellung des Zolls meldeten die Beschuldigten diese Papiere später als gestohlen und ließen das Fahrzeug abmelden. Während einer zweiten Durchsuchung am 18. August 2026 fanden die Ermittler den Wagen. Sie pfändeten ihn und ließen ihn abtransportieren. Zudem stellten sie die Mobiltelefone der beiden Beschuldigten sicher.
Zweites Fahrzeug nach Folgemaßnahmen gefunden
Ein weiteres hochwertiges Fahrzeug soll aus dem Firmenvermögen in das Privatvermögen verschoben worden sein. Das Auto war zwischenzeitlich abgemeldet und befand sich zunächst an einem unbekannten Ort. In Zusammenarbeit mit der Landespolizei Schleswig-Holstein fanden die Ermittler schließlich auch diesen Wagen. Der Zoll pfändete das Fahrzeug und ließ es abschleppen.
Die Ermittler werten nun Mobiltelefone, Geschäftsunterlagen und weitere Beweismittel aus. Die Zoll-Durchsuchungen in Kiel bilden damit nur einen Teil des laufenden Verfahrens. Weitere Nachrichten aus Schleswig-Holstein und aktuelle Meldungen aus Deutschland gibt es bei Blaulicht-Report.
Die weiteren Ermittlungen dauern an. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gelten die beiden Beschuldigten als unschuldig.
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Erstellt mit Hilfe von KI
