Zoll-Schock in Bielefeld
Der Zoll in Bielefeld hat bei Kontrollen in zwei Restaurantbetrieben insgesamt sechs illegal beschäftigte vietnamesische Staatsangehörige festgestellt. In einem der Betriebe liefen gerade Umbauarbeiten. Die Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit überprüften deshalb die Arbeitsverhältnisse vor Ort. Dabei stellte sich heraus, dass die angetroffenen Männer nicht über die notwendigen Genehmigungen für eine Beschäftigung in Deutschland verfügten.
Die Kontrollen zeigen erneut, wie konsequent der Zoll gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung vorgeht. Der Fall aus Ostwestfalen sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil die Beamtinnen und Beamten nicht nur Verstöße gegen das Aufenthalts- und Arbeitsrecht feststellten, sondern auch bedrückende Unterbringungsverhältnisse entdeckten.
Erste Kontrolle am 3. März 2026 in Bielefeld
Am 3. März 2026 kontrollierten Beamtinnen und Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Bielefeld ein Restaurant in einem Bielefelder Stadtteil. Dort fanden zu diesem Zeitpunkt Umbau- und Renovierungsarbeiten statt. Genau diese Arbeiten gaben den Anlass für die Prüfung nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz.
Vor Ort trafen die Einsatzkräfte vier männliche vietnamesische Staatsangehörige im Alter zwischen 31 und 43 Jahren an. Die Männer führten nach den Feststellungen des Zolls Renovierungs- und Umbauarbeiten aus. Keiner von ihnen konnte Dokumente vorlegen, die eine Beschäftigung in Deutschland erlaubt hätten. Daraufhin leitete der Zoll strafrechtliche Ermittlungsverfahren ein.
Arbeiter schliefen laut Zoll im Keller des Restaurants
Besonders brisant entwickelte sich die Kontrolle im weiteren Verlauf. Nach Angaben des Hauptzollamts Bielefeld stellte sich heraus, dass die Arbeiter unter katastrophalen Bedingungen untergebracht waren. Sie schliefen demnach im Keller des umzubauenden Restaurants auf zusammengestellten Tischen.
Der Pressesprecher des Hauptzollamts Bielefeld, Ralf Wagenfeld, sprach in diesem Zusammenhang von erschütternden Zuständen. Damit rückt der Fall nicht nur die illegale Beschäftigung in den Fokus, sondern auch die menschenunwürdige Unterbringung der betroffenen Personen.
Zweite Kontrolle am 6. März 2026
Nur drei Tage später überprüften Beamtinnen und Beamte des Zolls ein weiteres Restaurant in Bielefeld. In der Küche trafen sie zwei weitere männliche vietnamesische Staatsangehörige im Alter von 25 und 41 Jahren bei der Arbeit an. Auch diese beiden Männer konnten keine zwingend erforderlichen Dokumente für eine Arbeitsaufnahme im Bundesgebiet vorlegen.
Einer der Männer versuchte nach Angaben des Zolls, sich mit einem angeblichen französischen Reisepass auszuweisen. Die Einsatzkräfte erkannten das Dokument jedoch als Fälschung. Die zweite angetroffene Küchenkraft wollte sich der Kontrolle durch Flucht entziehen. Die Beamtinnen und Beamten stellten die Person aber unmittelbar.
Ermittlungen gegen Betreiberin eingeleitet
Nach Angaben des Hauptzollamts Bielefeld betreibt eine 39-jährige vietnamesische Staatsangehörige beide Restaurants. Wegen der festgestellten Verstöße leitete der Zoll strafrechtliche Ermittlungsverfahren ein. Der Fall unterstreicht, wie wichtig konsequente Kontrollen gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung bleiben.
Das Hauptzollamt Bielefeld bekämpft Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung mit vier Standorten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Herford, Paderborn, Hamm und Bielefeld. Weitere Meldungen aus ganz Deutschland findest Du auch in unserer Rubrik Deutschland. Weitere aktuelle Fahndungsfälle gibt es außerdem unter Fahndungen. Offizielle Informationen zum Zoll sowie zur Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Bielefeld stellt die Behörde online bereit.
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