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Siamesische Zwillinge sterben nach Trennung

19. August 2026 4 Minuten gelesen
Siamesische Zwillinge sterben nach Trennung

Ein tragischer medizinischer Fall erschüttert Brasilien: Die siamesischen Zwillinge Heloísa und Helena haben die letzte Operation ihrer aufwendigen Trennung nicht überlebt. Die Mädchen waren erst zwei Jahre und sieben Monate alt und seit ihrer Geburt am Kopf miteinander verbunden.

Mehr als ein Jahr lang bereitete ein großes Ärzteteam die komplizierte Behandlung vor. Dennoch kam es während der entscheidenden letzten Operation zu schweren Kreislaufproblemen. Am Ende konnten die Mediziner keines der beiden Mädchen retten.

Siamesische Zwillinge waren am Kopf miteinander verbunden

Heloísa und Helena kamen 2024 als sogenannte Kraniopagus-Zwillinge zur Welt. Dabei sind die Kinder im Bereich des Kopfes miteinander verbunden. Solche Fälle treten äußerst selten auf und stellen Mediziner vor enorme Herausforderungen.

Die Ärzte am Hospital das Clínicas in Ribeirão Preto im brasilianischen Bundesstaat São Paulo planten deshalb mehrere Eingriffe. Insgesamt bestand die Behandlung aus fünf Operationen. Dabei trennten die Mediziner schrittweise unter anderem Blutgefäße, welche die beiden Kinder miteinander verbanden.

Außerdem nutzten die Spezialisten umfangreiche Bildgebung, virtuelle Planungsverfahren und dreidimensionale Modelle. Dadurch konnten sie die komplizierte Anatomie der siamesischen Zwillinge vor den einzelnen Eingriffen genau untersuchen.

Weitere internationale Meldungen findest Du in unserem Bereich Weltweit. Auch andere Ereignisse aus Brasilien sorgten zuletzt für große Aufmerksamkeit. So berichteten wir über ein schweres Bungee-Unglück in Brasilien. Später folgten in diesem Fall weitere Festnahmen.

Mehr als 50 Spezialisten kämpfen um Heloísa und Helena

Die fünfte und letzte Operation begann am Samstag, dem 15. August 2026. Mehr als 50 Fachkräfte beteiligten sich an dem Eingriff. Insgesamt dauerte die Operation rund 15 Stunden.

Zunächst gelang es dem Team, die körperliche Verbindung der beiden Mädchen vollständig zu lösen. Allerdings entwickelten sich anschließend massive Kreislaufprobleme. Nach Angaben des behandelnden Teams zeigte eine Schwester zunächst einen sehr niedrigen Blutdruck. Gleichzeitig stieg der Blutdruck der anderen Schwester stark an.

Deshalb beschleunigten die Ärzte die endgültige Trennung. Sie hofften, anschließend beide Kinder unabhängig voneinander stabilisieren zu können. Doch genau nach der vollständigen Trennung verschlechterte sich der Zustand der Mädchen dramatisch.

Beide Mädchen erleiden einen Herzstillstand

Helena erlitt um 23.12 Uhr einen Herzstillstand. Das medizinische Team versuchte rund 25 Minuten lang, sie wiederzubeleben. Die Maßnahmen blieben jedoch erfolglos. Um 23.37 Uhr erklärten die Ärzte Helena für tot.

Nur 14 Minuten nach Helenas Herzstillstand brach auch der Kreislauf ihrer Schwester zusammen. Heloísa erlitt gegen 23.26 Uhr ebenfalls einen Herzstillstand. Auch bei ihr kämpften die Mediziner rund 25 Minuten um das Leben. Um 23.51 Uhr stand schließlich fest, dass auch Heloísa gestorben war.

Verbindung der siamesischen Zwillinge offenbar außergewöhnlich stark

Nach dem Eingriff schilderten die Ärzte eine Besonderheit des Falls. Offenbar reagierten die Organismen der beiden Mädchen wesentlich stärker aufeinander als zunächst angenommen.

Medikamente und sogar Bluttransfusionen, die ein Kind erhielt, zeigten demnach teilweise auch beim anderen Kind Auswirkungen. Diese außergewöhnlich intensive physiologische Verbindung erschwerte die Behandlung zusätzlich.

Zudem galten Heloísa und Helena gesundheitlich als besonders anfällig. Die Mädchen litten wiederholt unter Lungenentzündungen. Außerdem benötigten sie eine Tracheostomie zur Unterstützung der Atmung sowie eine Gastrostomie zur Ernährung.

Familie hatte große Hoffnung in die Trennung gesetzt

Trotz der erheblichen Risiken entschied sich die Familie gemeinsam mit den Medizinern für den aufwendigen Weg. Denn auch ein dauerhaftes Leben als verbundene Zwillinge hätte erhebliche gesundheitliche Folgen gehabt.

Nach Einschätzung der Ärzte hätten Heloísa und Helena nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur körperlichen Entwicklung gehabt. Deshalb verband die Familie mit der Trennung vor allem die Hoffnung auf mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität für beide Mädchen.

Nach dem tragischen Ausgang bedankte sich der Vater bei dem medizinischen Team für dessen Einsatz. Die Familie wusste, dass die Spezialisten alles versucht hatten, um den Kindern eine Zukunft nach der Trennung zu ermöglichen.

Klinik hatte bereits andere Zwillinge erfolgreich getrennt

Das Hospital das Clínicas in Ribeirão Preto besitzt große Erfahrung mit der Behandlung von am Kopf verbundenen Zwillingen. Bereits 2018 trennten Spezialisten dort Ysadora und Ysabelle. Im Jahr 2023 folgte die erfolgreiche Trennung von Alana und Mariah.

Der Fall von Heloísa und Helena war damit der dritte entsprechende Fall an der Klinik. Dieses Mal endete die hochkomplexe Behandlung jedoch tragisch.

Aktuelle Nachrichten und weitere internationale Ereignisse findest Du außerdem regelmäßig bei Blaulicht-Report. Weitere Meldungen stehen zudem bei Blaulicht Deutschland bereit.

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