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Aus 80 werden 240 Millionen Euro: WDR-Projekt sorgt für Wirbel

25. August 2026 4 Minuten gelesen
WDR-Filmhaus in Köln

WDR-Filmhaus in Köln: Einzug nach Kostenanstieg auf 240 Millionen Euro

Der Westdeutsche Rundfunk hat im August mit dem Einzug in das umfassend sanierte WDR-Filmhaus in Köln begonnen. Bis Ende September soll der Umzug vollständig abgeschlossen sein. Rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen anschließend in dem Gebäude arbeiten. Überschattet wird die Inbetriebnahme von jahrelangen Verzögerungen, stark gestiegenen Kosten und deutlicher Kritik an der Planung des Projekts.

Das 1974 errichtete Filmhaus liegt im Zentrum von Köln, nur wenige Hundert Meter vom Kölner Dom entfernt. Von dort aus produziert der WDR unter anderem die „Aktuelle Stunde“, das „ARD-Morgenmagazin“ und aktuelle Brennpunktsendungen.

Kosten für das WDR-Filmhaus in Köln stiegen deutlich

Nach dem Architekturwettbewerb im Jahr 2015 plante der WDR zunächst, die Arbeiten 2017 zu beginnen und das Gebäude 2020 fertigzustellen. Die tatsächlichen Bauarbeiten starteten 2018. Der nun laufende Einzug erfolgt damit rund sechs Jahre später als ursprünglich vorgesehen.

Auch die Kosten entwickelten sich deutlich anders als zunächst erwartet. In einer frühen Schätzung ging der Sender für Planung und Bau von etwa 80 Millionen Euro aus. Später nannte der WDR ein Gesamtbudget von 240 Millionen Euro. Nach Angaben des Senders umfasst diese Summe neben der eigentlichen Sanierung auch den Abriss, die Innenausstattung, die Studiotechnik, Ersatzunterkünfte und weitere Finanzierungskosten.

Der WDR erklärt, dass das Projekt nach jetzigem Stand innerhalb des Gesamtbudgets von 240 Millionen Euro bleibt. Dennoch sorgt die Entwicklung weiterhin für Kritik. Besonders die Frage, ob der Sender die verfügbaren Mittel wirtschaftlich eingesetzt hat, beschäftigt Kontrollorgane und Politik.

KEF kritisierte vermeidbare Kostensteigerungen

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten hatte bereits im Jahr 2020 rund 69,1 Millionen Euro für die Modernisierung nicht anerkannt. Die Kommission begründete diesen Schritt mit einem erheblichen Verstoß gegen die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Sie führte die Kostenentwicklung unter anderem auf gravierende Versäumnisse zurück.

Laut dem 24. KEF-Bericht erreichten die Ausgaben für das WDR-Filmhaus in Köln rechnerisch 16.283 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche. Der damals betrachtete Durchschnitt vergleichbarer Neu- und Umbauprojekte lag bei 6.342 Euro. Bei einem späteren Vergleich, der ausschließlich Sanierungen berücksichtigte, lag der Durchschnitt bei 12.032 Euro pro Quadratmeter.

Der WDR verwies darauf, dass sich Bauprojekte aufgrund unterschiedlicher Standorte, Zeiträume und technischer Anforderungen nur eingeschränkt vergleichen ließen. Die zentrale Lage in der Kölner Innenstadt habe die Logistik zusätzlich erschwert.

Landesrechnungshof beanstandete die Vorbereitung

Auch der Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen übte deutliche Kritik. Nach seiner Einschätzung trafen die verantwortlichen Gremien wichtige Entscheidungen, insbesondere zur Standortfrage, ohne ausreichende vorherige Untersuchungen. Dem Verwaltungsrat habe bei seiner Zustimmung außerdem kein belastbarer Kostenrahmen vorgelegen.

Der Verwaltungsrat räumte anschließend Fehler ein und erklärte, dass Geschäftsleitung und Aufsicht vergleichbare Bauprojekte künftig konsequenter nach etablierten Regeln der öffentlichen Hand planen und umsetzen müssten.

WDR verzichtet auf geplanten Kredit

Nach den vorliegenden Angaben finanziert der WDR das Projekt nun aus eigens gebildeten Reserven und verzichtet auf einen zunächst vorgesehenen Kredit. Für das Darlehen waren im aktuellen KEF-Bericht über vier Jahre Zinszahlungen in Höhe von 8,7 Millionen Euro eingeplant.

Die nicht anerkannten 69,1 Millionen Euro gelten als anrechenbare Eigenmittel. Sie fließen in die Berechnung des Finanzbedarfs ein und senken damit den Betrag, der über Rundfunkbeiträge finanziert werden kann.

Kritik an geplanten Designermöbeln

Zusätzliche Diskussionen löste 2024 eine Ausschreibung für die Möblierung aus. Darin führte der WDR unter anderem einen Sessel eines dänischen Herstellers als Referenzobjekt auf. Sein Listenpreis lag bei rund 4.500 Euro. Für 36 Exemplare hätte sich ohne Rabatte eine Summe von mehr als 161.000 Euro ergeben.

Nach öffentlicher Kritik startete der Sender das Verfahren neu und verzichtete nach eigenen Angaben auf einzelne Designstücke. Bei einer vergleichbaren Anzahl von insgesamt rund 2.700 Möbeln seien die Kosten um zwölf Prozent gesunken. Eine konkrete Endsumme nannte der WDR nicht.

Mit dem Einzug endet nun zwar die jahrelange Bauphase. Die Diskussion über Planung, Kontrolle und Finanzierung des WDR-Filmhauses in Köln dürfte jedoch weitergehen. Weitere Nachrichten aus Deutschland sowie aktuelle Meldungen finden Leser auf der Startseite von Blaulicht-Report.

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