Schleswig-Holstein

Millionenbetrug im Baugewerbe

Kiel - Zoll - Schwarzarbeit

Zoll und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Einschleusung illegaler Arbeitskräfte, Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung

Kiel, Neumünster, Schleswig-Holstein

Mit einem Großaufgebot von mehr als 450 Zöllnerinnen und Zöllnern hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Kiel heute 26 Wohn- und Geschäftsräume sowie Arbeitnehmerunterkünfte von mehreren Beschuldigten und Arbeitnehmern hauptsächlich in Neumünster nach Beweismitteln und Vermögenswerten durchsucht.

Bei den Durchsuchungen wurden zwei illegal aufhältige türkische Staatsangehörige festgestellt. Ein Beschuldigter wurde verhaftet.

“Gegen mindestens vier Personen besteht der Verdacht, über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren ausländische Arbeitskräfte illegal nach Deutschland eingeschleust und in verschiedenen Baufirmen ohne Anmeldung beschäftigt zu haben. Dabei sollen sie sowohl Lohnsteuer als auch Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen und Arbeitsentgelte vorenthalten haben”, so Gabriele Oder, Sprecherin des Hauptzollamts Kiel.

Die hinterzogenen Sozialversicherungs- und Sozialkassenbeiträge belaufen sich nach Schätzungen der Staatsanwaltschaft auf mehr als 5,6 Millionen Euro.

“Die illegal aufhältigen Personen haben wir in einer der durchsuchten Wohnungen angetroffen und der Landespolizei übergeben. Als sogenannte Zufallsfunde wurden noch unerlaubte Feuerwerkskörper, nicht zugelassene Medikamente und gefälschte Ausweispapiere sichergestellt. Neben dem Haftbefehl haben die Einsatzkräfte zwei Vermögensarreste in Höhe von ca. 5,6 Millionen Euro vollstreckt”, so Oder weiter.

Die Durchsuchungen sind das Ergebnis intensiver mehrmonatiger Ermittlungen des Kieler Zolls im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel.

“Der 48-jährige Hauptbeschuldigte wurde festgenommen und befindet sich nun in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung droht ihm schon allein für das Einschleusen von Ausländern eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren”, so Oder abschließend.

Der Kieler Zoll wurde bei der Aktion von mehreren Zöllnerinnen und Zöllnern anderer Hauptzollämter unterstützt. Aufgrund der hohen Vermögensarreste wurden zwei Bargeldspürhunde eingesetzt. Die Festnahme erfolgte durch Spezialkräfte der Polizei.

Den Durchsuchungen von heute schließt sich nun die intensive Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls an.

Es wird darauf hingewiesen, dass bis zu einer rechtskräftigen gerichtlichen Verurteilung die Beschuldigten als unschuldig gelten (Artikel 6 Abs. 2 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten).

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