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Oktoberfest-Schock: 32.000 mutmaßliche Upskirting-Videos von Frauen im Netz entdeckt

19. September 2026 6 Minuten gelesen
Upskirting Oktoberfest

München – Kurz vor dem Start des Oktoberfests 2026 sorgt eine Recherche für Entsetzen: Zehntausende Videos sollen Frauen auf der Wiesn in intimen Situationen zeigen. Besonders häufig stammen die Aufnahmen offenbar vom bekannten Fahrgeschäft „Teufelsrad“. Dabei geraten Röcke und Dirndl während der Fahrt nach oben – und offenbar filmen manche Zuschauer gezielt mit.

Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung lassen sich allein auf Plattformen des Meta-Konzerns rund 32.000 entsprechende Videos finden. Darüber hinaus tauchen ähnliche Aufnahmen auch auf YouTube und TikTok auf.

Zehntausende Aufnahmen vom Oktoberfest im Internet

Das Ausmaß ist erheblich. Denn es handelt sich offenbar nicht nur um einzelne Wiesn-Besucher, die zufällig einen problematischen Moment aufgenommen haben. Stattdessen sollen verschiedene Accounts immer wieder entsprechende Videos hochladen und teilweise gezielt damit Reichweite aufbauen.

Einige der Profile erreichen laut den Recherchen mehr als 100.000 Follower. Außerdem sollen manche Accounts kostenpflichtige Abonnements oder externe Angebote bewerben. Dadurch entsteht der Verdacht, dass zumindest ein Teil der Betreiber mit solchen Aufnahmen Geld verdienen will.

Besonders problematisch ist dabei: Die betroffenen Frauen wissen in vielen Fällen vermutlich nicht einmal, dass entsprechende Aufnahmen von ihnen existieren und anschließend einem riesigen Publikum präsentiert werden.

Ähnliche Fälle rund um problematische Inhalte in sozialen Netzwerken beschäftigen Behörden immer wieder. So berichteten wir beispielsweise bereits über ein Video in sozialen Medien, das von der Polizei überprüft wurde. Auch bei einem Fall von Erpressung mit intimen Bildern spielte die digitale Verbreitung eine entscheidende Rolle.

Was bedeutet „Upskirting“?

Beim sogenannten Upskirting fotografieren oder filmen Täter gezielt unter Röcke oder Kleider. Dabei entstehen Aufnahmen von Bereichen, die normalerweise vor Blicken geschützt sind. Smartphones und kleine Kameras ermöglichen solche Aufnahmen innerhalb weniger Sekunden.

Gerade Veranstaltungen mit großen Menschenmengen bieten dafür besondere Gelegenheiten. Am Teufelsrad kommt zusätzlich hinzu, dass Besucher auf einer sich schnell drehenden Scheibe sitzen. Während der Fahrt verlieren Teilnehmer immer wieder den Halt. Dadurch können Kleider oder Röcke verrutschen.

Das allein rechtfertigt jedoch selbstverständlich keine gezielten intimen Aufnahmen. Wer solche Situationen bewusst filmt, kann sich strafbar machen.

Upskirting kann in Deutschland eine Straftat sein

Der Gesetzgeber hat die Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen ausdrücklich geregelt. Nach § 184k Strafgesetzbuch drohen bei entsprechenden Taten eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Das Gesetz erfasst dabei nicht ausschließlich das Anfertigen entsprechender Bilder. Auch das Weitergeben oder Zugänglichmachen bestimmter unbefugt entstandener Aufnahmen kann strafbar sein.

Deshalb können nicht nur Menschen vor Ort ins Visier der Ermittler geraten. Auch die anschließende Verbreitung entsprechender Inhalte im Internet kann rechtliche Konsequenzen haben.

Accounts sollen mit den Aufnahmen enorme Reichweiten erzielen

Die Recherche zeigt außerdem, wie schnell aus einzelnen Aufnahmen ein internationales Geschäft mit Klicks entstehen kann. Laut Berichten geben verschiedene untersuchte Accounts Standorte in Ländern wie Vietnam oder Kambodscha an. Andere Konten sollen wiederum in den USA registriert sein.

Teilweise nutzen die Betreiber offenbar KI-generierte Bilder von Frauen in Dirndl, damit ihre Profile zunächst wie gewöhnliche Unterhaltungsseiten wirken. Zwischen diesen Beiträgen erscheinen anschließend entsprechende Videos von der Wiesn.

Das Problem beschränkt sich deshalb längst nicht mehr auf einen einzelnen Zuschauer am Rand eines Fahrgeschäfts. Sobald jemand ein Video hochlädt, können andere Nutzer es kopieren, erneut veröffentlichen und innerhalb kürzester Zeit weltweit verbreiten.

Auch andere Social-Media-Phänomene beschäftigen derzeit die Polizei. Erst kürzlich berichteten wir über Ermittlungen nach einem Social-Media-Trend. Zudem warnte die Polizei zuletzt vor Betrugsmaschen über TikTok.

Meta kündigt Löschung entsprechender Inhalte an

Meta erklärte laut den Berichten, dass entsprechende Inhalte gegen die eigenen Regeln zu Nacktheit und sexuellen Aktivitäten verstoßen. Wenn das Unternehmen solche Beiträge entdeckt beziehungsweise Hinweise darauf erhält, sollen die Videos entfernt werden.

Allerdings zeigt sich bei der Masse an Aufnahmen ein grundsätzliches Problem. Selbst wenn Plattformen einzelne Videos löschen, können bereits Kopien existieren. Außerdem können Nutzer Aufnahmen auf anderen Plattformen erneut hochladen.

Auch TikTok verweist auf technische Systeme und Moderationsteams, die entsprechende Inhalte erkennen und entfernen sollen. Dennoch fanden Journalisten auch nach Löschaktionen weiterhin vergleichbare Profile und Aufnahmen.

Teufelsrad steht besonders im Mittelpunkt

Das traditionelle Teufelsrad gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Attraktionen der Münchner Wiesn. Teilnehmer setzen sich dabei auf eine große, rotierende Scheibe und versuchen, möglichst lange darauf sitzen zu bleiben.

Gerade diese Konstruktion führt allerdings dazu, dass Kleidungsstücke während der Fahrt verrutschen können. Nach Berichten reagierten die Verantwortlichen bereits mit Maßnahmen und Hinweisen rund um Fotoaufnahmen.

Dass das Oktoberfest neben ausgelassener Stimmung auch immer wieder Einsatzkräfte beschäftigt, zeigte bereits die Abschlussbilanz der Wiesn 2024.

Oktoberfest 2026 startet am 19. September

Die Diskussion kommt unmittelbar zum Start der Wiesn. Das 191. Oktoberfest beginnt am heutigen 19. September 2026 und läuft bis zum 4. Oktober. Millionen Menschen werden während dieser Zeit auf der Münchner Theresienwiese erwartet.

Die Sicherheitsmaßnahmen sind in diesem Jahr umfangreich. Dennoch können Polizei und Sicherheitsdienste nicht jedes Smartphone und jede Kamera kontrollieren. Deshalb kommt es besonders darauf an, verdächtiges Verhalten frühzeitig zu bemerken.

Was Betroffene tun können

Wer bemerkt, dass jemand heimlich intime Aufnahmen anfertigt, sollte nach Möglichkeit sofort reagieren und Sicherheitspersonal oder die Polizei verständigen. Außerdem können Zeugen Merkmale der betreffenden Person sowie mögliche Begleiter oder den Standort notieren.

Betroffene sollten entsprechende Videos oder Accounts außerdem bei den jeweiligen Plattformen melden. Gleichzeitig kann eine Strafanzeige sinnvoll sein. Wichtig ist jedoch, mögliche Beweise zu sichern, bevor ein Beitrag verschwindet.

Wie schnell sich Videos über soziale Netzwerke verbreiten können, zeigt beispielsweise auch ein früherer Fall, bei dem ein Angriff auf Oliver Pocher gefilmt und anschließend online veröffentlicht wurde.

32.000 Videos zeigen enorme Dimension des Problems

Die jetzt bekannt gewordene Zahl macht vor allem deutlich, dass es offenbar nicht um vereinzelte Aufnahmen geht. Zehntausende Videos allein auf Plattformen eines einzigen Konzerns zeigen vielmehr, welche Dimension das Problem inzwischen angenommen haben könnte.

Während Millionen Besucher auf der Wiesn feiern wollen, steht deshalb gleichzeitig eine ernste Frage im Raum: Wie lassen sich Menschen vor heimlichen intimen Aufnahmen schützen, wenn Smartphones, soziale Netzwerke und internationale Accounts eine nahezu grenzenlose Verbreitung ermöglichen?

Für Betroffene kann schließlich bereits ein wenige Sekunden langes Video erhebliche Folgen haben. Denn was einmal im Internet verbreitet wurde, lässt sich häufig nur noch schwer vollständig entfernen.

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